2025! Ein starkes Jahr fürs digitale Handwerk
2025 in Zahlen: Fortschritt, Zusammenarbeit und neue Ideen. Erfahre, wie Craftnote das digitale Handwerk bewegt – und was 2026 bringt.
2025 in Zahlen: Fortschritt, Zusammenarbeit und neue Ideen. Erfahre, wie Craftnote das digitale Handwerk bewegt – und was 2026 bringt.
Craftnote-Mitgründer Dirk Stefen verlässt das Unternehmen. Im Interview spricht er über die Idee hinter Craftnote, prägende Erlebnisse und seine Wünsche für Handwerk und Team.
Craftnote feiert 7-jähriges Bestehen! Zeit zum Zurückblicken – und nach vorne schauen. Was uns seit dem ersten Tag wichtig ist – und worauf wir heute und in Zukunft bauen: 8½ starke Grundsteine, die Craftnote stark machen.
Nachhaltigkeit im Handwerk zeigt sich dort, wo Prozesse klar sind und weniger Ressourcen verbraucht werden. Craftnote powered by Aceve hilft dabei – digital, effizient und alltagstauglich.
Skandinavische Handwerksbetriebe arbeiten digital, klar und effizient – und genau davon kannst Du profitieren. Wir zeigen Dir, wie diese Ansätze auch Deinem Betrieb helfen.
Digitale Abläufe sind in vielen europäischen Betrieben längst etabliert. Erfahre, wie Du diese praxiserprobten Methoden mit Craftnote einfach übernimmst.
Als Teil von Aceve entwickelt Craftnote die digitale Baumappe weiter – klar, praxisnah und ohne die einfache Bedienung zu verlieren.
In diesem Artikel:
Laut Statistischem Bundesamt waren im Jahr 2018 in Deutschland rund 557.000 Handwerksunternehmen ansässig, die insgesamt mehr als 5,3 Millionen Personen beschäftigten und einen Umsatz von ca. 607 Milliarden Euro erwirtschafteten. Doch schon die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten pro Handwerksbetrieb von weniger als 10 zeigt: Das Handwerk ist in hohem Maße in den lokalen und regionalen Gesellschaftsstrukturen verwurzelt. Aus dieser Nähe zur örtlichen Gemeinschaft basiert im Handwerk oftmals eine historisch gewachsene Tradition der bürgerschaftlichen Initiative.
Dieses muss von modernen Handwerksbetrieben nun weitergedacht werden, damit sie auch in Zukunft dem auch unternehmerisch wichtigen Aspekt der Corporate Social Responsibility gerecht werden. Die Gründe, warum Engagement eines der vier Cluster der Trendmap Handwerk 2025 ist, erfährst Du in diesem Artikel:
Wie Diversität zum Wettbewerbsvorteil wird
Warum zufriedene Mitarbeiter:innen entscheidend für den Unternehmenserfolg sind
Weshalb Anti-Rassismus auch für Handwerksbetriebe stetig an Bedeutung gewinnt
Wie Digitalisierung auch soziale Verantwortung mit sich bringt
Inwiefern Engagement auch das Thema Umwelt beinhaltet

Diversität ist einer der am meisten unterschätzten Faktoren, die für Unternehmen zu Wettbewerbsvorteilen werden können. Ob Altersstruktur und Geschlecht, Kulturen oder Religionen, Handicaps und Behinderungen oder sexuelle Ausrichtungen: Unterschiede und Vielfalt, das belegen zahlreiche Studien, wirken sich in der Regel positiv auf die Innovations- und Wirtschaftskraft eines Unternehmens aus. Das gilt nicht nur für die Zusammensetzung der Mitarbeiter:innen, sondern bezieht auch Kunden:innen, Lieferanten:innen und Investoren:innen mit ein. Die Organisation der Vielfältigkeit, die in der BWL gemeinhin als Diversity Management bezeichnet wird, zählt zu den wichtigsten Kernkompetenzen für die Handwerksunternehmen der Zukunft. Denn Power of Diversity wirkt multidimensional:
Der Fokus auf Vielfalt hilft Dir als Führungskraft, Dich mit Deinem Unternehmen am Arbeitsmarkt zu etablieren und dem Fachkräftemangel aktiv entgegenzustellen. Denn Offenheit und Vielfalt sind oftmals ein attraktiver Pluspunkt bei Fachkräften und Talenten, die auf der Suche nach einem attraktiven Arbeitgeber sind.
Mit einer auf Diversität ausgerichteten Unternehmenskultur und einer vielfältigen Belegschaft gelingt die Erschließung neuer Märkte und Zielgruppen in vielen Fällen leichter.
Zahlreiche Studien legen nahe, dass gelebtes Diversity Management die Produktivität erhöht und bessere Ergebnisse im Hinblick auf Problem- und Konfliktlösung sowie Forschung und Entwicklung erzielt werden.
Somit ist für Dich als Handwerksunternehmer:in nicht nur, wie bislang, die Schaffung von Akzeptanz in dieser Hinsicht gemeint, sondern Diversität bewusst anzustreben und zu fördern.
Die Mitarbeiter:innen sind das wichtigste Kapital eines Unternehmens. In Handwerksbetrieben spielte in der Vergangenheit vor allem der Schutz vor physischen Arbeitsunfällen sowie vor Gesundheitsgefährdungen eine gewichtige Rolle. In Zukunft werden darüber hinaus jedoch sozial relevante Aspekte wie gute Arbeitsbedingungen, Work-Life-Balance und Personalzufriedenheit an Bedeutung gewinnen – auch für Handwerksunternehmen.
In entsprechenden Umfragen gaben für das Jahr 2020 mehr als ein Drittel der Befragten an, dass sie sich in jüngerer Vergangenheit aufgrund von Arbeitsstress ausgebrannt fühlten. Rund zwei Drittel fühlten sich nur wenig an ihr Unternehmen gebunden und verrichteten lediglich „Dienst nach Vorschrift“. Wechselwillig in Bezug auf ihren Arbeitgeber waren rund 35 Prozent der befragten Beschäftigten. Schon diese drei Fakten zeigen, wie wichtig der Aspekt „Workplace-Wellbeing“ für Arbeitgeber:innen bereits heute ist und angesichts des Fachkräftemangels, zukünftig für handwerklich tätige Betriebe sein wird.
Ein gutes Betriebsklima ist die Basis für das Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen, führt zu weniger krankheitsbedingten Fehltagen, gesteigerter Motivation und somit letztlich zu einer erhöhten Produktivität und Innovationskraft Deines Handwerksunternehmens. Eine familienfreundliche Unternehmenskultur mit flexiblen Arbeitszeitmodellen resultiert in einer besseren Balance zwischen beruflichen und privaten Interessen, was sich auf beide Elemente in der Regel positiv auswirkt. Und auch Du als Führungskraft musst Dich von einem „Leistungskontrolleur“ zu einem Coach für Deine Mitarbeiter:innen weiterentwickeln und ein gesundes Gleichgewicht etablieren, das neben Autorität auch Hilfestellung, Autonomie und Feedback beinhaltet.
Rassismus ist oftmals ein sehr abstrakt gehandhabtes Thema. Hierbei geht es jedoch nicht nur um Ressentiments und Gewalt, sondern darum, Menschen im alltäglichen Leben zu entwürdigen und ihnen Möglichkeiten oder Privilegien zu nehmen oder vorzuenthalten. Anti-Rassismus steht somit für mehr Respekt und Solidarität und ist für Dich als Handwerksunternehmer:in von mehrfacher Bedeutung:
In Bezug auf Deine Mitarbeiter:innen ist das Thema für Dich arbeitsrechtlich relevant. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz erlegt Dir als Arbeitgeber sowohl präventive als auch reaktionäre Unterlassungs- und Handlungspflichten auf.
Auch das Verhalten von Kund:innen und Geschäftspartner:innen gegenüber Deiner Belegschaft ist im Hinblick auf Anti-Rassismus relevant. Der Umgang mit Vorfällen in diesem Zusammenhang ist für Deine Integrität als Arbeitgeber:in gegenüber Deinen Angestellten relevant, hat jedoch auch eine nicht zu unterschätzende Wirkung auf außenstehende Dritte.
Ist das Handwerksunternehmen digital präsent und beispielsweise in den Sozialen Medien aktiv, so muss das Unternehmen auch hier für Inhalte und Postings zum Thema Rassismus Verantwortung über- und eine klare Haltung einnehmen.
Anti-Rassismus ist ein stetiger Prozess, der gelernt, geübt und gelebt werden muss, um sich nachhaltig in der Unternehmenskultur zu etablieren.
Digitalisierung ist auch für das Handwerk ein elementar wichtiger Zukunftstrend. Ob Building Information Modeling (BIM), funktionale Handwerkerapps, Video-Chats, Drohnen oder Werkstücke aus dem 3D-Drucker: Bei Arbeitsformen und -gestaltung wirst Du als Handwerksunternehmer:in zukünftig nur schwer an den Themen Digitalisierung und Vernetzung vorbeikommen, wenn Du Deinen Betrieb wettbewerbsfähig erhalten willst. Das gilt ebenfalls für die Präsenz Deines Handwerksunternehmens in der digitalen Welt. Sowohl für die Kundenakquise und -Bindung als auch für berufliche Partnerschaften und Vernetzung ist eine Online-Präsenz mittlerweile auch für Handwerksunternehmen im Grunde unabdingbar.
Auch in der digitalen Welt gehören Vertrauen und Akzeptanz zu den zentralen Erfolgsfaktoren für Unternehmen. In diesem Zusammenhang spielen Privatsphäre und Datensicherheit eine elementare Rolle und sind in Europa in einen eigenen gesetzlichen Rahmen gegossen. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) regelt, wie personenbezogene Daten digital verarbeitet und geschützt werden sollen. Entsprechend wichtig wird es für Handwerksunternehmen, nicht nur digital am Markt präsent zu sein, sondern auch sorgfältig und verantwortungsvoll mit den daraus erwachsenden Herausforderungen umzugehen, um sowohl von Mitarbeitern und Geschäftspartnern als auch von den Kunden als vertrauenswürdig und integer wahrgenommen zu werden.
Neben den bereits vorgestellten sozialen Aspekten umfasst das in der Trendmap 2025 aufgeführte Cluster Engagement auch das Thema Umwelt. Unter dem Begriff „Climate-Action“ wird die Relevanz von klimaschonenden und energiesparenden Arbeitsmethoden zusammengefasst – insbesondere für Bau- und Handwerksunternehmen. Daneben gilt auch der Trend der Nachhaltigkeit als zukünftiger Wettbewerbsfaktor für Unternehmen.
Beide Aspekte werden in der Zukunft für die ökonomische Gesundheit eines Unternehmens von erhöhter Relevanz sein. Aufgrund stetig steigender Rohstoff- und Energiekosten wird deren effiziente Nutzung ein wesentlicher Kostenfaktor für Handwerksbetriebe. Darüber hinaus wenden sich immer mehr Kunden und Verbraucher solchen Unternehmen zu, die sich aktiv mit den Themen Umwelt- und Klimaschutz sowie Nachhaltigkeit auseinandersetzen.
Engagement als multidimensionaler Trend mit zunehmender Relevanz auch für Handwerksunternehmen
Handwerkliche Betriebe sind traditionell stark mit örtlichen Gesellschaftsstrukturen verwoben. Soziale Anteilnahme wird daher als Corporate Social Responsibility in Zukunft ein noch wichtigerer Faktor für nachhaltigen Unternehmenserfolg sein. Diversität innerhalb der Belegschaft, zufriedene Mitarbeiter:innen, eine klare Haltung gegen Rassismus sowie digitale Verantwortung sind in diesem Zusammenhang einige der wichtigsten Herausforderungen für Dich als Handwerksunternehmer:in und nehmen gemeinsam mit umweltorientierten Faktoren wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit wichtige Positionen im Hinblick auf das Handwerksunternehmen von morgen ein.
Nur wer sich ernsthaft mit den Trends der Zukunft auseinandersetzt, und dazu zählt laut Trendmap 2025 das Thema Engagement allemal, kann sein Handwerksunternehmen auch zukünftig nachhaltig wettbewerbsfähig halten und sich gegen die Konkurrenz behaupten.
In diesem Artikel:
Seit 2019 informiert die – von dem Trendforscher Peter Wippermann – initiierte „Trendmap Handwerk 2025“ Akteure aus der Handwerksbranche über wegweisende Entwicklungen in der Zukunft. Das Format bietet Handwerksbetrieben somit eine wichtige Orientierungshilfe, um frühzeitig neue Wachstumspotenziale identifizieren und umsetzen zu können. Neben den drei großen Themenclustern Automation, Engagement und Marketing rückt die Trendmap 2025 hierbei ebenso unterschiedliche Aspekte rund um den Trend „Networking“ in den Mittelpunkt. Dieser Trend beschäftigt sich unter anderem mit der Rolle von Netzwerken in relevanten Zusammenhängen wie dem Cost-Cutting oder dem Building Information Modeling (BIM). Anknüpfend daran stellt der folgende Beitrag einen ersten Überblick zu den zentralen Networking-Trends in der Handwerksbranche bereit.
Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einschränkungen der Corona-Pandemie haben bei vielen Handwerksunternehmen zu erheblichen Umsatzrückgängen geführt. Für betroffene Betriebe ist es deshalb von entscheidender Bedeutung, die neue Finanzlage eingehend zu analysieren und die eigene Liquidität langfristig zu sichern. Nicht nur sollte hierzu der offene und direkte Dialog mit Lieferanten, Geschäftspartnern, Mitarbeitern und Kunden gesucht werden. Sondern im selben Moment lohnt es sich, entsprechende Hilfsmaßnahmen von staatlicher Seite – wie etwa die Förderung von Homeoffice-Arbeitsplätzen – zu prüfen.
Als weiterer Faktor lässt sich darüber hinaus zugleich die gezielte Neuorganisation der bestehenden Arbeitsstrukturen und -abläufe anführen. Denn gerade die fortschreitende Digitalisierung bietet vielen Handwerksunternehmen die besondere Möglichkeit, auf relativ unkomplizierte Weise die eigenen Betriebsprozesse zu optimieren sowie zusätzliche Märkte und Kundenkreise zu erschließen.
Klassischerweise haben sich „Co-Working Spaces“ in den vergangenen Jahren vor allem als gewinnbringendes Umfeld für Jungunternehmer:innen und Freiberufler:innen etabliert, da sich in diesen die vorhandene Infrastruktur gemeinsam und somit kostensparend nutzen lässt. Doch neben diesem ökonomischen Vorteil zeichnen sich Co-Working Spaces aufgrund ihres kooperativen Charakters ebenso durch ein äußerst hohes Innovationspotenzial aus, welches regelmäßig zu neuartigen Produktlösungen führt.
Diese besonderen Eigenschaften lassen das Modell des Co-Working Spaces nicht zuletzt zu einer spannenden und zukunftsweisenden Option für Handwerksunternehmen werden. Denn Handwerker:innen und Handwerksbetriebe können nicht nur in etwaigen Co-Working Werkstätten für ihre Projekte flexibel Technologien und Maschinen nutzen, deren Anschaffungskosten ansonsten das vorhandene Budget übersteigen würden. Sondern im selben Moment besteht für Handwerksunternehmen zudem die Möglichkeit, durch das gezielte Teilen eigener Betriebsstrukturen von neuen Arbeitsansätzen zu profitieren und zusätzliche Einnahmen durch die Vermietung zu generieren.\
Aufgrund seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten hat sich das „Building Information Modeling“ (BIM) in den letzten Jahren als fester Bestandteil in jeder zeitgemäßen Bauplanung etabliert. Das BIM entspricht hierbei einer kooperativen Datenbasis, die ein detailliertes dreidimensionales Modell eines bestimmten Gebäudes im digitalen Raum ermöglicht. Somit kann die Technik sowohl flexibel zur Planung von Bauwerken wie auch zur Steuerung von Bauprozessen und der Bewirtschaftung von Gebäuden genutzt werden.
Da das BIM darüber hinaus einen stets aktuellen und vernetzten Datenabgleich zwischen den Projektpartnern und etwaigen Behörden erlaubt, trägt es wesentlich zur Optimierung des Zeit- und Kostenaufwands bei. In Anbetracht dieser grundlegenden Vorteile ist es kaum verwunderlich, dass – neben zahlreichen anderen europäischen Ländern – auch Deutschland zukünftig verstärkt auf einen verbindlichen Einsatz des BIM bei Bauvorhaben setzt. Handwerksbetriebe sollten sich deshalb bereits jetzt mit den Anwendungsbereichen des BIM vertraut machen sowie entsprechende Qualifikationsmaßnahmen einplanen.
Der sich vollziehende Strukturwandel weg von der klassischen Industriekultur und hin zu einer Netzgesellschaft macht sich auch bei Handwerksbetrieben auf unterschiedlichsten Ebenen bemerkbar. Denn nicht nur verändert dieser in wesentlicher Weise das Verhältnis zwischen einem Unternehmen und seinen Kunden. Sondern zugleich wirkt er sich ebenso auf die interne Betriebskultur aus. So werden beispielsweise stark ausgeprägte Hierarchien und eng abgesteckte Verantwortungsbereiche von vielen Mitarbeiter:innen zunehmend als überholt wahrgenommen. Um diese übergreifende Entwicklung als positive Chance wahrnehmen zu können, empfiehlt es sich für Handwerksunternehmen deshalb, ihre Betriebskultur verstärkt an zeitgemäßen Methoden des Projektmanagements auszurichten.
Diese Methoden orientieren sich hierbei vorzugsweise am Einsatz agiler und projektbezogener Teams, die in fließenden Arbeitsprozessen und Feedbackschleifen gemeinsam an der Findung von Lösungsansätzen sowie an deren praktischer Umsetzung arbeiten. Neben dem aus der Softwareentwicklung stammenden Scrum-Verfahren zeigen sich in diesem Kontext ebenso die Methode des Design Thinkings und das Konzept der holokratischen Arbeitsorganisation als zentrale Orientierungspunkte.
Letztlich hängt der langfristige Erfolg eines jeden Unternehmens von der Gewinnung der richtigen Mitarbeiter:innen ab. Doch während Mitarbeiterentscheidungen traditionell vorwiegend anhand fachlicher Qualifikationen getroffen wurden, zeichnet sich zukünftig ebenso die gemeinsame Wertebasis als ein zentrales Auswahlkriterium ab. Diese gemeinsame Wertebasis kommt im Konzept des Cultural Fit zum Ausdruck, das letztlich auf eine größtmögliche Übereinstimmung zwischen Bewerber:in und Arbeitgeber:in hinsichtlich Arbeitsweise und Betriebskultur abzielt.
Gerade für die Gewinnung von hochqualifizierten Facharbeiter:innen und jungen Talenten übernimmt der Cultural Fit dabei zusehends eine wesentliche Rolle, da diese eine gemeinsame Wertebasis als grundlegendes und sinnstiftendes Kriterium bei der Auswahl des Arbeitsplatzes ansehen. Insofern empfiehlt es sich für Handwerksunternehmen, die Werte der eigenen Betriebskultur zukünftig noch deutlicher hervorzuheben und offen zu kommunizieren. Als wegweisend hierfür zeigt sich insbesondere der Einsatz digitaler Medien, durch welche potenziellen Bewerber:innen bereits vorab ein erstes Bild des eigenen Betriebs vermittelt werden kann.
Bereits jetzt wird offensichtlich, dass viele Veränderungen, die sich aus der Corona-Pandemie ergeben haben, zu einem festen Bestandteil der zukünftigen Arbeitsrealität werden. Dies gilt vor allem für relevante Präventions- und Arbeitsschutzmaßnahmen – wie etwa die Einhaltung von Desinfektions- und Abstandsregeln -, welche für den täglichen Mitarbeiterschutz weiterhin wichtig sind. Doch im Zuge der verstärkten Automation von Arbeitsprozessen und der beschleunigten Digitalisierung von Arbeitsplätzen wirft die neue Normalität ebenso zahlreiche Fragen hinsichtlich der zukünftigen Arbeitsorganisation und Mitarbeiterführung auf.
Für Handwerksbetriebe gilt es deshalb nicht nur dauerhafte und sinnvolle Konzepte im Bereich des Gesundheitsschutzes zu entwickeln. Sondern im selben Moment sollte die zukünftige Gestaltung der Arbeitswelt frühzeitig adressiert werden, um die Betriebsabläufe auch unter den Bedingungen der neuen Normalität proaktiv und erfolgreich gestalten zu können.
Die aufgeführten Punkte verdeutlichen, dass der zukünftige Erfolg von Handwerksunternehmen auf unterschiedlichsten Ebenen eng mit den Potenzialen des vernetzten Arbeitens verknüpft ist. Darum lohnt es sich für die Akteure der Handwerksbranche bereits heute, die besonderen Möglichkeiten dieses Trends umfassend zu erörtern und für die eigenen Ziele nutzbar zu machen. Weiterführende Informationen zu den zentralen Networking-Trends und ihren praktischen Anwendungsbereichen können hierbei unter anderem kostenlos auf der offiziellen Webseite der Trendmap 2025 eingesehen werden.
In diesem Artikel:
Ein beschwerlicher Weg geht für das „Gebäudeenergiegesetz“ (kurz GEG) zu Ende. Schon 2018 sollte es im Bundestag auf den Weg gebracht werden, doch erst am 1. November 2020 kam es zum Abschluss. Nun fasst es das Erneuerbare‐Energien‐Wärmegesetz (EEWärmeG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) zusammen. Mit welchem Zweck? Unter der Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit den möglichst sparsamen Einsatz von Energien, insbesondere erneuerbaren Energien, in Gebäuden zu regeln. Zudem soll damit die EU-Richtlinie zu den vereinbarten Klimaschutzzielen umgesetzt werden.
Kostenfreier PDF-Download: Digital ausfüllbare Materialverbrauchsliste

Der seit 2009 zur Pflicht gewordene Energieausweis soll es Laien ermöglichen, die Energieeffizienz eines Gebäudes auf einen Blick zu erfassen. Dieser kann auch von Handwerkern mit der Zusatzqualifikation des „Energieberaters“ erstellt werden – bisher allerdings nur bei Wohnhäusern. Mit dem neuen Gesetz wird diese Kompetenz auch auf Nichtwohngebäude ausgeweitet. Das stärkt die Rolle des Handwerks bei Bau- und Sanierungsarbeiten. Gerade Handwerker vereinen in ihrer mehrjährigen Ausbildung Theorie mit Praxis, was bei der Beratung unabdingbar ist. Das Stichwort Beratung führt zum nächsten wichtigen Punkt.
Im Gebäudeenergiegesetz ist nämlich vorgesehen, dass Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern beraten lassen müssen: In Fällen von Berechnungen zur Energieeffizienz eines Gebäudes oder Planungen von energetischen Sanierungen. Handwerksunternehmen sollen Kunden, die derartige Aufträge geben, mit Abgabe ihres Angebots auf diese Beratungspflicht aufmerksam machen. Einzige Bedingung dabei, die Beratung gilt als Einzelleistung und ist kostenlos. Alles andere, wie genau beispielsweise diese Beratungspflicht ausfallen muss, ist bisher noch nicht festgelegt. Momentan arbeiten mehrere Branchenverbände an adäquaten vorgefertigten Umsetzungen für Betriebe.
Ein bedeutender Vorteil für Handwerksbetriebe kann durch die steigende Investitionsbereitschaft für energetische Techniken und Sanierungen entstehen. Denn die Anforderungen an die technische Umsetzung bleiben weitestgehend gleich und werden nicht umfassend verschärft. Daneben gibt es attraktive Fördermittel zu modernen Heizungen sowie Wärme- und Kältedämmungen wie zum Beispiel von der „KfW“. Oder die Möglichkeiten, gesparte Energie mit dem Primärenergieverbrauch zu verrechnen.
Das alles kann Dachdecker, SHK, Elektro und Bauunternehmen zu mehr Aufträgen verhelfen. Unterstrichen wird das durch die steigende Nachfrage nach „Mieterstrom“ wie einige Energieversorger feststellen. Denn nach dem neuen GEG können energieeffiziente Gebäude die Energiebilanzen von ganzen Gebäudekomplexen verbessern.
Weitergedacht ist die Umsetzung von energieeffizienter Wärme- und Kälteregelung ein nachhaltiges Zeichen in einer Gesellschaft, für die das Thema bei der „Kaufentscheidung“ zunehmend wichtiger wird. In vielen Bereichen der Branche kann mit Nachhaltigkeit im Handwerk gezielt geworben werden, um den Betrieb auch auf zukünftige Anforderungen auf dem Markt einzustellen. Das Handwerk ist schließlich ein wichtiger Teil in der Umsetzung von Nachhaltigkeit. Und das hat nicht nur mit Umweltbewusstsein zu tun, wie wir Dir im in einem weiterführenden Artikel zeigen.
Bei den aktuellen Umsetzungen des GEG soll es in Zukunft allerdings nicht bleiben. Geht es nach dem Zentralverband des deutschen Handwerks (kurz ZDH), muss das Gesetz weiter vereinfacht werden, um noch übersichtlicher für Handwerksbetriebe zu werden.
Daneben soll bis 2026 eine Einschränkung von geplanten neuen oder sanierungsbedürftigen Heizsystemen mit fossilen Brennstoffen (z. B. Heizöl, Kohle) erwirkt werden.
Neu hinzu kommt außerdem eine befristete Innovationsklausel. Diese wird in Einzelfällen in zwei Hinsichten wichtig:
Zum Ersten wird es bis 2023 möglich sein, durch eine behördliche Befreiung die Anforderungen des GEG über ein auf die Begrenzung von Treibhausgasemissionen ausgerichtetes System und den zulässigen Jahres-Endenergiebedarf nachzuweisen. Aber nur, wenn eine Gleichwertigkeit der Anforderungen für die zuständige Behörde ersichtlich ist.
Zum Zweiten werden bis 2025 bei Änderungen von bestehenden Gebäuden die Einhaltung der GEG-Anforderungen über eine gemeinsame Bilanz im Gebäudekomplex sichergestellt – demnach eine Mehrheit an Gebäuden in unmittelbarer Nähe.
Wir halten Dich über Neuerungen zu diesem Thema auf dem Laufenden.
In diesem Artikel:
Veränderung ist Fortschritt, Stillstand ist Rückschritt, das gilt auch für das traditionelle Handwerk. Sich mit den Trends der Zukunft auseinanderzusetzen, zählt zu den wichtigsten Managementaufgaben – auch im kleinen Handwerksbetrieb. Nur wer weiß, was die Zukunft bringt, kann seinen Betrieb rechtzeitig darauf einstellen. Zu diesem Zweck wurde die Trendmap Handwerk etabliert, die seit 2019 einen steten Blick in die Zukunft wagt. Sie richtet den Fokus auf wichtige Entwicklungen und deren Konsequenzen und gibt den Handwerksbetrieben damit Instrumente an die Hand, um sie fit für die Zukunft zu machen.
Wodurch Umwelt-Engagement zum Erfolgsfaktor wird
Wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit das Handwerk zukunftsfähig machen
Warum das Handwerk jetzt schon Nachhaltigkeit vorlebt
Die Trendmap 2025 besteht aus den Clustern Marketing, Networking, Automation und Engagement. In diesem Beitrag soll es um das Engagement gehen, insbesondere um das Engagement für die Umwelt, das längst zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für jede Unternehmung geworden ist. Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen, klimafreundliche Arbeitsweisen und das Vermeiden von Abfällen gehören zu den Standards, die der Kunde bereits heute voraussetzt. Unternehmerisches Umwelt-Engagement ist zum Qualitätsmerkmal geworden, Umweltsiegel und Zertifizierungen zu einem Auswahlkriterium, dem sich kein Betrieb mehr entziehen kann. Dieser Trend wird sich in Zukunft weiter verstärken.
Climate Action, also Klimaschutz und
Nachhaltigkeit.
Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind sich darüber einig, dass der Klimawandel Realität ist. Als Ursache für die Erderwärmung hat die Wissenschaft den Ausstoß sogenannter Treibhausgase unter anderem im Verkehrs- und Wärmesektor ausgemacht. Die Energiewende ist deshalb ohne innovative Gebäudetechnik und alternative Antriebstechnologien nicht zu machen.
Energieeffizientes Bauen und innovative Mobilitätskonzepte sollen die Energiewende voranbringen. Das Handwerk spielt in diesem Zusammenhang eine maßgebliche Rolle. Als Spezialisten im Bau-, Elektro- und Kfz-Gewerbe kann es Kompetenz und Know-how einbringen und damit zum Gelingen der Energiewende beitragen.
Die Trendmap 2025 weist in diesem Zusammenhang eine Reihe neuer Betätigungsfelder für das Handwerk aus. Nur wer diese kennt, wird auch in Zukunft erfolgreich am Markt agieren können. Ein Trend ist beispielsweise die Planung und Umsetzung von Solaranlagen. Hier hält die Zukunft ein breites Spektrum an technischen Neuerungen bereit, von kleinsten Anlagen, die einfach nur Sonnenlicht in Energie umwandeln bis hin zu komplexen Kraftwerken, die ganze Straßenzüge mit Wärme und Strom versorgen können. Die vernetzte Haustechnik gilt als Technologie der Zukunft schlechthin.
Eine Zukunft, auf die sich die Handwerksbetriebe schon heute einstellen müssen. Das setzt die Bereitschaft voraus, sich das erforderliche Wissen und Know How anzueignen und im eigenen Betrieb umzusetzen. Deshalb ist es so wichtig, die Trends frühzeitig zu kennen und in die eigene Planung mit einzubeziehen.
Umwelt-Engagement ist von Nachhaltigkeit nicht zu trennen. Ein umweltfreundlicher Betrieb handelt immer auch nachhaltig. Dabei richtet sich der Blick auf ein ganzheitliches Denken, ökologische Elemente stehen gleichberechtigt neben ökonomischen und sozialen Gesichtspunkten. Ziel ist es, die Lebensqualität auch künftiger Generationen zu verbessern. Dabei ist Nachhaltigkeit längst zum Wettbewerbsfaktor auch für Handwerksbetriebe geworden.
Das stärkere Umwelt- und Verantwortungsbewusstsein der Verbraucher:innen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Kunden wollen mit gutem Gewissen einkaufen, sie legen Wert auf nachhaltiges Wirtschaften und „grüne“ Produkte und Dienstleistungen. Vor ihrer Entscheidung für einen Betrieb durchleuchten sie inzwischen nicht selten die gesamte Wertschöpfungskette von den verwendeten Rohstoffen, über die Arbeitsprozesse bis hin zur Entsorgung von Verpackungen.
Das Handwerk nimmt beim Thema Nachhaltigkeit eine Schlüsselposition ein. Dabei sind Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg keine Gegensätze. Effiziente Verfahren und der sparsame Umgang mit Material sind mit Blick auf die Kosten auch für den Kunden ohnehin zwingende Praxis. Durch Wartung und Reparatur werden Abfälle vermieden und wertvolle Ressourcen geschont. Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter:innen trägt traditionelles und neues Wissen weiter in die nächste Generation und sichert damit zugleich die Zukunft des Betriebs.
Handwerksbetriebe sind in das regionale Umfeld integriert und sorgen mit sozialem Engagement für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Potenzial ist damit längst noch nicht ausgeschöpft und Nachhaltigkeit ein weitläufiges Feld. So können beispielsweise sämtliche Lieferketten hinterfragt und der gesamte Einkauf und die Beziehungen zu Lieferanten von der Einhaltung eigener Nachhaltigkeitskriterien abhängig gemacht werden.
Die Corona-Pandemie hat die Welt kräftig durcheinandergewirbelt. Insbesondere die Digitalisierung hat einen erheblichen Schub erfahren, der die Zukunft schneller verändern wird als bislang erwartet. Der technologische Fortschritt hat noch einmal Fahrt aufgenommen. Das Corona-Update der Trendmap 2025 berücksichtigt die Veränderungen und listet die Trends dieser Zukunft auf. Sie zeigt 25 Entwicklungstendenzen, die vom Handwerk zum einen erhebliche Anpassungen verlangen, zum anderen aber auch neue Möglichkeiten und Chancen eröffnen.
Gerade mit Blick auf den Umweltschutz nimmt das Handwerk eine Vorreiterrolle ein. Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind zu Erfolgsfaktoren geworden, die künftig nicht zuletzt über den Fortbestand eines Betriebs entscheiden werden. Darum muss sich jeder Handwerksbetrieb schon heute mit den Szenarien von morgen auseinandersetzen. Zu wissen, wohin die Reise geht, ist deshalb wichtiger denn je.
Die derzeitigen Probleme der Handwerksbetriebe kurz zusammengefasst: Baustoffe wie Holz, Metall, Farben oder Dämmmaterial sind immer schwerer zu bekommen. Lieferengpässe verzögern die Fertigstellung von Aufträgen erheblich, Betriebe sind aufgrund fehlender Materialien zu Kurzarbeit gezwungen.
Es ist eine wesentliche Komponente der Marktwirtschaft, dass die Nachfrage den Preis regelt. Daher haben sich die Preise in letzter Zeit geradezu inflationär entwickelt. Angebote, die vor wenigen Monaten verbindlich abgegeben wurden, können einzelne Betriebe heute in den finanziellen Ruin treiben.
Die Corona-Krise führte zwangsläufig zu drastischen Einschränkungen und erschwerten Bedingungen an den Landesgrenzen mit der Folge, dass ganze Lieferketten zusammenbrachen. Aufgrund der inzwischen überbordenden Globalisierung hat sich die deutsche Wirtschaft in vielen Bereichen in sehr starke Abhängigkeiten vom Ausland begeben. Wenn es in Indien oder China kriselt, kriegen wir das in Deutschland mindestens ebenso stark zu spüren.
In den USA ist zurzeit die Nachfrage nach Baumaterialien besonders hoch und der Atlantik war für die Amerikaner noch nie eine unüberwindbare Barriere. Also wird kurzerhand der europäische Markt leergekauft, was deshalb so gut funktioniert, weil die US-Firmen aufgrund der dortigen großzügigen Konjunkturprogramme keinen Respekt vor hohen Preisen haben müssen. Der mittelständische europäische Betrieb kann da einfach nicht mehr mithalten.
Letztendlich ist China eine große Senke* für europäische Baumaterialien. Das hat viel damit zu tun, dass die Corona-Krise in dem asiatischen Land viel früher und sehr viel besser unter Kontrolle gebracht werden konnte.
*Dabei handelt es sich übrigens um einen mathematisch-physikalischen Begriff, der genau das Gegenteil von einer ergiebigen Quelle beschreibt.
Zum ersten Mal seit dem Jahre 2013 sanken die Umsätze im deutschen Handwerk sogar in einem ersten Quartal, bestätigte kürzlich das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Der Rückgang der Erlöse ist demnach im ersten Vierteljahr 2021 um 7,7 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gesunken. Auch die Beschäftigtenzahl ist um 1,7 Prozent gefallen.
Besonders hart sind die Handwerksbetriebe für den privaten Bedarf betroffen. In der Friseurbranche brachen die Erlöse sogar um 37,4 Prozent ein und 9,2 Prozent der Beschäftigten sind in dieser Sparte verloren gegangen. Das Bauhauptgewerbe hat einen Umsatzrückgang von 15,9 Prozent zu beklagen. Noch etwas stärker betroffen sind die Gewerbezweige Straßenbau, Maurerhandwerk und Betonbau, die gleich um 17,9 Prozent Federn lassen mussten. Als Ursachen dafür werden Rohstoffengpässe beziehungsweise deutlich verteuerte Rohstoffe im Verein mit dem langen kalten Winter 2020/2021 angeführt.
Es ist noch nicht lange her, als Hans Peter Wollseifer, seines Zeichens Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), vor den erheblichen und nachhaltigen Folgen der Rohstoffknappheit gewarnt hat. Dem fügte er hinzu, dass Unternehmen trotz voller Auftragsbücher Kurzarbeit anmelden müssen, nur weil es an Material fehle.
Sogar das Lebensmittelgewerbe leidet an Umsatzrückgängen von fast zehn Prozent, wobei die Konditoreien hier mit 20,8 Prozent einen „Spitzenplatz“ einnehmen. Dagegen erscheint ein Rückgang von „nur“ 5,6 Prozent im Kraftfahrzeuggewerbe fast schon moderat. Als Lichtblick erwiesen sich allerdings die Zweirad-Werkstätten, die ihren Umsatz gleich um 27 Prozent steigern konnten.
Wollseifer erklärte weiter, dass es eine ähnliche Problemlage bei den Nichteisenmetallen um 2005 herum schon einmal gab. Doch in dieser vollen Produktbreite sei die exorbitante Preissteigerung von Baumaterialien, vor allem innerhalb eines so kurzen Zeitraums, in seinem ganzen Berufsleben noch nicht vorgekommen.
Insbesondere bei den Bau- und Ausbaugewerken erweisen sich nun die Preiskalkulationen und die Einhaltung von Terminen als äußerst problematisch. Wer jetzt verbindliche Verträge bedienen muss, ohne eine realistische Preisanpassung vornehmen zu können, fährt ganz klar erhebliche Verluste ein. Aufträge durch die öffentliche Hand sind diesbezüglich oftmals besonders unflexibel, es sei denn, es konnte im Vorfeld eine sogenannte Preisgleitklausel vereinbart werden. Dabei ist es allerdings üblich, dass grundsätzlich auch der Auftragnehmer einen Eigenanteil an den unerwarteten Mehrkosten übernehmen muss.
Die Rückmeldungen sowohl aus den Betrieben als auch aus den Handwerkskammern und Verbänden sprechen eine deutliche Sprache: Für nicht wenige Betriebe steht derzeit die Existenz auf dem Spiel, zudem aufgrund der Pandemie bereits bei vielen die Eigenkapitaldecke extrem ausgedünnt werden musste. So sind finanzielle Spielräume bei den meisten Betrieben faktisch nicht mehr vorhanden.
Gerade bei vielen öffentlichen Aufträgen besteht jetzt die große Gefahr, dass einige Handwerksbetriebe, die wegen der akuten Materialengpässe unverschuldet in einen Leistungsverzug geraten, dafür mit Vertragssanktionsstrafen belegt werden. Hier sind unbedingt die Politiker:innen beziehungsweise die Ministerien gefragt, rechtzeitig gegenzusteuern und die auftraggebenden nachgeschalteten Behörden entsprechend anzuweisen.
Viele Betriebe kommen um Nachverhandlungen mit ihren Auftraggebern nicht herum. Wünschenswert ist es, dass die Verhandlungsführer aufseiten der Arbeitgeber umfassend genug über das derzeit fehlende Baumaterial und dessen Preissteigerungen informiert werden, um überhaupt erst einmal die nötige Sensibilität für das vorhandene Dilemma bei ihnen aufzubauen.
Dabei sollte auch offen kommuniziert werden, dass kein Auftraggeber auf der Gewinnerseite steht, wenn ein beauftragter Handwerksbetrieb noch vor Vertragsausführung in die Insolvenz gerät.
Handwerksbetrieben drohen Kurzarbeit und Insolvenz, obwohl deren Auftragsbücher prall gefüllt sind. Zimmerer zum Beispiel berichten über große Baustellen, die kurz vor dem absoluten Baustopp stehen, nur weil es an Baumaterial mangelt. Unmittelbar vor der Insolvenz befinden sich in diesen Tagen solide Betriebe, die jede:r Buchhalter:in oder Steuerberater:in als „gesund“ bezeichnen würde.
Angesichts der derzeit desolaten Lage des deutschen Bausektors werden wir zumindest temporär um Exportbeschränkungen bei bestimmten Gütern gar nicht herumkommen. Zum Wohle von Umwelt und Natur, gewiss auch mit Blick auf den allgegenwärtigen Klimawandel, hat die Bundesregierung erst vor Kurzem die Holzeinschlagsbegrenzungen verlängert, was in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation mehr als kontraproduktiv ist. Der dringend erforderliche Verzicht auf Vertragssanktionen durch die öffentlichen Auftraggeber wurde oben schon ins Feld geführt.