Trend „Networking“ (Teil 1) in der Trendmap Handwerk 2025
Networking im Handwerk trotz Corona? Ja, das geht! Erstmals auf der internationalen Handwerksmesse 2019 vorgestellt, will die Trendmap die wichtigsten Entwicklungen für das Handwerk aufzeigen.
Seit Beginn der Corona-Pandemie muss die Branche mit neuen Aufgaben und zahlreichen Herausforderungen umgehen. Daher wirft die Trendmap 2025 einen Blick auf digitale Veränderungen und die mit ihnen einhergehenden Chancen für Unternehmen. In diesem Blogartikel erfährst Du, welche Wachstumsfelder sich zurzeit in der Branche auftun und wie Du Dein Unternehmen zukunftsfähig machen kannst.
Gig Working
Aus der Musikszene stammend, steht „Gig-Working“ für bezahlte, zeitlich befristete Tätigkeiten. Gig-Worker bieten ihre Arbeit auf branchenspezifischen Online-Plattformen an, die ihnen Auftraggeber vermitteln. Dafür ist lediglich eine Beschreibung der eigenen Qualifikationen und Fähigkeiten sowie des Stundensatzes (und gegebenenfalls der Verfügbarkeit) nötig. Zum Einsatzort bringen Gig-Worker häufig ihr eigenes Werkzeug mit.
Gig-Working ist ein Trend, der in den letzten Jahren an Fahrt gewonnen hat: Gig-Working-Portale für das Handwerk sind in den letzten Jahren stark gewachsen und werden auch von Handwerksbetrieben genutzt, um mehr Aufträge zu gewinnen. Dabei birgt diese Art des Arbeitens Vor- und Nachteile für die Arbeitenden: Einerseits bildet Gig-Working einen Gegensatz zum traditionellen Arbeitsverhältnis. Gig-Worker haben die volle Kontrolle über ihre Aufgaben und können sich Arbeit und Freizeit flexibler einteilen. Andererseits geht dies mit weniger Arbeitsplatzsicherheit und einer eigenverantwortlichen, häufig schlechteren sozialen Absicherung einher.
Remote Working
Mobiles und ortsungebundenes Arbeiten ist mit der Corona-Pandemie auch im Handwerk populär geworden. Nicht nur die Projektplanung und die Verwaltung wurden ins Homeoffice verlegt, auch für die Betreuung der Kunden und das Personalmanagement musste man neue Wege finden. Um die Arbeit online oder über das Smartphone organisieren zu können, war es oftmals notwendig, cloudbasierte Kollaborationsplattformen einzurichten und den Zugriff auf das Firmennetzwerk abzusichern.
„Remote Working“ will gelernt sein, daher benötigen Mitarbeiter:innen Zeit, um sich an die Umstellung und die neue Eigenverantwortung für das Arbeiten im privaten Umfeld zu gewöhnen. Gerade die Aufgabe, selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen und Prioritäten zu setzen, fällt nicht allen Mitarbeiter:innen leicht. Vor allem ältere Mitarbeiter:innen haben häufig noch Schwierigkeiten mit der digitalen Seite des Remote Working. Deshalb ist es sinnvoll, ihnen Teamkolleg:innen zur Seite zu stellen, die Fragen zu technischen Tücken beantworten können.
Für erfolgreiches Remote Working sind das Engagement aller Beteiligten und die Haltung der Führungskräfte enorm wichtig. Letztere sollten dafür sorgen, dass die nötige digitale Infrastruktur bereitsteht und die Mitarbeiter hinreichend ausgerüstet sind. Außerdem ist es entscheidend, Kontakt zu halten, ohne zu viel Kontrolle auszuüben. Vermittelst Du Deinen Mitarbeitern, wie wertvoll sie für den Betrieb sind – auch wenn man sich gerade nicht persönlich gegenüber sitzt. Für die Firmenkommunikation sollte ein gemeinsamer Kanal ausgewählt werden, damit die Vernetzung zwischen Personen und Teams nicht auf unterschiedlichen Plattformen zerläuft.
Silver Worker
Noch ist Arbeiten jenseits der 70 die Ausnahme – langsam wird sich der Trend der „Silver Worker“ aber durchsetzen. So hat sich der Anteil der Silver Worker – also der im rentenfähigen Alter noch Berufstätigen – seit dem Jahr 2000 mehr als verdreifacht. 2016 waren es ca. 1,4 Millionen Rentner:innen, die noch arbeiteten. Als Gründe für das Weiterarbeiten werden Spaß an der Arbeit, Geldverdienen und Kontakt zu anderen Menschen angegeben.
Die Anhebung des Rentenalters auf 67 kam dem demografischen Wandel entgegen. Für das Handwerk birgt der Trend Chancen, aber auch Risiken: Zwar sind die Deutschen im Rentenalter körperlich und geistig fitter denn je, natürlich spielt aber auch die berufliche Tätigkeit eine Rolle. Straßenbauer oder Maurer sind anderen Belastungen ausgesetzt als Büromitarbeiter.
Trotzdem kann sich der Einsatz engagierter Mitarbeiter:innen als Silver Worker für Handwerksbetriebe auszahlen. Dafür muss die deutsche Politik allerdings noch einige Weichen stellen: Um Anreize zu schaffen, sollten die Betriebe die Renten- und Sozialbeiträge für Silver Worker gewinnbringend abführen können. Und auch die Arbeiter:innen sollten ihren Verdienst und die Rente nicht voll versteuern müssen.
On Demand Learning
„On Demand Learning“ basiert auf E-Learning-Angeboten und stellt eine Methode dar, sich Wissen dann anzueignen, wenn es wirklich gebraucht wird. Das deutsche Unternehmen Craftguide bietet Handwerker:innen die Möglichkeit, bedarfsorientiert Wissenslücken zu schließen. Dafür stellt die Plattform Video-Tutorials, 3-D-Modelle sowie Augmented- und Virtual-Reality-Angebote mit professionellem Handwerkswissen bereit.
Mit On Demand Learning können sich auch kleine und mittelständische Unternehmen ökonomisch an die sich schnell verändernde Arbeitswelt anpassen. Mitarbeiter:innen können gezielt das lernen, was ihr Betrieb zurzeit braucht.
Weiterbildungen gibt es aber nicht nur online: Die deutschen Handwerkskammern zählen mit mehr als 500 Bildungszentren bundesweit zu den größten Weiterbildungsanbietern des Landes.
Distance Disco
Der Trend „Distance Disco“ ist nicht nur für Deine Mitarbeiter:innen, sondern für den gesamten Betrieb relevant und kommt den Corona-Auflagen des Bundes und der Länder entgegen.
Betriebe sollten sich darauf einstellen, dass trotz der aktuellen Entspannung der politischen Maßnahmen bestimmte Arbeitsschutzmaßnahmen und Verhaltensweisen in der Zusammenarbeit von Dauer sein werden. Dazu zählen unter anderem die Arbeitsplatzgestaltung sowie Präventionsmaßnahmen in den Sanitär- und Pausenräumen. Auch wenn die Corona-Pandemie in Folge der weltweiten Impfungen an Kraft verlieren sollte, gehen Experten davon aus, dass Social Distancing bis 2022 relevant bleiben wird.
Zahlreiche Handwerksbetriebe haben beispielsweise bereits in Digitalisierung und Automation investiert, um die virtuelle Zusammenarbeit zu ermöglichen. Auch die Mitarbeitermotivation spielt eine Rolle. Für Führungskräfte bedeutet das, sich mit den Sorgen und Ängsten der Mitarbeiter:innen zu beschäftigen. Dazu zählen gesundheitliche Sorgen, aber auch Existenzängste und Angst vor Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit.
Zu den Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit gehören außerdem Pläne für das häufige Lüften der Räume sowie Möglichkeiten zum Händewaschen. Hinzu kommt, dass berührungsintensive Oberflächen wie Türgriffe, Touchscreens und Werkzeuge in kurzen Abständen desinfiziert werden müssen. Dies geht mit Kosten für Handschuhe, Masken und Desinfektionsmittel einher. Nicht zu vernachlässigen sind auch die Kosten für die Installation von Handwaschstationen und die Zeiten fürs Händewaschen und Desinfizieren. Trotzdem sollten Sie den Trend „Distance Disco“ nicht verpassen oder auf die leichte Schulter nehmen. In der Arbeitswelt nach (beziehungsweise mit) Corona nimmt die Gesundheitssicherheit eine zentrale Rolle ein – für Deine Mitarbeiter:innen wie auch für die Zukunftsfähigkeit Deines Betriebs.
Fazit
Networking macht in der Trendmap 2025 eine der wichtigsten Zukunftsentwicklungen für das Handwerk aus. Hierbei geht es nicht so sehr um ein fest umrissenes Konzept, das sich auf jedes Unternehmen anwenden ließe. Stattdessen sind Handwerksbetriebe aufgefordert, sich mit der Reorganisation der Arbeitswelt und ihren neuen Spielregeln auseinanderzusetzen. Nicht in allen Gewerken lässt sich beispielsweise die Flexibilisierung von Arbeitsorten und -zeiten gleich schnell durchsetzen. Trotzdem lohnt es sich für Betriebe, dem ein oder anderen Trend Aufmerksamkeit zu schenken – nicht nur, um für die Mitarbeiter:innen attraktiv zu bleiben, sondern auch um vorhandene und potenzielle Kund:innen zu erreichen, die längst auf die digitalen Trends umgestiegen sind.
Trend Engagement (Teil 1): Climate Action und Nachhaltigkeit im Handwerk
In diesem Artikel:
Veränderung ist Fortschritt, Stillstand ist Rückschritt, das gilt auch für das traditionelle Handwerk. Sich mit den Trends der Zukunft auseinanderzusetzen, zählt zu den wichtigsten Managementaufgaben – auch im kleinen Handwerksbetrieb. Nur wer weiß, was die Zukunft bringt, kann seinen Betrieb rechtzeitig darauf einstellen. Zu diesem Zweck wurde die Trendmap Handwerk etabliert, die seit 2019 einen steten Blick in die Zukunft wagt. Sie richtet den Fokus auf wichtige Entwicklungen und deren Konsequenzen und gibt den Handwerksbetrieben damit Instrumente an die Hand, um sie fit für die Zukunft zu machen.
Wodurch Umwelt-Engagement zum Erfolgsfaktor wird
Wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit das Handwerk zukunftsfähig machen
Warum das Handwerk jetzt schon Nachhaltigkeit vorlebt
Erfolgsfaktor Umwelt-Engagement
Die Trendmap 2025 besteht aus den Clustern Marketing, Networking, Automation und Engagement. In diesem Beitrag soll es um das Engagement gehen, insbesondere um das Engagement für die Umwelt, das längst zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für jede Unternehmung geworden ist. Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen, klimafreundliche Arbeitsweisen und das Vermeiden von Abfällen gehören zu den Standards, die der Kunde bereits heute voraussetzt. Unternehmerisches Umwelt-Engagement ist zum Qualitätsmerkmal geworden, Umweltsiegel und Zertifizierungen zu einem Auswahlkriterium, dem sich kein Betrieb mehr entziehen kann. Dieser Trend wird sich in Zukunft weiter verstärken.
Klimaschutz und Nachhaltigkeit
Climate Action, also Klimaschutz und
Nachhaltigkeit.
Climate Action: Erderwärmung verringern
Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind sich darüber einig, dass der Klimawandel Realität ist. Als Ursache für die Erderwärmung hat die Wissenschaft den Ausstoß sogenannter Treibhausgase unter anderem im Verkehrs- und Wärmesektor ausgemacht. Die Energiewende ist deshalb ohne innovative Gebäudetechnik und alternative Antriebstechnologien nicht zu machen.
Energieeffizientes Bauen und innovative Mobilitätskonzepte sollen die Energiewende voranbringen. Das Handwerk spielt in diesem Zusammenhang eine maßgebliche Rolle. Als Spezialisten im Bau-, Elektro- und Kfz-Gewerbe kann es Kompetenz und Know-how einbringen und damit zum Gelingen der Energiewende beitragen.
Neue Betätigungsfelder für das Handwerk
Die Trendmap 2025 weist in diesem Zusammenhang eine Reihe neuer Betätigungsfelder für das Handwerk aus. Nur wer diese kennt, wird auch in Zukunft erfolgreich am Markt agieren können. Ein Trend ist beispielsweise die Planung und Umsetzung von Solaranlagen. Hier hält die Zukunft ein breites Spektrum an technischen Neuerungen bereit, von kleinsten Anlagen, die einfach nur Sonnenlicht in Energie umwandeln bis hin zu komplexen Kraftwerken, die ganze Straßenzüge mit Wärme und Strom versorgen können. Die vernetzte Haustechnik gilt als Technologie der Zukunft schlechthin.
Eine Zukunft, auf die sich die Handwerksbetriebe schon heute einstellen müssen. Das setzt die Bereitschaft voraus, sich das erforderliche Wissen und Know How anzueignen und im eigenen Betrieb umzusetzen. Deshalb ist es so wichtig, die Trends frühzeitig zu kennen und in die eigene Planung mit einzubeziehen.
Nachhaltigkeit: Lebensqualität verbessern
Umwelt-Engagement ist von Nachhaltigkeit nicht zu trennen. Ein umweltfreundlicher Betrieb handelt immer auch nachhaltig. Dabei richtet sich der Blick auf ein ganzheitliches Denken, ökologische Elemente stehen gleichberechtigt neben ökonomischen und sozialen Gesichtspunkten. Ziel ist es, die Lebensqualität auch künftiger Generationen zu verbessern. Dabei ist Nachhaltigkeit längst zum Wettbewerbsfaktor auch für Handwerksbetriebe geworden.
Das stärkere Umwelt- und Verantwortungsbewusstsein der Verbraucher:innen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Kunden wollen mit gutem Gewissen einkaufen, sie legen Wert auf nachhaltiges Wirtschaften und „grüne“ Produkte und Dienstleistungen. Vor ihrer Entscheidung für einen Betrieb durchleuchten sie inzwischen nicht selten die gesamte Wertschöpfungskette von den verwendeten Rohstoffen, über die Arbeitsprozesse bis hin zur Entsorgung von Verpackungen.
Das Handwerk lebt Nachhaltigkeit
Das Handwerk nimmt beim Thema Nachhaltigkeit eine Schlüsselposition ein. Dabei sind Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg keine Gegensätze. Effiziente Verfahren und der sparsame Umgang mit Material sind mit Blick auf die Kosten auch für den Kunden ohnehin zwingende Praxis. Durch Wartung und Reparatur werden Abfälle vermieden und wertvolle Ressourcen geschont. Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter:innen trägt traditionelles und neues Wissen weiter in die nächste Generation und sichert damit zugleich die Zukunft des Betriebs.
Handwerksbetriebe sind in das regionale Umfeld integriert und sorgen mit sozialem Engagement für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Potenzial ist damit längst noch nicht ausgeschöpft und Nachhaltigkeit ein weitläufiges Feld. So können beispielsweise sämtliche Lieferketten hinterfragt und der gesamte Einkauf und die Beziehungen zu Lieferanten von der Einhaltung eigener Nachhaltigkeitskriterien abhängig gemacht werden.
Fazit
Die Corona-Pandemie hat die Welt kräftig durcheinandergewirbelt. Insbesondere die Digitalisierung hat einen erheblichen Schub erfahren, der die Zukunft schneller verändern wird als bislang erwartet. Der technologische Fortschritt hat noch einmal Fahrt aufgenommen. Das Corona-Update der Trendmap 2025 berücksichtigt die Veränderungen und listet die Trends dieser Zukunft auf. Sie zeigt 25 Entwicklungstendenzen, die vom Handwerk zum einen erhebliche Anpassungen verlangen, zum anderen aber auch neue Möglichkeiten und Chancen eröffnen.
Gerade mit Blick auf den Umweltschutz nimmt das Handwerk eine Vorreiterrolle ein. Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind zu Erfolgsfaktoren geworden, die künftig nicht zuletzt über den Fortbestand eines Betriebs entscheiden werden. Darum muss sich jeder Handwerksbetrieb schon heute mit den Szenarien von morgen auseinandersetzen. Zu wissen, wohin die Reise geht, ist deshalb wichtiger denn je.
Trend „Marketing“ in der Trendmap 2025
In diesem Artikel:
Erstmals auf der internationalen Handwerksmesse 2019 vorgestellt, soll die Trendmap Handwerk die wichtigsten Entwicklungen der Branche in den kommenden Jahren aufzeigen. Der Blick auf die acht Trends und Wachstumsfelder zeigt, dass die stetigen Veränderungen auch für kleine und mittelständische Unternehmen zahlreiche Chancen bergen. Mit Hilfe der Trendmap 2025 erfährst Du, wohin sich Deine Branche entwickelt und wie Du Dein Geschäft zukunftsfähig machen kannst. Der folgende Beitrag beleuchtet den Trend „Marketing“, die Perspektive von Mitarbeitern und Kunden sowie die Art und Weise, wie Du Dir durch gezielte Vermarktung Wettbewerbsvorteile verschaffen kannst.
Kunde: Plattform-Ökonomie
Nicht Produkte und Dienstleistungen stehen im Rahmen der „Plattform-Ökonomie“ im Mittelpunkt, sondern der Kunde. Um diese Kundenorientierung praktisch umzusetzen, bedarf es auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen umfassender Digitalisierungsmaßnahmen. Große Industrieunternehmen haben längst reagiert und sind zur Verbesserung der Kundenkommunikation auf digital vernetzte Vertriebsplattformen umgestiegen. Diese haben die Zusammenarbeit von Industrie, Handel und Handwerk bereits grundlegend verändert – und werden dies in Zukunft noch stärker tun.
Der große Vorteil der Digitalisierung: Beratung, Verkauf sowie Wartung und Reparatur stammen aus einer Hand. Für den Endkunden erleichtern Onlineshops automatisierte Angebote und individuelle Konfiguratoren die Kommunikation mit den Anbietern ungemein.
Die Plattform-Ökonomie bietet Betrieben die Chance, Fachpartner in digitalen Netzwerken zu werden. Während die Arbeitskonditionen weiterhin individuell ausgehandelt werden, wird hierdurch mit anderen Handwerkern, Herstellern und Händlern in Kontakt getreten sowie gemeinsam Regeln und Rahmenbedingungen für die Digitalisierung der Geschäftsmodelle entwickelt.
Kunde: Brand Experience
Ziel jeder Marke ist eine gute „Brand Experience“ (auf deutsch: Markenwahrnehmung) und eine Kundenerfahrung, die in Erinnerung bleibt. Dafür bedarf es nicht nur eines zufriedenstellenden Erstkontakts, sondern der emotionalen Bindung des Kunden an das Unternehmen. Statt auf kurzfristige Werbemaßnahmen setzt der Handwerkstrend Brand Experience auf den Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen durch gesteuerte Markenwahrnehmung. Auch kleine und mittelständische Handwerksbetriebe sollten daher Strategien zur Verbesserung der Kundenbeziehung entwickeln und schrittweise umsetzen.
Du bestimmst die Kontaktpunkte Deines Unternehmens mit Deinen Kunden. Mit Deinen gewerblichen Aktivitäten und Deiner Außenkommunikation steuerst Du Dein Bild in der Öffentlichkeit und die Art und Weise, wie Inhaber und Mitarbeiter nach außen auftreten.
Um unabhängiger von digitalen Plattformen (Plattform-Ökonomie) zu werden, sollten nach und nach folgende Maßnahmen ergriffen werden:
Aufbau einer eigenen Marken-Website als attraktive Erlebniswelt
Ermöglichen von Kommentaren und Konsumentenbewertungen als Ausdruck einer offenen Firmenkultur und des Selbstvertrauens
Sammeln von Daten und Insights über die Homepage, um Kundenbeziehungen zu pflegen
Bespiele von Social-Media-Kanälen wie Youtube, Facebook und Instagram
Lokales Suchmaschinen-Marketing zur Optimierung der Sichtbarkeit in den Ergebnislisten von Suchmaschinen, zum Beispiel über Google My Business
Kunde: Video-Konferenzen
Spätestens seit Anfang der Corona-Krise helfen uns Videokonferenzen dabei Kontakt zu Kunden, Mitarbeitern und Bewerbern aufrechtzuerhalten. Der Vorteil: Kundengespräche, die statt vor Ort im Netz stattfinden, sparen Zeit und Geld, sind aber genauso anschaulich. Auch Bewerbungsgespräche können auf diesem Wege stattfinden und den Aufwand für Bewerber und Betrieb minimieren.
Doch nicht nur in Krisenzeiten tragen Videokonferenzen zur Steigerung der Arbeitseffizienz bei: Mit Trends wie „Remote Support“ bietest Du Deinen Kunden nicht nur weiterhin erstklassigen Service, sondern kannst auch die internen Kosten senken.
Wichtig ist, dass alle Teilnehmer dieselbe Software, beispielsweise als App, auf ihren Geräten haben. Wem es schwerfällt, sich zwischen den zahlreichen Anbietern zu entscheiden, solltest Du einen Blick auf die Testergebnisse von zu bezahlenden und kostenfreien Lösungen werfen. Insbesondere für Kundengespräche kann es vorteilhaft sein, mit verschiedenen Anbietern kompatibel zu sein. Populäre Plattformen für Videokonferenzen sind beispielsweise Zoom, Microsoft Teams, Gotomeeting und Webex.
Was die Hardware betrifft, brauchen die Teilnehmer neben einem Endgerät ein Mikrofon beziehungsweise Headset sowie gegebenenfalls eine Webcam. Stimmt auch die Bandbreite für Down- und Uploads, steht der nächsten Videokonferenz nichts mehr im Wege und Du sparst Zeit, Geld und schonst die Ressourcen.
Kunde: Mobile Marketing
Fast jeder erwachsene Deutsche besitzt heutzutage ein Smartphone. Um diese Tatsache optimal zu nutzen, sollten auch kleine Handwerksbetriebe dafür sorgen, dass sie stets mobil erreichbar sind und online für sich werben. Der Trend „Mobile Marketing“ beschreibt solche gewinnbringenden werblichen Online-Aktivitäten.
Handwerksbetriebe tun beispielsweise gut daran, ihre Webseite und sonstige Online-Auftritte zu optimieren. Ziel ist dabei immer, möglichst viele, gute Kundenbeziehungen aufzubauen und individuelle Angebote zu unterbreiten. Stellen Sie beispielsweise aussagekräftige Fotos und Videos auf Ihre Social-Media-Accounts, um das Unternehmensimage zu stärken.
Um das eigene Ranking in Suchergebnissen zu verbessern, bietet sich lokale Suchmaschinenoptimierung (SEO) an: Dafür gestaltet man die eigene Webseite mit Hilfe relevanter Keywords so um, dass es potenzielle Kunden leichter haben, Deinen Handwerksbetrieb zu finden. Eine weitere Möglichkeit, die eigene Reichweite zu erhöhen, sind branchenübliche Bewertungsportale und das passende Reputationsmanagement. Auf diesen Portalen – sowie auf Social Media – informieren sich Kunden häufig bereits vor der ersten Kontaktaufnahme über gute und schlechte Bewertungen. Kommst Du über die sozialen Medien wie Facebook, Instagram & Co. mit potenziellen Kunden ins Gespräch.
Kunde/Mitarbeiter: New Normal
Inzwischen ist klar, dass Corona die Beziehungen zwischen den Menschen grundlegend verändert hat und dass dabei insbesondere gesundheitliche Bedenken eine Rolle spielen. Aller Voraussicht nach wird auch nach der Entspannung das Gebot des „Social Distancing“ weiterhin eine große Rolle spielen. Aus diesem Grund ist Gesundheit auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen zum wichtigen Thema geworden.
Kunden suchen vermehrt online nach Dienstleistungen. Das „New Normal“ bedeutet deshalb, die Kundenbeziehungen konsequent zu digitalisieren. Neben Videokonferenzen für das Abstimmen von Angeboten und die Projektkoordination spielt hier auch das Thema Arbeitssicherheit eine Rolle. Von der Neukundengewinnung über die Mitarbeiterorganisation bis hin zur Überprüfung von Lieferanten – alle Prozesse der Wertschöpfungskette müssen den Richtlinien der Gesundheitsbehörden entsprechen.
Wichtig ist zudem, das eigene Gesundheitsmanagement nach außen zu kommunizieren und sich auf diese Weise positiv von Wettbewerbern abzuheben. Dies gelingt beispielsweise über Social-Media-Plattformen und vertrauenserweckende Stories zu Themen wie der Hygiene im Betrieb und Social Distancing beim Arbeiten.
Mitarbeiter: Employer Branding
Handwerksbetriebe sind zunehmend aufgefordert, sich mit dem Aufbau einer nachhaltigen Arbeitgebermarke (Employer Branding) zu beschäftigen. Aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels, der auch das Handwerk beherrscht, sind Unternehmen darauf angewiesen, sich Bewerbern möglichst positiv zu präsentieren und bereits vorhandene Mitarbeiter an sich zu binden.
Eine starke Arbeitgebermarke lockt junge Fachkräfte an, die mit ganz anderen Vorstellungen an Unternehmen herantreten als noch die Generationen ihrer Eltern und Großeltern. Statt nur um Gehalt und Jobtitel geht es bei der Arbeitgeberwahl heutzutage vermehrt auch um Sinnhaftigkeit, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.
Um eine erfolgreiche Arbeitgebermarke zu schaffen, reicht es also nicht aus, witzige Videos bei YouTube zu posten oder auf Facebook und Instagram präsent zu sein. Stattdessen geht es darum, sich folgende Fragen zu stellen und diese in den passenden Medien und zur Zufriedenheit der Mitarbeiter und potenzieller Bewerber zu beantworten:
Werte und Ziele: Warum machen wir, was wir machen?
Geschäftsmodell: Was bieten wir?
Wie machen wir es? Was macht uns besonders?
Mitarbeiter: Special Skills
Der Handwerkstrend „Special Skills“ bezeichnet eine Gegenbewegung zur digitalen Realität – nämlich handwerkliche Premiumleistungen, die aufgrund ihres Seltenheitswerts nachgefragt werden. Denn je mehr Automation und digitale Leistungsfähigkeit anwachsen, desto größer wird das Bedürfnis der Menschen nach besonderer handwerklicher Arbeit und Unikaten. Der Trend zeigt sich beispielsweise in der gegenwärtigen Beliebtheit von Massivholz-Möbeln, Natursteinwänden oder Pflanzenwänden in Haus und Wohnung.
Für spezialisierte Handwerksunternehmen lohnt es sich also, in den „Luxusmarkt“ einzusteigen und besondere Talente im Team zu fördern. Besonders qualifizierte und leistungsfähige Mitarbeiter tragen dazu bei, den Trend Special Skills für sich zu nutzen.
Fazit
Der Trend „Marketing“ der Trendmap 2025 bündelt die wichtigsten Entwicklungen, die für das Handwerk in den kommenden Jahren eine Rolle spielen werden. Betriebe können durch eine gründliche Auseinandersetzung mit den einzelnen Trends erkennen, in welche Richtung sich die Branche entwickelt und wie sie darauf basierend Chancen für sich schaffen können. Mit dem Corona-Update der Trendmap zeigen die Trendforscher, dass Veränderungen neben Herausforderungen auch zahlreiche Chancen bergen. Für Handwerksbetriebe lohnt es sich, sich mit den Trends zu beschäftigen, um neue Aufgabenbereiche zu identifizieren und den Betrieb in Zukunft wettbewerbsfähig zu halten.











