Trend Automation (Teil 2): Was bedeutet die Digitalisierung für zukünftige Unternehmen im Handwerk?
Eine kurze Übersicht was Du im Artikel erfahren wirst:
Die Trendmap 2025 wirft ein Licht auf alle Trendthemen der Branche und ermöglicht einen kleinen Blick in die Zukunft. Dabei umfasst sie vier große Cluster: Automation, Engagement, Marketing und Networking. Dieser Blogartikel befasst sich mit dem Cluster Automation. Doch vorher möchten wir herausfinden, wie Digitalisierung bei den Unternehmen eigentlich ankommt.
Wie kommt die Digitalisierung bei den Unternehmen an?
Laut Umfragen sehen rund 90 Prozent der Firmen die Digitalisierung als etwas Positives an. Die meisten Unternehmen sehen in der modernen Technik neue Möglichkeiten und Chancen. Digitalisierung wird dabei sowohl für Bau- als auch für Handwerksunternehmen eine große Rolle in der Zukunft spielen. Die Befragung vieler Unternehmen zeigt, dass der zentrale Digitalisierungsschritt vor allem unter „Building Information Modeling“, kurz BIM, bekannt ist. Unter BIM versteht man normalerweise eine Software-Methode, welche für die Vernetzung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauwerken zuständig ist.
Für Handwerksunternehmer:innen bedeutet das klarer ausgedrückt, dass alle wichtigen Bauwerksdaten erfasst, kombiniert und visualisiert werden. Eine weitere wichtige Frage, die immer wieder aufkommt, ist, ob die Digitalisierung für Unternehmen mehr Druck oder Motivation darstellt. Laut Umfragen überschattet die Motivation zur Digitalisierung den Wettbewerbsdruck am Markt – allerdings lässt sich immer mehr ein deutlicher Trend zum sogenannten Änderungsdruck feststellen.
Viele, vor allem kleinere Unternehmen sehen in der Digitalisierung immer mehr eine Herausforderung. In erster Linie befürchten diese, dass sie von den großen Firmen abgehängt werden und im Zeitalter der Digitalisierung nicht im Stande sein werden, mit diesen zu konkurrieren.
Digitalisierung im Handwerk
Besonders wenn es sich um kleine und mittlere Handwerksunternehmen handelt, dann lohnt es sich alle Arbeitsabläufe im Betrieb zu digitalisieren. Das Erstaunliche ist: Für alle Handwerksunternehmen gibt es spezielle Apps und Software, die die Arbeitsabläufe im Berufsalltag erleichtern. Eine kostengünstige Software wie Craftnote eignet sich perfekt für Handwerker:innen und alle anderen Interessenten. Mithilfe dieser App kannst Du zum Beispiel die gesamte Dokumentation und Kommunikation eines Bauprojekts über einen einzigen Kanal regeln. Auf diese Weise sind alle Angestellten miteinander vernetzt und wissen zu jederzeit genau, was sie zu tun haben.
Der andere positive Aspekt ist, dass sich der gesamte Fortschritt dank Craftnote leicht im Auge behalten lässt. Mit der Software lassen sich auch kostengünstige Internetauftritte eines Unternehmens problemlos realisieren. Dadurch schaffen sich die Handwerksunternehmen eine echte Präsenz im World Wide Web und können deutlich mehr Kunden erreichen. Tägliche Videochats mit Programmen wie „Zoom“ sind dabei besonders in Zeiten von Corona für jedes moderne Unternehmen Pflicht, da sie dadurch mit allen ihren Kunden in Kontakt bleiben können. Gezielte Internetauftritte eines Betriebs sind heutzutage nicht nur kostengünstig, sondern auch extrem wichtig, wenn es darum geht, seinen Kundenkreis zu erweitern. Kommen wir nun aber zum eigentlichen Thema des Artikels – der Trendmap 2025.
Trendmap: Automation
Hier teilt sich die Trendmap in mehrere Themeclluster auf: Cobots, Roboter, Internet der Dinge, 3D-Druck, Smart Speaker und Touchless Technology.
Cobots
Cobots ist ein Handwerks-Trend, welches für Roboter steht, die auf die Zusammenarbeit mit Menschen programmiert sind. Der Unterschied zu den Industrierobotern ist, dass die Cobots nicht in abgetrennten Bereichen ihre Arbeit verrichten, sondern Deinem Team direkt als Assistenten dienen.
Roboter
Unter Hardware-Automation findet man auch den Themenbereich “Roboter”. Unter Robotern versteht jeder von uns Maschinen, die den Menschen ihre Arbeit abnehmen. Die meisten dieser Maschinen zeichnen sich durch eine hohe KI (künstliche Intelligenz) aus. Früher waren praktisch nur die Industrieroboter in den Fabrikhallen bekannt, die nur routinierte Arbeiten übernehmen konnten. Heute haben diese die Fabriken verlassen und sind seit Kurzem sogar im Alltag zu finden. Die modernen Roboter werden immer kleiner, flexibler, günstiger und mobiler.
Internet of Things – Das Internet der Dinge
Das “Internet der Dinge” ist ein moderner Sammelbegriff, der die Technologien einer globalen Infrastruktur einer Informationsgesellschaft zusammenfasst. Das Internet der Dinge vernetzt physische Objekte mit der digitalen Welt und lässt diese mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechniken zusammenarbeiten. Über spezielle Sensoren erfasst das Internet der Dinge alle Informationen aus der realen Welt. Anschließend stellt es diese Informationen allen Nutzern im digitalen Netzwerk zur Verfügung.
3D-Druck
“3D-Druck” ist ein weiterer beliebter Trend – auch im Handwerk. Unter 3D-Druck versteht man ein computergesteuertes Fertigungsverfahren für dreidimensionale Objekte. Bei diesem Verfahren wird das Material einfach Schicht für Schicht aufgetragen. Aktuell eignet sich der 3D-Druck vor allem für Prototypen sowie kleinere Serienfertigungen.
Smart Speaker
Die Aufgabe der “Smart Speaker” ist es, den Kundendialog zu verändern. Smart Speaker sind im Grunde genommen nichts anderes als intelligente Dialogsysteme mit eingebauten Mikros und Lautsprechern. Das Besondere an Smart Speakern ist der persönliche Assistent, der den Nutzern per Spracherkennung zur Verfügung steht.
Touchless Technology
Was ist eigentlich “Touchless Technology”? Touchless Technology oder übersetzt: „Berührungslose Technologie“ zeichnet sich in erster Linie durch Benutzerfreundlichkeit, Robustheit und Hygiene aus. Somit ist Touchless Technology für die Entstehung eines ganz neuen Marktes verantwortlich und revolutioniert das Handwerk in nahezu allen Bereichen wie zum Beispiel Innenausbau, Sanitär- und Elektrotechnik.
Fazit
Am Ende lässt sich sagen, dass die Digitalisierung sowohl für kleinere als auch für größere Handwerksunternehmen mehr Vorteile als Nachteile bringt. Was die Trendmap für das Jahr 2025 angeht, so lässt sich sagen, dass es jedem Handwerksunternehmer:innen sehr zu empfehlen ist, sich mit den neuen Trends auseinanderzusetzen oder sich zumindest mit Ihnen vertraut zu machen, denn die neuen Trends der Digitalisierung werden die Zukunft aller Unternehmen maßgeblich bestimmen. Nur wer sich heute mit den neuesten Trends auseinandersetzt, kann seine Firma in Zukunft für den Wettbewerb ausreichend vorbereiten.
Trend Automation (Teil 1): Die digitalen Trends der Trendmap Handwerk 2025
In diesem Artikel:
Erstmals auf der Internationalen Handwerksmesse 2019 vorgestellt, beleuchtet die Trendmap 2025 neue Trends und Wachstumsfelder der Branche. Diese zeigen Betrieben, in welche Richtung sich das Handwerk entwickelt – sowohl Herausforderungen als auch Chancen spielen dabei eine Rolle. Die Unternehmen erfahren, wie sie ihr Geschäft zukunftsfähig machen können. Neben den Clustern Engagement, Marketing und Networking umfasst die Trendmap den Bereich Automation. Im Folgenden bündeln wir die wichtigsten gegenwärtigen Entwicklungen des Themas „Software“ und zeigen, wie sie das Handwerk in den kommenden Jahren beeinflussen werden.
Remote Support
Remote Support ist angesichts der Notwendigkeit zu „Social Distancing“ ein Trend, der es ermöglicht, schnellen, flexiblen Service bereitzustellen. Per Videoanruf können Mitarbeiter mit Auftraggebern kommunizieren und sich Problemstellungen beschreiben lassen. Dabei setzt man Augmented-Reality-Elemente wie Zeichnungen und Symbole ein – wodurch die reale mit der virtuellen Realität verschmilzt. So können Kunden Handwerker:innen das betreffende Gerät live zeigen und diese übertragen ihr Fachwissen auf den Bildschirm der Kund:innen.
Bei Augmented-Reality-Anwendungen stehen Deinen Mitarbeitern:innen digitale Werkzeuge zur Verfügung. Mit diesen kann man Fotos und Videos kennzeichnen, um Handlungsanweisungen zu verdeutlichen. Für den Kunden könnte der Service nicht einfacher sein: Durch diese schrittweise Anleitung ist in vielen Fällen eine Reparatur, Wartung oder Instandhaltung gemeinsam mit dem Kund:innen möglich. Transport- und andere unnötige Kosten werden auf diese Weise vermieden, außerdem sparst Du viel Zeit.
Mixed Reality
Während Virtual Reality (VR) eine virtuelle Umgebung meint, in der Nutzer:innen interaktiv vorgehen können, bezeichnet Mixed Reality eine Technologie, die die physische und die virtuelle Wahrnehmung der Wirklichkeit miteinander verbinden. Virtual Reality wird schon heute eingesetzt, beispielsweise beim Design neuer Autos und komplexer Maschinen.
Mit Augmented-Reality-Angeboten werden im direkten Umfeld der Nutzer:innen digitale Zusatzinformationen – zum Beispiel Texte, Bilder oder Videos – nutzbar. Handwerker:innen könnten solche Zusatzinformationen bei der Bearbeitung von realen Objekten für sich nutzen, indem sie beispielsweise Erklärvideos zu einzelnen Bauteilen oder den nächsten Arbeitsschritt einblenden. Dies ist nicht nur für die Steigerung der Effektivität von Schulungen interessant, sondern hält auch einen echten Mehrwert für die Arbeit bei Kunden:innen bereit.
Blockchain
Blockchain, was ist das eigentlich? Diese Art von Software speichert Informationen transparent, unveränderlich und besonders sicher – so dass eine Vertrauensbasis und offene Kommunikation automatisch gegeben sind. Die Blockchain stellt den Beteiligten dezentral verschlüsselte Datensätze zur Verfügung. Neue Informationen werden stets in einem neuen Block gespeichert. „Smart Contracts“, die über einprogrammierte Regeln und Funktionen verfügen, machen Vermittler beziehungsweise Verwalter der Buchhaltung und Lieferkette obsolet.
Mit Smart Contracts könnte man die herkömmlichen Verträge ersetzen, die bei jedem Bauvorhaben geschlossen werden, und so Verzögerungen und Streitigkeiten vermeiden. Mit einer Blockchain können alle Projektbeteiligten ein automatisiertes Zahlungsmanagement nutzen, welches regelt, wer welche Leistung erbringen muss und wann Zahlungen fällig werden.
Mit Hilfe virtueller Baumodelle können neben Infos zu Materialien und Mengen auch die Kosten gespeichert und automatisierte Abrechnungsmodelle erstellt werden. Wenn Mitarbeiter auf der Baustelle eine Aufgabe abgeschlossen haben, können sie dies über ihr Smartphone noch vor Ort bestätigen und eine Zahlung auslösen. Diese muss dann nur noch von den anderen Teilnehmenden geprüft und bestätigt werden. Das Resultat ist ein einfacherer, transparenter Zahlungsverkehr, der Rechtsstreitigkeiten vermeidet.
Künstliche Intelligenz
Mit KI lässt sich intelligentes Verhalten automatisieren, außerdem ermöglicht sie die Kommunikation zwischen Maschinen sowie zwischen Menschen und Maschinen. Schon heute profitiert die Planung und Produktion enorm von Expertensystemen, die in der Lage sind, Prozessabläufe zu steuern und Fehler zu beseitigen. Ein erfolgreiches Beispiel ist das Computerprogramm „Watson“ des IT- und Beratungsunternehmens IBM, das für die Fehlersuche in technischen Systemen und in der Medizin Anwendung findet.
Auch die Angebotserstellung kann durch KI vereinfacht werden. Hierfür bedient sich der Bereich Predictive Analytics der Analyse großer Datenmengen und leitet daraus Vorhersagen und die Planung von Mitarbeiter:innen, Maschinen und Materialien ab. Auch Angebote werden vollautomatisch erstellt und man hat die Möglichkeit, die Profitabilität eines Auftrags genau zu berechnen. Ein weitere Einsatzmöglichkeit von KI im Handwerk ist die Fernwartung von Maschinen – nicht durch Menschen, sondern durch Maschinen.
Zero User Interface
Experten sind sich sicher, dass Systeme mit Sprachsteuerung in Zukunft bedeutsamer sein werden als Smartphone und Co. Zwar werden Texteingabe und Touchscreens nicht vollkommen verschwinden – doch Sprachschnittstellen, Gesichtserkennung und Gestensteuerung stellen den zukünftigen Zugang zur digitalen Welt dar.
Potenziale birgt der Trend vor allem für das Elektrohandwerk. Schließlich gibt es schon heute intelligente Häuser, in denen Geräte, Türen, Fenster und Jalousien automatisiert und miteinander vernetzt sind. Insbesondere die Bereiche Gebäudetechnik, Wohnkomfort, Sicherheit und Energieeffizienz bieten hier aber noch weitere Möglichkeiten. Neueste Entwicklungen sind beispielsweise die Gesichtserkennung der Video-Türklingel via Smartphone, Tablet oder Fernsehgerät. Die Daten können in der Cloud gespeichert werden – so dass das System Gesichter noch schneller erkennt und stets weiß, wer vor der Tür steht.
In der Mache sind zudem bereits Geräte, die sich dank Radarchips räumlich, also über Gesten, bedienen lassen. Fahrzeughersteller wie BMW sind dem Trend auf der Spur: So kann man in einigen Autos des Herstellers das Infotainmentsystem mit Tippen, Wischen und Kreisen bedienen.
Touchless Technology
Seit öffentlich genutzte Oberflächen wie Bildschirme, Metallgeländer und Plastiksitze eine potenzielle Gefahr für die Gesundheit darstellen, hat auch die Touchless-Technologie Fahrt aufgenommen. Touchscreens, die vor wenigen Jahren noch voll im Trend waren und ermöglichten, Geräte per Fingerdruck zu steuern, werden heutzutage häufig als unhygienisch empfunden. Die Zukunft gehört der Touchless Technology. Stattdessen geht der Trend dahin, mit der eigenen physischen Präsenz, Sprache oder Gesten mit Maschinen zu kommunizieren. So werden immer mehr Heizungen, Türen, Seifenspender oder Toilettenspülungen über Sensoren gesteuert. Sprachsteuerungen wie Alexa und Siri ermöglichen die berührungslose Steuerung intelligent vernetzter Smart-Home-Geräte.
Für den Innenausbau sowie die Elektro- und Sanitärtechnik entsteht hier ein neuer Markt. Besonders ergiebig ist auch die Möglichkeit der Touchless-Technologien, sich mit KI zu vernetzen und dadurch beispielsweise Gesichter mit Identitätsdaten abzugleichen. Die Protokollierung und Rückverfolgbarkeit, das Überprüfen von Zugangsberechtigungen und damit die Sicherheit ist mit Hilfe berührungsloser Technologien kein Problem.
Fazit
Ob multimediale Lernprogramme, mobile Endgeräte oder Videokonferenzen – die Digitalisierung ist im deutschen Handwerk angekommen. Zwar sind Zukunftsthemen wie Blockchain, Künstliche Intelligenz und Robotik für viele KMUs zurzeit noch zu teuer beziehungsweise sparen zu wenig Zeit. Als Handwerksunternehmer:in lohnt es sich aber dennoch, sich mit Hilfe der Trendmap 2025 mit den Trends auseinanderzusetzen und den eigenen Betrieb zukunftsfähig zu machen. Mit dem Ausbreiten der Automation im Handwerk ergeben sich zahlreiche Potenziale auch für kleinere Unternehmen.
Trend „Networking“ (Teil 2) in der Trendmap Handwerk 2025
In diesem Artikel:
- Die Kosten erfolgreich minimieren – das Cost-Cutting
- Vom Modell des Co-Working Spaces profitieren
- Die Optimierung von Bauprozessen – das Building Information Modeling (BIM)
- Die Unternehmenskultur als Wettbewerbsvorteil – der Ansatz agiler Teams
- Gemeinsame Werte als Erfolgsbasis nutzen – der Cultural Fit
- Das New Normal erfolgreich gestalten – der Trend der Distance Disco
Seit 2019 informiert die – von dem Trendforscher Peter Wippermann – initiierte „Trendmap Handwerk 2025“ Akteure aus der Handwerksbranche über wegweisende Entwicklungen in der Zukunft. Das Format bietet Handwerksbetrieben somit eine wichtige Orientierungshilfe, um frühzeitig neue Wachstumspotenziale identifizieren und umsetzen zu können. Neben den drei großen Themenclustern Automation, Engagement und Marketing rückt die Trendmap 2025 hierbei ebenso unterschiedliche Aspekte rund um den Trend „Networking“ in den Mittelpunkt. Dieser Trend beschäftigt sich unter anderem mit der Rolle von Netzwerken in relevanten Zusammenhängen wie dem Cost-Cutting oder dem Building Information Modeling (BIM). Anknüpfend daran stellt der folgende Beitrag einen ersten Überblick zu den zentralen Networking-Trends in der Handwerksbranche bereit.
Die Kosten erfolgreich minimieren – das Cost-Cutting
Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einschränkungen der Corona-Pandemie haben bei vielen Handwerksunternehmen zu erheblichen Umsatzrückgängen geführt. Für betroffene Betriebe ist es deshalb von entscheidender Bedeutung, die neue Finanzlage eingehend zu analysieren und die eigene Liquidität langfristig zu sichern. Nicht nur sollte hierzu der offene und direkte Dialog mit Lieferanten, Geschäftspartnern, Mitarbeitern und Kunden gesucht werden. Sondern im selben Moment lohnt es sich, entsprechende Hilfsmaßnahmen von staatlicher Seite – wie etwa die Förderung von Homeoffice-Arbeitsplätzen – zu prüfen.
Als weiterer Faktor lässt sich darüber hinaus zugleich die gezielte Neuorganisation der bestehenden Arbeitsstrukturen und -abläufe anführen. Denn gerade die fortschreitende Digitalisierung bietet vielen Handwerksunternehmen die besondere Möglichkeit, auf relativ unkomplizierte Weise die eigenen Betriebsprozesse zu optimieren sowie zusätzliche Märkte und Kundenkreise zu erschließen.
Vom Modell des Co-Working Spaces profitieren
Klassischerweise haben sich „Co-Working Spaces“ in den vergangenen Jahren vor allem als gewinnbringendes Umfeld für Jungunternehmer:innen und Freiberufler:innen etabliert, da sich in diesen die vorhandene Infrastruktur gemeinsam und somit kostensparend nutzen lässt. Doch neben diesem ökonomischen Vorteil zeichnen sich Co-Working Spaces aufgrund ihres kooperativen Charakters ebenso durch ein äußerst hohes Innovationspotenzial aus, welches regelmäßig zu neuartigen Produktlösungen führt.
Diese besonderen Eigenschaften lassen das Modell des Co-Working Spaces nicht zuletzt zu einer spannenden und zukunftsweisenden Option für Handwerksunternehmen werden. Denn Handwerker:innen und Handwerksbetriebe können nicht nur in etwaigen Co-Working Werkstätten für ihre Projekte flexibel Technologien und Maschinen nutzen, deren Anschaffungskosten ansonsten das vorhandene Budget übersteigen würden. Sondern im selben Moment besteht für Handwerksunternehmen zudem die Möglichkeit, durch das gezielte Teilen eigener Betriebsstrukturen von neuen Arbeitsansätzen zu profitieren und zusätzliche Einnahmen durch die Vermietung zu generieren.\
Die Optimierung von Bauprozessen – das Building Information Modeling (BIM)
Aufgrund seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten hat sich das „Building Information Modeling“ (BIM) in den letzten Jahren als fester Bestandteil in jeder zeitgemäßen Bauplanung etabliert. Das BIM entspricht hierbei einer kooperativen Datenbasis, die ein detailliertes dreidimensionales Modell eines bestimmten Gebäudes im digitalen Raum ermöglicht. Somit kann die Technik sowohl flexibel zur Planung von Bauwerken wie auch zur Steuerung von Bauprozessen und der Bewirtschaftung von Gebäuden genutzt werden.
Da das BIM darüber hinaus einen stets aktuellen und vernetzten Datenabgleich zwischen den Projektpartnern und etwaigen Behörden erlaubt, trägt es wesentlich zur Optimierung des Zeit- und Kostenaufwands bei. In Anbetracht dieser grundlegenden Vorteile ist es kaum verwunderlich, dass – neben zahlreichen anderen europäischen Ländern – auch Deutschland zukünftig verstärkt auf einen verbindlichen Einsatz des BIM bei Bauvorhaben setzt. Handwerksbetriebe sollten sich deshalb bereits jetzt mit den Anwendungsbereichen des BIM vertraut machen sowie entsprechende Qualifikationsmaßnahmen einplanen.
Die Unternehmenskultur als Wettbewerbsvorteil – der Ansatz agiler Teams
Der sich vollziehende Strukturwandel weg von der klassischen Industriekultur und hin zu einer Netzgesellschaft macht sich auch bei Handwerksbetrieben auf unterschiedlichsten Ebenen bemerkbar. Denn nicht nur verändert dieser in wesentlicher Weise das Verhältnis zwischen einem Unternehmen und seinen Kunden. Sondern zugleich wirkt er sich ebenso auf die interne Betriebskultur aus. So werden beispielsweise stark ausgeprägte Hierarchien und eng abgesteckte Verantwortungsbereiche von vielen Mitarbeiter:innen zunehmend als überholt wahrgenommen. Um diese übergreifende Entwicklung als positive Chance wahrnehmen zu können, empfiehlt es sich für Handwerksunternehmen deshalb, ihre Betriebskultur verstärkt an zeitgemäßen Methoden des Projektmanagements auszurichten.
Diese Methoden orientieren sich hierbei vorzugsweise am Einsatz agiler und projektbezogener Teams, die in fließenden Arbeitsprozessen und Feedbackschleifen gemeinsam an der Findung von Lösungsansätzen sowie an deren praktischer Umsetzung arbeiten. Neben dem aus der Softwareentwicklung stammenden Scrum-Verfahren zeigen sich in diesem Kontext ebenso die Methode des Design Thinkings und das Konzept der holokratischen Arbeitsorganisation als zentrale Orientierungspunkte.
Gemeinsame Werte als Erfolgsbasis nutzen – der Cultural Fit
Letztlich hängt der langfristige Erfolg eines jeden Unternehmens von der Gewinnung der richtigen Mitarbeiter:innen ab. Doch während Mitarbeiterentscheidungen traditionell vorwiegend anhand fachlicher Qualifikationen getroffen wurden, zeichnet sich zukünftig ebenso die gemeinsame Wertebasis als ein zentrales Auswahlkriterium ab. Diese gemeinsame Wertebasis kommt im Konzept des Cultural Fit zum Ausdruck, das letztlich auf eine größtmögliche Übereinstimmung zwischen Bewerber:in und Arbeitgeber:in hinsichtlich Arbeitsweise und Betriebskultur abzielt.
Gerade für die Gewinnung von hochqualifizierten Facharbeiter:innen und jungen Talenten übernimmt der Cultural Fit dabei zusehends eine wesentliche Rolle, da diese eine gemeinsame Wertebasis als grundlegendes und sinnstiftendes Kriterium bei der Auswahl des Arbeitsplatzes ansehen. Insofern empfiehlt es sich für Handwerksunternehmen, die Werte der eigenen Betriebskultur zukünftig noch deutlicher hervorzuheben und offen zu kommunizieren. Als wegweisend hierfür zeigt sich insbesondere der Einsatz digitaler Medien, durch welche potenziellen Bewerber:innen bereits vorab ein erstes Bild des eigenen Betriebs vermittelt werden kann.
Das New Normal erfolgreich gestalten – der Trend der Distance Disco
Bereits jetzt wird offensichtlich, dass viele Veränderungen, die sich aus der Corona-Pandemie ergeben haben, zu einem festen Bestandteil der zukünftigen Arbeitsrealität werden. Dies gilt vor allem für relevante Präventions- und Arbeitsschutzmaßnahmen – wie etwa die Einhaltung von Desinfektions- und Abstandsregeln -, welche für den täglichen Mitarbeiterschutz weiterhin wichtig sind. Doch im Zuge der verstärkten Automation von Arbeitsprozessen und der beschleunigten Digitalisierung von Arbeitsplätzen wirft die neue Normalität ebenso zahlreiche Fragen hinsichtlich der zukünftigen Arbeitsorganisation und Mitarbeiterführung auf.
Für Handwerksbetriebe gilt es deshalb nicht nur dauerhafte und sinnvolle Konzepte im Bereich des Gesundheitsschutzes zu entwickeln. Sondern im selben Moment sollte die zukünftige Gestaltung der Arbeitswelt frühzeitig adressiert werden, um die Betriebsabläufe auch unter den Bedingungen der neuen Normalität proaktiv und erfolgreich gestalten zu können.
Fazit
Die aufgeführten Punkte verdeutlichen, dass der zukünftige Erfolg von Handwerksunternehmen auf unterschiedlichsten Ebenen eng mit den Potenzialen des vernetzten Arbeitens verknüpft ist. Darum lohnt es sich für die Akteure der Handwerksbranche bereits heute, die besonderen Möglichkeiten dieses Trends umfassend zu erörtern und für die eigenen Ziele nutzbar zu machen. Weiterführende Informationen zu den zentralen Networking-Trends und ihren praktischen Anwendungsbereichen können hierbei unter anderem kostenlos auf der offiziellen Webseite der Trendmap 2025 eingesehen werden.

















