Pflicht zur Arbeitszeiterfassung: Wer muss einen Stundenzettel führen?
Seit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts im September 2022 ist es für alle Arbeitgeber in Deutschland Pflicht, die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter zu erfassen. Das gilt natürlich auch für Handwerksbetriebe. Dort erfassen Mitarbeiter ihre Arbeitszeiten in der Regel über Stundenzettel. So sollen Arbeitszeiten nachvollziehbar sein. Doch wer genau muss den Stundenzettel führen?
In diesem Artikel:
- Wer muss einen Stundenzettel führen?
- Was ist ein Stundenzettel?
- Seit wann ist die Arbeitszeiterfassung Pflicht?
- Welche Infos gehören auf den Stundenzettel?
- Aufbewahrungspflicht: Welche Frist gilt für Stundenzettel?
- Was kommt als nächstes? Die elektronische Zeiterfassung wird Pflicht
- Alternative zum Stundenzettel: Zeiterfassung via App
- Fazit
Wer muss einen Stundenzettel führen?
Im Handwerk, wo Arbeitszeiten oft flexibel und an wechselnden Einsatzorten anfallen, wird die Zeiterfassung häufig den Mitarbeitern selbst überlassen. Diese tragen ihre Arbeitszeiten eigenständig auf Stundenzetteln ein. Arbeitgeber können also die Zeiterfassung an ihre Mitarbeiter delegieren, bleiben jedoch letztlich dafür verantwortlich, dass die Zeiten korrekt und vollständig dokumentiert werden.
Wenn der Arbeitgeber dies anordnet, ist der Arbeitnehmer zum Führen eines Stundenzettels verpflichtet.
Die Frist für die Erfassung der Arbeitszeit beträgt sieben Tage nach dem Arbeitstag. Das heißt, Mitarbeiter müssen ihre Zeiten spätestens eine Woche nach der Arbeitsleistung eintragen.
Was ist ein Stundenzettel?
Ein Stundenzettel ist ein Dokument, in dem Mitarbeiter ihre Arbeitszeiten festhalten. Somit ist er ein Nachweis über geleistete Arbeitszeiten. Die erfassten Arbeitszeiten bilden die Grundlage für die Lohnabrechnung. Sie unterstützen die Planung der künftigen Arbeitszeiten und gewährleisten die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.
Noch immer sind klassische Stundenzettel in Papierform im Einsatz. Eine papierlose Dokumentation der Arbeitszeiten ist jedoch auch möglich. Für Handwerksbetriebe gibt es zahlreiche digitale Alternativen, um Arbeitszeiten effizienter zu erfassen.
Seit wann ist die Arbeitszeiterfassung Pflicht?
Mit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 13. September 2022 besteht die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung für alle Arbeitgeber (Az. 1 ABR 22/21). Um die Arbeitszeiten korrekt zu erfassen, müssen Arbeitgeber entsprechende Mittel zur Verfügung stellen. Ob Arbeitgeber auf Stundenzettel in Papierform zurückgreifen oder eine digitale Option wählen, ist ihnen bisher noch freigestellt. Mehr zur Pflicht zur Arbeitszeiterfassung erfährst Du hier.
Welche Infos gehören auf den Stundenzettel?
Auf dem Stundenzettel tragen Mitarbeiter händisch Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit sowie die Pausenzeiten ein. Zusätzlich werden etwa der Name des Arbeitnehmers, das Datum oder relevante Angaben zu den Aufgaben vermerkt.
Aufbewahrungspflicht: Welche Frist gilt für Stundenzettel?
Nicht nur das Aufzeichnen von Arbeitszeiten ist Pflicht, sondern auch das Aufbewahren (ArbZG § 16). Dabei ergibt sich die Pflicht zur Aufbewahrung aus verschiedenen Gesetzen. Der Gesetzgeber verlangt, dass Arbeitszeiten erfasst und überprüft werden, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen, die Einhaltung des Mindestlohns zu gewährleisten und Schwarzarbeit zu verhindern. Deshalb gibt es Aufbewahrungspflichten für Arbeitszeitnachweise, die sich unter anderem im § 16 des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG), im § 17 Abs. 1 des Mindestlohngesetzes (MiLoG) und im § 2a des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes (SchwarzArbG) finden.
Was kommt als nächstes? Die elektronische Zeiterfassung wird Pflicht
Das BAG-Urteil von 2022 hat klargestellt: Arbeitgeber müssen die gesamte Arbeitszeit ihrer Mitarbeitenden erfassen – nicht nur Überstunden. Was bislang noch offen war: wie. Das soll sich jetzt konkret ändern.
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas hat Anfang Mai 2026 angekündigt, noch im Juni 2026 einen Gesetzentwurf zur Reform des Arbeitszeitgesetzes vorzulegen. Der Entwurf soll die elektronische Zeiterfassungspflicht gesetzlich verankern – und ist gleichzeitig an eine zweite Reform gekoppelt: den Wechsel von einer täglichen zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit.
Was das für Deinen Betrieb bedeutet:
Manuelle Stundenzettel auf Papier oder in Excel sind aktuell noch rechtlich zulässig – aber die Richtung ist klar: Elektronische Systeme werden zum gesetzlichen Standard. Für kleine und mittlere Betriebe sind Übergangsfristen geplant; Kleinstbetriebe unter 10 Beschäftigten könnten länger Zeit bekommen oder ganz ausgenommen werden. Die Details regelt der Gesetzentwurf.
Offen bleibt, wie der Entwurf die Vertrauensarbeitszeit behandelt – auch das ist eine der zentralen Fragen, auf die der Juni-Entwurf Antworten liefern soll.
Alternative zum Stundenzettel: Zeiterfassung via App
Bisher ist noch keine bestimmte Form für die Zeiterfassung vorgeschrieben. Künftig soll die Zeiterfassung jedoch elektronisch erfolgen. Handwerker wechseln häufig ihren Standort. Während ihrer Arbeit müssen sie immer daran denken, den Stundenzettel auf die jeweilige Baustelle mitzunehmen und vor Ort auszufüllen. Von dort aus müssen sie die Stundenzettel dann erst ins Büro bringen. Die Mitarbeiter im Büro müssen oft unleserliche Handschriften entziffern und abtippen.
Eine digitale Lösung erleichtert Mitarbeitern diese Aufgabe. Hier kommt Craftnote ins Spiel! Mit der App können Handwerker ihre Arbeitszeiten ganz einfach und direkt auf ihrem Smartphone oder Tablet erfassen. Ob manuell oder mit der integrierten Stoppuhr – die Zeiten werden direkt in der App eingetragen und in Echtzeit synchronisiert. So liegen sie sofort im Büro vor und können ohne Umwege für die Lohnabrechnung genutzt werden.
Die Daten werden synchronisiert und liegen dann in Echtzeit im Büro vor. Mitarbeiter erhalten die Informationen nun also ohne zusätzlichen Aufwand und sparen Zeit für die Suche nach Informationen. Sie müssen weder nachfragen, was der handschriftliche Eintrag bedeutet, noch fehlenden Informationen hinterherlaufen. Rechnungen an Kunden können schneller gestellt werden. Insgesamt wird der Prozess beschleunigt.
Fazit
Stundenzettel dienen der Arbeitszeiterfassung, die für Arbeitgeber zur Pflicht geworden ist. Die digitale Zeiterfassung bietet eine moderne Alternative, die den Aufwand verringert. Erfasste Zeiten sind am Ende genauer und werden automatisch gespeichert. Craftnote ermöglicht es Mitarbeitern, ihre Arbeitszeiten einfach und schnell aufzuzeichnen.
Die fünf besten Baustellen-Tablets für Handwerker 2026: Ein umfassender Vergleich
Nicht nur Hammer und Akkuschrauber gehören zur Ausrüstung auf einer Baustelle. In der modernen Baubranche sind auch Tablets unverzichtbare Werkzeuge geworden. Sie erleichtern die Kommunikation, verbessern die Genauigkeit bei der Dokumentation und steigern die Effizienz auf der Baustelle. In diesem Artikel vergleichen wir fünf Tablets für den Baustelleneinsatz, um Dir zu helfen, eine fundierte Kaufentscheidung zu treffen.
In diesem Artikel:
- Auf diese Merkmale solltest Du bei der Auswahl des richtigen Baustellen-Tablets achten
- Die verschiedenen IP-Schutzarten
- Rugged vs. Semi-Rugged Tablets
- Die MIL-STD Zertifizierung
- Die fünf besten Baustellen-Tablets 2026 im Vergleich
- Effizienz steigern dank Tablet: Damit mehr vom Feierabend übrig bleibt
- Fazit
Auf diese Merkmale solltest Du bei der Auswahl des richtigen Baustellen-Tablets achten
Bei der Auswahl des richtigen Tablets für den Baustelleneinsatz solltest Du verschiedene Schlüsselmerkmale berücksichtigen:
Robustheit: Ein für die Baustelle geeignetes Tablet sollte robust und widerstandsfähig gegen Staub, Schmutz und Wasser sein.
Akkulaufzeit: Eine lange Akkulaufzeit ist entscheidend, um einen ganzen Arbeitstag ohne zusätzliches Aufladen zu überstehen.
Bedienbarkeit: Die Möglichkeit, das Tablet auch mit Handschuhen bedienen zu können, ist ein wichtiges Kriterium.
Display: Ein helles Display, das auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut lesbar ist, ist für die Arbeit im Freien unerlässlich.
Konnektivität: Optionen für Wi-Fi- und Mobilfunkverbindung sorgen für eine einfache und schnelle Kommunikation.
Für die Robustheit sind verschiedene Standards wichtig:
Die verschiedenen IP-Schutzarten
Die IP-Schutzart (International Protection Marking) gibt an, wie gut elektronische Geräte gegen das Eindringen von Fremdkörpern wie Staub und Wasser geschützt sind. Die Klassifizierung besteht aus zwei Ziffern: Die erste Ziffer (0-6) steht für den Schutz gegen feste Partikel, die zweite Ziffer (0-9) für den Schutz gegen Wasser. Für Baustellentablets sind hauptsächlich die genannten IP-Schutzarten wichtig.
- IP65: Schutz gegen Staub und Strahlwasser.
- IP67: Staubdicht und Schutz gegen kurzzeitiges Untertauchen.
- IP68: Staubdicht und Schutz gegen andauerndes Untertauchen.
- IP69K: Schutz gegen Hochdruck-/Dampfstrahlreinigung, geeignet für extremste Bedingungen.
Rugged vs. Semi-Rugged Tablets
- Rugged Tablets sind speziell für den Einsatz unter extremen Bedingungen konzipiert. Zusätzlich zu einer oft höheren IP-Schutzklasse sind sie stoßfest, wasser- und staubdicht.
- Semi-Rugged Tablets bieten einen mittleren Schutzgrad. Sie sind widerstandsfähig gegen Stöße und Spritzwasser, haben jedoch eine niedrigere IP-Schutzklasse als vollständig robuste Tablets.
Die MIL-STD Zertifizierung
MIL-STD steht für Military Standard. MIL-STD-Zertifizierungen sind ein Gütesiegel für die Robustheit von Baustellen-Tablets. Diese Zertifizierungen, insbesondere MIL-STD-810H, zeigen, dass ein Gerät extremen Umweltbedingungen wie hohen Temperaturen (bis zu 43 °C unter realen Bedingungen und 63 °C unter Laborbedingungen), Stößen und Staub standhalten kann. Für Handwerker, die auf der Baustelle auch unter rauen Bedingungen arbeiten müssen, sind Tablets mit dieser Zertifizierung gut geeignet.
Die fünf besten Baustellen-Tablets 2026 im Vergleich
Samsung Galaxy Tab Active 5 Pro
Das Samsung Galaxy Tab Active5 Pro ist der aktuelle Nachfolger in Samsungs robuster Active-Serie und speziell für den professionellen Außeneinsatz entwickelt. Mit IP68-Zertifizierung und MIL-STD-810H-Standard hält es Staub, Wasser und Stürzen stand. Der Snapdragon 7s Gen 3 Prozessor ermöglicht auch KI-Funktionen direkt auf dem Gerät – etwa Echtzeit-Übersetzung und Transkription, ohne Internetverbindung. Samsung garantiert Sicherheitsupdates bis Mai 2033, was das Gerät auch als langfristige Investition attraktiv macht.
Im Überblick:
- IP68 und MIL-STD-810H zertifiziert
- Android 15 mit KI-Funktionen on-device
- Austauschbarer Akku, S Pen inklusive
- Sicherheitsupdates bis 2033
- Android
- Preis: ab ca. 800 Euro
OUKITEL RT3
Das OUKITEL RT3 ist der aktuelle Vertreter der robusten RT-Serie und löst das nicht mehr erhältliche RT1 ab. Es kombiniert IP68/IP69K-Schutz mit MIL-STD-810H-Zertifizierung und einem großen Akku für lange Arbeitstage. Wer ein robustes Tablet mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, findet hier eine solide Option für den Baustellen-Alltag ohne Extrembedingungen.
Im Überblick:
- IP68/IP69K und MIL-STD-810H zertifiziert
- Großer Akku für lange Laufzeiten
- Erweiterbarer Speicher via microSD
- Android
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: ca. 250–300 Euro
Crosscall Core T5
Das Crosscall Core T5 ist der Nachfolger des Core T4 und bringt einen deutlich moderneren Snapdragon 665 Prozessor sowie Android 11 mit. Crosscall stattet das T5 mit zwei programmierbaren Tasten aus, die auch mit Handschuhen bedienbar sind – praktisch auf der Baustelle. Ein 100-dB-Lautsprecher sorgt dafür, dass Anrufe auch in lauter Umgebung zu verstehen sind. Die 5-Jahres-Herstellergarantie macht es zu einer langfristig sicheren Wahl.
Im Überblick:
- IP68 und MIL-STD-810G zertifiziert
- 5 Jahre Herstellergarantie
- Programmierbare Tasten, mit Handschuhen bedienbar
- 100-dB-Lautsprecher für laute Umgebungen
- Android 11
- Preis: ca. 350–400 Euro
Apple iPad mini
Das iPad mini der 7. Generation mit A17 Pro Chip ist kein klassisches Rugged-Tablet, aber für Baustellen ohne extreme Bedingungen nach wie vor eine Option – besonders wenn das Team bereits im Apple-Ökosystem arbeitet. Mit 128 GB Einstiegsspeicher, USB-C, Wi-Fi 6E und Unterstützung für Apple Intelligence bietet es deutlich mehr als sein Vorgänger. Mit einer robusten Schutzhülle ist es alltagstauglich.
Im Überblick:
- 8,3″ Liquid Retina Display, A17 Pro Chip
- Apple Intelligence-fähig
- Für Baustellen ohne Extrembedingungen geeignet
- iOS / iPadOS
- Preis: ab ca. 599 Euro
Durios F100A
Das Durios F100A ist ein Industrie-Tablet mit 10,1 Zoll WUXGA-Display für exzellente Lesbarkeit auch bei Tageslicht. IP67-Zertifizierung schützt vor Staub und Wasser, die Sturzfestigkeit liegt bei 1,2 Metern. Mit Betriebstemperaturen von −20 °C bis +60 °C und optionaler 2D-Barcode-Lesung richtet es sich an Betriebe mit hohen technischen Anforderungen.
Im Überblick:
- Im Sonnenlicht verwendbar
- Extrem robust
- Viele verschiedene Konfigurationsoptionen
- Android
- Preis: ca. 1000 Euro
Effizienz steigern dank Tablet: Damit mehr vom Feierabend übrig bleibt
Der Einsatz von Tablets auf der Baustelle hat mehrere Vorteile. Diese reichen von der Verbesserung der Kommunikationswege zwischen den Teammitgliedern bis hin zur effizienten Verwaltung und dem Zugriff auf Projektunterlagen. Tablets machen es möglich, digitale Baupläne zu nutzen, schnellen Zugriff auf technische Datenblätter zu haben und die Dokumentation des Baufortschritts in Echtzeit zu aktualisieren. Die Möglichkeit, auf wichtige Informationen zuzugreifen, ohne lästige Zettel mit sich herumtragen zu müssen, reduziert Fehler und spart wertvolle Zeit – Zeit, die man am Ende des Tages für sich selbst hat.
Fazit
Die Auswahl des richtigen Tablets für die Baustelle hängt von den spezifischen Anforderungen des Handwerksbetriebs ab. Robustheit, Akkulaufzeit, Bildschirmqualität und der Anwendungsbereich sind entscheidende Faktoren, die berücksichtigt werden müssen. Vor dem Kauf sollte gut überlegt werden, für welche genauen Einsatzgebiete das Tablet gebraucht wird und welchen Bedingungen es standhalten muss. Wenn dies einmal geklärt ist, haben wir für jede Anforderung passende Vorschläge.
Rechtssichere Rechnungen
Rechtssichere Rechnungen im Handwerk: Pflichtangaben, typische Fehler und die E-Rechnungspflicht 2025 – mit Checkliste zum Abhaken.



