Was ist ein Aufmaß?
Um Bauprojekte erfolgreich abzuschließen, sind exakte Messungen und genaue Leistungsermittlungen wichtig. In der Baubranche und im Handwerk ist das Aufmessen daher grundlegende Praxis. Das Aufmaß liefert Dir genaue Informationen über die vorhandenen Gegebenheiten und kann Dir bei Deiner Arbeit als Ausgangspunkt für die Projektplanung und die Erstellung von Entwürfen helfen. Zum anderen ermöglicht es Dir, den Umfang der Leistungen anhand der Messungen zu ermitteln. Damit schafft das Aufmaß eine Grundlage für Deine Abrechnung.
Warum ist ein Aufmaß wichtig und wofür wird es benötigt?
Das Aufmaß ist besonders wichtig, um einen reibungslosen Projektverlauf sicherzustellen. Bei öffentlichen Aufträgen, die beispielsweise durch den Staat oder durch die Kommunen vergeben werden, ist das Aufmaß durch die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (kurz VOB) geregelt. Dabei handelt es sich um Bestimmungen, die die Vergabe von Bauprojekten festlegen und allgemeine Vertragsbedingungen enthalten. Auch bei privaten oder gewerblichen Aufträgen können im Vertrag VOB-Richtlinien festgelegt werden. In diesem Fall wird das Aufmaß ebenfalls gemäß diesen Vorgaben durchgeführt.
Grundsätzlich unterstützt Dich das Aufmaß dabei, Bauprojekte durchzuführen und zu realisieren. Auf Basis der Abmessungen kannst Du in der Realisierungsphase gewährleisten, dass die Konstruktion mit den Planvorgaben übereinstimmt. Du kannst die Daten also mit den Umsetzungen abgleichen, Abweichungen fallen dadurch frühzeitig auf. Die Aufmaß-Daten geben Dir wichtige Anhaltspunkte, mit denen Du die notwendigen Materialien, benötigten Mitarbeiter und die voraussichtliche Arbeitszeit beurteilen kannst.
Diese Messwerte gestatten Dir eine bessere Planung und eine gezieltere Berechnung des Materialbedarfs und damit auch eine Einschätzung der entstehenden Kosten. Genauigkeit beim Ausmessen und Aufzeichnen verhindert Fehler bei der Kostenschätzung und hinsichtlich Budgetüberschreitungen.
Deine Auftraggeber erhalten durch das Aufmaß Transparenz in Bezug auf den Umfang der Leistung sowie die Größen- und Mengeneinheit. Somit dient es auch als Nachweis für die geleistete Arbeit und bildet die Grundlage der Abrechnung.
Gleichbedeutend wie das Wort Aufmaß werden auch die Begriffe Bauaufmaß und Bauaufnahme verwendet.
Wie wird ein Aufmaß erstellt?
Ein Aufmaß wird erstellt, indem die vorhandenen Gegebenheiten vor Ort genau vermessen und die Daten anschließend dokumentiert werden. Es gibt keine festen Vorgaben, wie das Aufmaß konkret aussehen muss. Die Maße müssen präzise und fehlerfrei erstellt werden. Egal, ob das Aufmaß manuell oder digital gestaltet wird. Die Informationen werden sorgfältig geprüft und übersichtlich aufbereitet. Zeichnungen, Skizzen oder Fotos helfen dabei, die Informationen zu visualisieren.
Das Erstellen vom Aufmaß erfolgt durch qualifizierte Fachleute, die dafür unterschiedliche Ansätze verfolgen. Mithilfe von bestehenden Angaben aus Bauzeichnungen und Ausführungsplänen sowie einem Leistungsverzeichnis wird das zeichnerische Aufmaß erstellt. Etwa bei Sanierungs- oder Renovierungsarbeiten oder bei Rekonstruktionen findet das örtliche Aufmaß Verwendung. Davon spricht man, wenn es direkt vor Ort erstellt wird.
Außerdem gibt es mit dem einseitigen und dem gemeinsamen Aufmaß zwei weitere Ansätze. Das einseitige Aufmaß wird nur von einer Partei, meist seitens des Auftragnehmers, angelegt. Es ist jedoch auch möglich, dass Auftragnehmer und Auftraggeber ein gemeinsames Aufmaß machen. Wenn beide Parteien das Aufmaß zusammen ausarbeiten, können Fragen direkt geklärt werden.
Analoge vs. Digitale Vorgehensweise
Nutzt ein Betrieb eine Vorlage, in der die Aufmaß-Daten noch mit Papier und Stift notiert werden, dann werden die wichtigsten Daten in den darin vorgegebenen Zeilen und Spalten dokumentiert. In vielen Betrieben sind manuelle Aufzeichnungen noch immer üblich, jedoch sind sie anfällig für Fehler.
Oft ist es schwierig, die handschriftlichen Notizen zu entziffern. Neben der oft unleserlichen Handschrift besteht das Risiko für Zahlendreher. Auf dem Papier lassen sich Änderungen und Anpassungen nicht so einfach durchführen. Und auch die Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung der analogen Daten sind begrenzt.
Apps für Handwerker helfen Dir, vom Aufmaß in digitaler Form zu profitieren. Ein Beispiel ist die Handwerker-App Craftnote. Hier findest Du auch ein vorgefertigtes PDF, das sich als digitale Aufmaßliste gleich in der App nutzen lässt. Damit kannst Du alle wichtigen Informationen zur Kundschaft, zum Raum und zu den ermittelten Daten eintragen. Für eine bessere Übersicht weist Du die Vorlage in der App einfach dem jeweiligen Projekt zu. Insgesamt lässt sich das Aufmaß digital effizienter gestalten und eine höhere Genauigkeit erzielen. Obendrein optimierst Du den Arbeitsablauf für Dich und Deine Mitarbeiter. Denn:
Die digitalen Aufmaß-Daten werden direkt von der Baustelle übermittelt. Dadurch ist es nicht mehr notwendig, die Zettel erst ins Büro zu bringen und dort von den Mitarbeitern entschlüsseln und abtippen zu lassen. Stattdessen stehen die gespeicherten Daten in Echtzeit zur Verfügung und können jederzeit von allen Beteiligten abgerufen werden.
Zusätzlich kannst Du in Craftnote Ordner für die jeweiligen Baustellenprojekte erstellen, in denen Mitarbeiter Fotos, Skizzen, Notizen oder auch Sprachnachrichten hinzufügen können. Das macht den Informationsaustausch und damit die Zusammenarbeit einfacher. Rückfragen sind schnell gestellt und beantwortet. Weil eine digitale Lösung weniger fehleranfällig ist und Übertragungs- und Lesefehler minimiert werden, reduzieren sich Zeit und Aufwand erheblich.
Fazit
Das Aufmaß ist für die Planung, Projektdurchführung und -überwachung sowie zur Ermittlung und Abrechnung der tatsächlich erbrachten Leistungen entscheidend. Die genaue Erfassung des Aufmaßes schafft Transparenz.
Mit digitalen Lösungen wie Craftnote erleichterst Du die Arbeitsprozesse für Deine Mitarbeiter. Gleichzeitig lassen sich durch die direkte Übermittlung der Daten und die Möglichkeit zum Austausch auch die gemeinsame Kommunikation und die Zusammenarbeit effizienter gestalten.
Baudokumentation: Immer auf der sicheren Seite
Die Baudokumentation spielt eine zentrale Rolle in der Baubranche. Sie dient nicht nur der Kontrolle des Projektfortschritts, sondern ist auch wichtig für die umfassende Nachverfolgung von Bauprojekten. Angesichts der heutigen digitalen Möglichkeiten eröffnen sich jedoch neue, effiziente Wege, die Baudokumentation zu führen und zu nutzen. Deshalb wird es zunehmend wichtiger, sich auch mit digitalen Optionen auseinanderzusetzen.
Inhalt:
Was ist eine Baudokumentation?
Bei Bauprojekten jeglicher Größe und Art ist eine sorgfältige Baudokumentation unerlässlich. Aber was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff und warum ist er so wichtig?
Die Baudokumentation ist im Wesentlichen ein umfassendes Archiv von Informationen und Aufzeichnungen eines Bauprojektes. Dies reicht von den Bauplänen bis zur Fertigstellung und im Falle einer Wartung und Instandhaltung auch darüber hinaus. Dabei kann die Dokumentation sowohl auf Papier als auch in digitaler Form beispielsweise mithilfe einer Software erfolgen.
Wichtig ist die Baudokumentation für verschiedene Aspekte. Am bedeutendsten ist sie wohl für Streitigkeiten und Mängelrügen. Kommt es nämlich zu einer Auseinandersetzung bei einem Bauprojekt, kann die Dokumentation von entscheidender Bedeutung bei der Haftungsfrage sein. Ein weiterer Aspekt ist die Projektüberwachung. Eine umfassende Baudokumentation ermöglicht eine stetige und zuverlässige Überwachung von Projektfortschritten. Sie hilft dabei, Verzögerungen zu erkennen, Ressourcen zu planen und Kosten im Griff zu behalten.
Ist die Baudokumentation Pflicht?
Häufig wird die Frage gestellt, ob die Baudokumentation verpflichtend ist. Die Antwort ist: nein, eine generelle Pflicht gibt es nicht. Gesetzlich ist keine Baudokumentation vorgesehen. Es kann jedoch trotzdem vorkommen, dass die Baudokumentation zur Pflicht wird. Etwa, wenn sie vertraglich vereinbart wurde. Ebenfalls verpflichtend ist eine Baudokumentation in Form eines Bautagebuchs für Bauleiter, Architekten und Bauingenieure, die der HOAI unterliegen. Die HOAI ist die Honorarbestimmung für Architekten und Ingenieure. Ob die Dokumentation digital oder in Papierform erfolgt, ist dabei beliebig.
Auch wenn es keine Pflicht gibt, ist es ratsam, ein Bauprojekt ausführlich und schriftlich zu dokumentieren. Falls Unstimmigkeiten oder Streitigkeiten mit dem Kunden während oder nach dem Projekt auftreten, dient die Baudokumentation als ein mächtiges Werkzeug.
Warum ist eine Baudokumentation sinnvoll?
Die Baudokumentation ist aus verschiedenen Gründen äußerst sinnvoll. Zum einen fördert sie die Transparenz im gesamten Bauprojekt und zum anderen ist sie ein hilfreiches Mittel, dass das Projekt seinen zeitlichen und finanziellen Rahmen einhält. Eine effiziente Dokumentation ermöglicht es zudem, den Projektfortschritt zu überwachen und Ressourcen effizient zu verwalten.
Von Bedeutung ist sie ebenfalls für das Mängelmanagement. Durch die Dokumentation können mögliche Probleme frühzeitig identifiziert, die Fehlerquelle gefunden und eine Lösung angegangen werden. Bauschadenskosten werden so vermieden oder reduziert.
Eines der wichtigsten Argumente für die Baudokumentation fehlt jedoch noch: Mit ihr können Handwerker unberechtigte Mängelrügen abwehren. Noch Jahre später lassen sich mit der Baudokumentation Abläufe eines Projektes nachvollziehen. Zeigt ein Kunde im Nachhinein einen Baumangel an und möchte diesen ausgebessert haben, können Fehler, die nicht selbstverschuldet sind, mithilfe der Baustellendokumentation schnell von der Hand gewiesen werden. Haftungsansprüche entfallen damit. Eine vollständige Baudokumentation ist bei Streitigkeiten also ein großer Vorteil und kann als Beweismittel herangezogen werden.
Welche Vorteile bieten digitale Lösungen für die Baudokumentation?
Die Digitalisierung hat längst Einzug in die Baubranche gehalten und damit auch die Art und Weise verändert, wie Handwerksbetriebe die Baudokumentation gestalten. Traditionell wurden Berge von Papierdokumenten, Bauplänen und Notizen gesammelt. Das beanspruchte nicht nur Platz, sondern war und ist auch zeitaufwändig und fehleranfällig. Mit dem Aufkommen digitaler Lösungen wie Craftnote hat sich dies grundlegend geändert.
Doch welche Vorteile bieten diese digitalen Lösungen für die Baudokumentation genau? Hier sind die wichtigsten Aspekte.
1. Effiziente Datenerfassung: Die digitale Baudokumentation ermöglicht eine schnelle und präzise Erfassung von Informationen. Mit einer App wie Craftnote haben Bauprofis die Möglichkeit Fotos, digitale Formulare, Notizen und Sprachnachrichten direkt auf der Baustelle zu erfassen und zu speichern. Dadurch sparen sie wertvolle Zeit und sind bei einer unberechtigten Mängelrüge auf der sicheren Seite.
2. Überall Zugriff auf Informationen: Dank der Ergänzung von Softwares um mobile Apps können alle wichtigen Informationen immer und von überall aus für alle verfügbar gemacht werden, sei es auf der Baustelle oder im Büro. Dies beschleunigt die Kommunikation und vereinfacht die Zusammenarbeit.
3. Schnellere Suche und Organisation: Apps und Softwarelösungen für die Baudokumentation ermöglichen ein gezieltes und effizientes Suchen nach bestimmten Informationen. Mit Suchfunktionen und Ordnerstrukturen werden Daten schnell gefunden, ohne mühsames Durchsuchen von Papierbergen.
4. Aktualisierung in Echtzeit: Ein weiterer großer Vorteil ist die Möglichkeit, Infos in Echtzeit zu aktualisieren. Änderungen und Ergänzungen können unmittelbar vorgenommen werden, was eine aktuelle und genaue Baudokumentation sicherstellt.
5. Fehlervermeidung: Fehler werden mit digitalen Lösungen minimiert. Handschriftliche Notizen, die keiner lesen kann, gehören der Vergangenheit an. Dadurch erhöht sich die Genauigkeit der Dokumentation.
6. Nachhaltigkeit: Die digitale Baudokumentation spart nicht nur Zeit und Geld, sondern auch Umweltressourcen in Form von Paper.
Fazit
Die Vorteile der digitalen Baudokumentation sind vielfältig und weitreichend. Mit Software- und App-Lösungen wie Craftnote steht Bauprofis ein modernes Werkzeug zur Verfügung, das nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch vor unberechtigten Mängelrügen und Nacharbeit schützt. Die Umstellung auf die digitale Baudokumentation ist nicht nur ökonomisch sinnvoll, sondern auch umweltfreundlich, da sie den Papierverbrauch reduziert. Mit der Digitalisierung eröffnen sich für die Baubranche neue Chancen, die Baudokumentation zu optimieren und den Erfolg von Projekten zu steigern.
Trend Engagement (Teil 2): CSR und Diversity Management in Handwerksunternehmen
In diesem Artikel:
- Power of Diversity – Vielfalt als soziale Kompetenz und Wettbewerbsfaktor
- Workplace-Wellbeing – Zufriedene und geförderte Mitarbeiter:innen als wichtige Faktoren für den Unternehmenserfolg
- Anti-Rassismus – Gelebte Verantwortung gegen Intoleranz und Diskriminierung
- Digital Ethics – Ein wichtiger Aspekt des Digitalisierungstrends
- Thema Umwelt als Teil der Trendmap Handwerk 2025
- Fazit
Laut Statistischem Bundesamt waren im Jahr 2018 in Deutschland rund 557.000 Handwerksunternehmen ansässig, die insgesamt mehr als 5,3 Millionen Personen beschäftigten und einen Umsatz von ca. 607 Milliarden Euro erwirtschafteten. Doch schon die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten pro Handwerksbetrieb von weniger als 10 zeigt: Das Handwerk ist in hohem Maße in den lokalen und regionalen Gesellschaftsstrukturen verwurzelt. Aus dieser Nähe zur örtlichen Gemeinschaft basiert im Handwerk oftmals eine historisch gewachsene Tradition der bürgerschaftlichen Initiative.
Dieses muss von modernen Handwerksbetrieben nun weitergedacht werden, damit sie auch in Zukunft dem auch unternehmerisch wichtigen Aspekt der Corporate Social Responsibility gerecht werden. Die Gründe, warum Engagement eines der vier Cluster der Trendmap Handwerk 2025 ist, erfährst Du in diesem Artikel:
Wie Diversität zum Wettbewerbsvorteil wird
Warum zufriedene Mitarbeiter:innen entscheidend für den Unternehmenserfolg sind
Weshalb Anti-Rassismus auch für Handwerksbetriebe stetig an Bedeutung gewinnt
Wie Digitalisierung auch soziale Verantwortung mit sich bringt
Inwiefern Engagement auch das Thema Umwelt beinhaltet

Power of Diversity – Vielfalt als soziale Kompetenz und Wettbewerbsfaktor
Diversität ist einer der am meisten unterschätzten Faktoren, die für Unternehmen zu Wettbewerbsvorteilen werden können. Ob Altersstruktur und Geschlecht, Kulturen oder Religionen, Handicaps und Behinderungen oder sexuelle Ausrichtungen: Unterschiede und Vielfalt, das belegen zahlreiche Studien, wirken sich in der Regel positiv auf die Innovations- und Wirtschaftskraft eines Unternehmens aus. Das gilt nicht nur für die Zusammensetzung der Mitarbeiter:innen, sondern bezieht auch Kunden:innen, Lieferanten:innen und Investoren:innen mit ein. Die Organisation der Vielfältigkeit, die in der BWL gemeinhin als Diversity Management bezeichnet wird, zählt zu den wichtigsten Kernkompetenzen für die Handwerksunternehmen der Zukunft. Denn Power of Diversity wirkt multidimensional:
Der Fokus auf Vielfalt hilft Dir als Führungskraft, Dich mit Deinem Unternehmen am Arbeitsmarkt zu etablieren und dem Fachkräftemangel aktiv entgegenzustellen. Denn Offenheit und Vielfalt sind oftmals ein attraktiver Pluspunkt bei Fachkräften und Talenten, die auf der Suche nach einem attraktiven Arbeitgeber sind.
Mit einer auf Diversität ausgerichteten Unternehmenskultur und einer vielfältigen Belegschaft gelingt die Erschließung neuer Märkte und Zielgruppen in vielen Fällen leichter.
Zahlreiche Studien legen nahe, dass gelebtes Diversity Management die Produktivität erhöht und bessere Ergebnisse im Hinblick auf Problem- und Konfliktlösung sowie Forschung und Entwicklung erzielt werden.
Somit ist für Dich als Handwerksunternehmer:in nicht nur, wie bislang, die Schaffung von Akzeptanz in dieser Hinsicht gemeint, sondern Diversität bewusst anzustreben und zu fördern.
Workplace-Wellbeing – Zufriedene und geförderte Mitarbeiter:innen als wichtige Faktoren für den Unternehmenserfolg
Die Mitarbeiter:innen sind das wichtigste Kapital eines Unternehmens. In Handwerksbetrieben spielte in der Vergangenheit vor allem der Schutz vor physischen Arbeitsunfällen sowie vor Gesundheitsgefährdungen eine gewichtige Rolle. In Zukunft werden darüber hinaus jedoch sozial relevante Aspekte wie gute Arbeitsbedingungen, Work-Life-Balance und Personalzufriedenheit an Bedeutung gewinnen – auch für Handwerksunternehmen.
In entsprechenden Umfragen gaben für das Jahr 2020 mehr als ein Drittel der Befragten an, dass sie sich in jüngerer Vergangenheit aufgrund von Arbeitsstress ausgebrannt fühlten. Rund zwei Drittel fühlten sich nur wenig an ihr Unternehmen gebunden und verrichteten lediglich „Dienst nach Vorschrift“. Wechselwillig in Bezug auf ihren Arbeitgeber waren rund 35 Prozent der befragten Beschäftigten. Schon diese drei Fakten zeigen, wie wichtig der Aspekt „Workplace-Wellbeing“ für Arbeitgeber:innen bereits heute ist und angesichts des Fachkräftemangels, zukünftig für handwerklich tätige Betriebe sein wird.
Ein gutes Betriebsklima ist die Basis für das Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen, führt zu weniger krankheitsbedingten Fehltagen, gesteigerter Motivation und somit letztlich zu einer erhöhten Produktivität und Innovationskraft Deines Handwerksunternehmens. Eine familienfreundliche Unternehmenskultur mit flexiblen Arbeitszeitmodellen resultiert in einer besseren Balance zwischen beruflichen und privaten Interessen, was sich auf beide Elemente in der Regel positiv auswirkt. Und auch Du als Führungskraft musst Dich von einem „Leistungskontrolleur“ zu einem Coach für Deine Mitarbeiter:innen weiterentwickeln und ein gesundes Gleichgewicht etablieren, das neben Autorität auch Hilfestellung, Autonomie und Feedback beinhaltet.
Anti-Rassismus – Gelebte Verantwortung gegen Intoleranz und Diskriminierung
Rassismus ist oftmals ein sehr abstrakt gehandhabtes Thema. Hierbei geht es jedoch nicht nur um Ressentiments und Gewalt, sondern darum, Menschen im alltäglichen Leben zu entwürdigen und ihnen Möglichkeiten oder Privilegien zu nehmen oder vorzuenthalten. Anti-Rassismus steht somit für mehr Respekt und Solidarität und ist für Dich als Handwerksunternehmer:in von mehrfacher Bedeutung:
In Bezug auf Deine Mitarbeiter:innen ist das Thema für Dich arbeitsrechtlich relevant. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz erlegt Dir als Arbeitgeber sowohl präventive als auch reaktionäre Unterlassungs- und Handlungspflichten auf.
Auch das Verhalten von Kund:innen und Geschäftspartner:innen gegenüber Deiner Belegschaft ist im Hinblick auf Anti-Rassismus relevant. Der Umgang mit Vorfällen in diesem Zusammenhang ist für Deine Integrität als Arbeitgeber:in gegenüber Deinen Angestellten relevant, hat jedoch auch eine nicht zu unterschätzende Wirkung auf außenstehende Dritte.
Ist das Handwerksunternehmen digital präsent und beispielsweise in den Sozialen Medien aktiv, so muss das Unternehmen auch hier für Inhalte und Postings zum Thema Rassismus Verantwortung über- und eine klare Haltung einnehmen.
Anti-Rassismus ist ein stetiger Prozess, der gelernt, geübt und gelebt werden muss, um sich nachhaltig in der Unternehmenskultur zu etablieren.
Digital Ethics – Ein wichtiger Aspekt des Digitalisierungstrends
Digitalisierung ist auch für das Handwerk ein elementar wichtiger Zukunftstrend. Ob Building Information Modeling (BIM), funktionale Handwerkerapps, Video-Chats, Drohnen oder Werkstücke aus dem 3D-Drucker: Bei Arbeitsformen und -gestaltung wirst Du als Handwerksunternehmer:in zukünftig nur schwer an den Themen Digitalisierung und Vernetzung vorbeikommen, wenn Du Deinen Betrieb wettbewerbsfähig erhalten willst. Das gilt ebenfalls für die Präsenz Deines Handwerksunternehmens in der digitalen Welt. Sowohl für die Kundenakquise und -Bindung als auch für berufliche Partnerschaften und Vernetzung ist eine Online-Präsenz mittlerweile auch für Handwerksunternehmen im Grunde unabdingbar.
Auch in der digitalen Welt gehören Vertrauen und Akzeptanz zu den zentralen Erfolgsfaktoren für Unternehmen. In diesem Zusammenhang spielen Privatsphäre und Datensicherheit eine elementare Rolle und sind in Europa in einen eigenen gesetzlichen Rahmen gegossen. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) regelt, wie personenbezogene Daten digital verarbeitet und geschützt werden sollen. Entsprechend wichtig wird es für Handwerksunternehmen, nicht nur digital am Markt präsent zu sein, sondern auch sorgfältig und verantwortungsvoll mit den daraus erwachsenden Herausforderungen umzugehen, um sowohl von Mitarbeitern und Geschäftspartnern als auch von den Kunden als vertrauenswürdig und integer wahrgenommen zu werden.
Thema Umwelt als Teil der Trendmap Handwerk 2025
Neben den bereits vorgestellten sozialen Aspekten umfasst das in der Trendmap 2025 aufgeführte Cluster Engagement auch das Thema Umwelt. Unter dem Begriff „Climate-Action“ wird die Relevanz von klimaschonenden und energiesparenden Arbeitsmethoden zusammengefasst – insbesondere für Bau- und Handwerksunternehmen. Daneben gilt auch der Trend der Nachhaltigkeit als zukünftiger Wettbewerbsfaktor für Unternehmen.
Beide Aspekte werden in der Zukunft für die ökonomische Gesundheit eines Unternehmens von erhöhter Relevanz sein. Aufgrund stetig steigender Rohstoff- und Energiekosten wird deren effiziente Nutzung ein wesentlicher Kostenfaktor für Handwerksbetriebe. Darüber hinaus wenden sich immer mehr Kunden und Verbraucher solchen Unternehmen zu, die sich aktiv mit den Themen Umwelt- und Klimaschutz sowie Nachhaltigkeit auseinandersetzen.
Fazit
Engagement als multidimensionaler Trend mit zunehmender Relevanz auch für Handwerksunternehmen
Handwerkliche Betriebe sind traditionell stark mit örtlichen Gesellschaftsstrukturen verwoben. Soziale Anteilnahme wird daher als Corporate Social Responsibility in Zukunft ein noch wichtigerer Faktor für nachhaltigen Unternehmenserfolg sein. Diversität innerhalb der Belegschaft, zufriedene Mitarbeiter:innen, eine klare Haltung gegen Rassismus sowie digitale Verantwortung sind in diesem Zusammenhang einige der wichtigsten Herausforderungen für Dich als Handwerksunternehmer:in und nehmen gemeinsam mit umweltorientierten Faktoren wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit wichtige Positionen im Hinblick auf das Handwerksunternehmen von morgen ein.
Nur wer sich ernsthaft mit den Trends der Zukunft auseinandersetzt, und dazu zählt laut Trendmap 2025 das Thema Engagement allemal, kann sein Handwerksunternehmen auch zukünftig nachhaltig wettbewerbsfähig halten und sich gegen die Konkurrenz behaupten.








