Zur aktuellen Corona-Situation im Handwerk
In diesem Artikel:
Das Geschehen um die Corona-Pandemie ändert sich stetig, womit das Thema immer aktuell bleibt. Nachdem wir zuletzt über die bisherigen Lehren für Handwerksbetriebe aus der Krise informiert haben, lohnt sich auch ein Blick auf die verschiedenen Gewerke und Arbeitsorte des Handwerks. Wie ist die Arbeit auf der Baustelle, der Werkstatt oder dem Geschäftsladen von der Corona-Krise betroffen? Wie hat sie sich verändert? Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten gibt es? Nach den aktuellen strengeren beschlossenen Maßnahmen ab dem 2. November sind Handwerksbetriebe laut ZDH „teils mittelbar und teils unmittelbar“ davon betroffen. Dabei betont die Bundesregierung „auch in der Pandemie Industrie, Handwerk und Mittelstand sicheres Arbeiten möglichst umfangreich zu ermöglichen“.
Die wichtigsten Maßnahmen, um das zu gewährleisten ist immer noch die Beachtung der allgemeinen Hygieneregeln. Diese sind:
mindestens 1,5 bis 2 Meter Abstand halten,
auf „Händegeben“ möglichst verzichten,
Hände gründlich und regelmäßig mit Wasser und Seife waschen,
in die Ellenbeuge Husten oder Niesen,
regelmäßig Lüften,
Büroarbeiten möglichst ins Homeoffice verlegen,
Schutzmasken oder Mund-Nasen-Bedeckungen tragen, falls der Abstand nicht eingehalten werden kann (geschlossene Räume).
Dazu kommt richtiges Verhalten bei Krankheitssymptomen und Quarantäne. Fühlt sich ein Handwerker krank oder ist in Quarantäne, sollte er den Betrieb sofort benachrichtigen und zu Hause bleiben. Dasselbe gilt auch für den Kontakt mit Kunden.
Die Lage auf der Baustelle.
Die gute Nachricht: auf der Baustelle kann weitergearbeitet werden. Doch die Auftragslage durch finanzielle Probleme bei Kunden oder Ausfälle durch Infektionen bringen Unsicherheiten mit sich. Jedoch gilt, wie in jedem anderen Arbeitsbereich, eine besondere Verantwortung von Arbeitgebern, die sich im Arbeitsalltag der Mitarbeiter fortsetzt. Dabei ist seit der Pandemie in Deutschland durch eine angemessene Gefährdungsbeurteilung und Pandemieplanung ein Hygienekonzept zu erstellen, das Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen schützt. Dazu gehören die allgemeinen Hygieneregeln. Unter freiem Himmel ist das weniger problematisch wie in engeren Räumen. Mund-Nasen-Masken sind hier nur bei engerem Kontakt unter 1,5 bis 2 Metern notwendig.
Teambesprechungen vor Arbeitsbeginn und Pausen im Baustellencontainer müssen allerdings unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden – Abstand halten, Maske tragen und nicht zu viele Menschen auf engem Raum. Dasselbe erschwert außerdem die konforme Fahrt zur Baustelle. Festgeschriebene Kolonnen mit bestimmten Mitarbeitern haben sich hier als wirkungsvoll erwiesen. Zudem gibt es auf der Baustelle mehr Möglichkeiten, sich die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Unnötiger Kontakt zum Kunden wird vermieden. Hierbei sind auch die Mitarbeiter angehalten, ihre Kontakte auf das Nötigste zu beschränken, um das Risiko für Corona-Fälle innerhalb der Firma zu reduzieren.
Schwierige Zeiten für Gebäude- reiniger.
Tatsächlich musste bisher schon jedes vierte Gebäudereiniger-Unternehmen Mitarbeiter entlassen. Die Branche ist immerhin die beschäftigungsstärkste des deutschen Handwerks. Zwar ist der Bedarf nach Hygiene und Reinigung groß, doch bleiben viele Kunden mit der Schließung vieler Geschäfte und Büros im Zuge der Maßnahmen aus. Denn in leeren Räumen mit Mitarbeitern im Home Office muss auch nicht mehr häufig geputzt werden. Mit den neuen Maßnahmen zum 2. November dürfte sich die Situation wieder verschärfen. Allerdings gibt es auch Bereiche wie Glas- und Sonderreinigungen, in denen das Geschäft mit Putzaktionen gestiegen ist.
Tatsächlich musste bisher schon jedes vierte Gebäudereiniger-Unternehmen Mitarbeiter entlassen.
Der Aufwand für die Beachtung der Hygienevorschriften ist allerdings höher als in anderen Gewerken. Gerade da viel Zeit in Räumen verbracht wird beziehungsweise sogar Gebäude nach Corona-Infektionen gereinigt werden. Hier sind die Ansteckungs- sowie die Verbreitungsgefahr durch Mitarbeiter höher. In Gebäuden sind eine Maske sowie die Beachtung der Hygienevorschriften damit unabdingbar.
In der Werkstatt mit Maske und Co.
Für alle Handwerker in den Werkstätten gilt seit ein paar Wochen ebenfalls eine verschärfte Maskenpflicht. Aber es kann trotzdem weitergearbeitet werden. Beim Bewegen in der Werkhalle muss allerdings eine Maske getragen werden, die am jeweiligen Arbeitsplatz abgenommen werden kann. Wichtig ist außerdem die Beachtung der allgemeinen Hygieneregeln im Arbeitsalltag sowie die sofortige Meldung von Krankheitssymptomen von Mitarbeitern. Ein positiver Fall kann hier schnell die komplette Firma lahmlegen, wenn die Sicherheitsmaßnahmen nicht beachtet werden. Büroarbeiten werden zusätzlich ins Home Office verlegt, wenn es möglich ist. Ein Schritt einiger Firmen ist zudem, die Mitarbeiterzahl im Betrieb durch Schichtarbeit zu verringern, damit sich nur eine kleine Anzahl an Menschen im Gebäude aufhält.
Ein positiver Fall kann hier schnell die komplette Firma lahmlegen, wenn die Sicherheitsmaßnahmen nicht beachtet werden.
Wo liegen die Unterschiede, wo die Gemeinsamkeiten?
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Corona-Pandemie den Arbeitsalltag in vielen Bereichen des Handwerks prägt und prägen wird. Dabei gibt es allerdings Unterschiede innerhalb dieser Bereiche. Nicht alle Betriebe können in der Krisenzeit stabile Auftragslagen nachweisen oder „normal“ arbeiten. Wer an der frischen Luft arbeitet, ist einem anderen Infektionsrisiko und meist mit anderen Maßnahmen konfrontiert als bei der Arbeit in Gebäuden.
Die Gemeinsamkeiten liegen in Situationen, bei denen mehrere Personen auf engem Raum zusammenkommen unter Beachtung von Hygienevorschriften. Hier werden Handwerksbetriebe immer vorsichtiger, um Ansteckungen zu vermeiden und Vorgaben einzuhalten. Außerdem hat sich auch der Kontakt mit Kunden in vielen Bereichen verändert. Weniger direkter Kontakt und wenn, dann nur mit Abstand und Maske.
Darum solltest Du Zusatzleistungen sauber dokumentieren
In diesem Artiekel:
Handwerksunternehmer, Erfolgscoach und Autor Udo Herrmann fand sich mit seiner Schreinerei früher beim Thema Zusatzleistungen in unbequemen Situationen wieder. Denn es kam im Nachhinein häufig zu Diskussionen rund um den Preis von Zusatzleistungen. Zusatzleistungen im Sinne von Leistungen, die zusätzlich zum Leistungsvorschlag und Angebot durchgeführt worden sind. Kundenreaktion wie „Mit so viel Geld hatten wir nicht gerechnet, können Sie uns da preislich entgegenkommen?“, hast Du bestimmt auch schon erlebt. Damit solche Situationen bereits im Voraus vermieden werden können, führte Udo Herrmann ein gezieltes Formularsystem ein.
Ein Beispiel: Herrmann bekam in der Vergangenheit einen Auftrag für die Sanierung eines Parkettbodens im Wohnzimmer. Mit allen nötigen Maschinen angerückt, schaffte es sein Team, den Boden wieder eine schöne Farbe zu geben. Der Kunde war davon so begeistert, dass er darum bat, zwei Treppenstufen gleich mit zu sanieren. Herrmanns Mitarbeiter kamen der Bitte nach. Die Stufen und Rundungen wurden neu geschliffen und sauber lackiert. Daraufhin fand sich auf der Rechnung eine Zusatzleistung von 250 Euro. Zwar war der Kunde zufrieden, allerdings auch von der Höhe der Zusatzkosten überrascht. Er hätte es nicht machen lassen, wenn er den Preis vorher gewusst hätte.
Die Lösung kommt mit vorab angefertigten Formularen
Für Udo Herrmann war ab diesem Zeitpunkt klar, dass der Kunde vorher Informationen bekommen müsse, welche Zusatzkosten auf ihn zukommen. Sichergestellt wird das nun mit einer Mappe, die sich in jedem Betriebsfahrzeug befindet. In der Mappe finden sich alle wichtigen Informationen und Dokumente für den Auftrag. Darunter auch Formulare für die Erfassung von Zusatzleistungen. In Herrmanns Betrieb sind das gebundene Blöcke mit Blaupapier-Blättern, um immer eine Kopie des Geschriebenen zu haben. Daneben benutzt er die Fotos- und PDF-Scanner-Funktion in der Craftnote Handwerker App, um die Dokumente an das Büro zu schicken.
Am Beispiel angewandt
Bezogen auf das vorherige Beispiel der zwei Treppenstufen wird in das Formular nun eingetragen, was an Zusatzleistungen und Kosten anfallen. So weiß der Kunde genau, auf was er sich einlässt. Im Falle der zwei Treppenstufen:
- Schleifarbeiten, Abrunden und Lackieren
- mit 3 Arbeitsstunden von 50 Euro Stundenlohn
- plus Materialkosten von rund 100 Euro
- demnach 250 Euro.
Manche Facharbeiter können durch ihre Erfahrung den Preis vor Ort bestimmen, andere stimmen sich telefonisch mit dem Büro ab, bevor sie dem Kunden das Formular vorlegen. Das Ziel am Schluss ist es, dass der Kunde guten Gewissens unterschreibt.
Den Kundennutzen beachten
Dabei ist es wichtig, das Formular in Richtung Kundennutzen anzufertigen. Bei Udo Herrmann wird das sichergestellt durch den Grundsatz „Meine Mitarbeiter dürfen diese Zusatzleistung nur ausführen, wenn uns der unterschriebene Auftrag vorliegt“. So werden unerwartete Kosten vermieden. Das unterzeichnete Zusatzleistungsdokument wird dann an das Büro weitergeleitet und in die Rechnung mit einbezogen. Seit Herrmann und sein Team diese Art von Formularen eingeführt haben, gibt es im Nachhinein keine Diskussionen mehr über Preise von Zusatzleistungen. Es ist alles klar und frühzeitig kommuniziert.
Nachkorrektur kann wichtig sein
Schießen Mitarbeiter bei der Preiserstellung über das Ziel hinaus, kann zudem das Formular für Zusatzleistungen korrigiert werden. Wenn beispielsweise weniger Zeit- oder Materialkosten anfallen, korrigiert Herrmann das in der Endabrechnung. Damit hat er gute Erfahrungen gemacht, da Kunden sich für die faire Behandlung bedankt hätten. Letztendlich stärkt es das Vertrauen der Kunden sowie die Kundenbindung.
Udo Herrmanns Tipp
Nutzt solche Formulare, fertigt Kopien für das Büro an und habt am besten auch immer ein paar Vorlagen im Betriebsauto parat. Zieht es konsequent durch, die Preise für Zusatzleistungen im Voraus anzugeben. Dann gibt es später keine Diskussionen mehr. Viel Erfolg dabei.
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Neuheiten im Social Recruiting in 2020
In diesem Artikel:
Im Folgenden beschreibt er, was er in 2020 an diesem Prozess angepasst hat, welche Erfahrungen er dabei gesammelt hat und was neu hinzugekommen ist.
Die wichtigsten Infos auf einen Blick erkennbar machen
Es lohnt sich ebenfalls beim ersten Erblicken des Bildschirms, alle wichtigen Merkmale der Stellenanzeige erkennbar zu machen. Dazu gehört ein ansprechendes Foto, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, die Bezeichnung der gesuchten Stelle sowie ein Aufruf wie „Jetzt bewerben!“. Gerade beim Handybildschirm ist das wichtig, damit nicht viel gescrollt werden muss. Danach folgen zusätzliche Infos wie zum Beispiel das Einsatzgebiet, Anforderungen und Vorteile (faire Bezahlung, attraktiver Arbeitsplatz) für den Bewerber.
Außerdem lohnt es sich nach dem Anklicken des Bewerbungsformulars bereits präzisere Fragen an den künftigen Bewerber zu stellen – sozusagen als Filter. Hierbei kann nach vorhandener Erfahrung oder nach Abschlüssen abgefragt werden, um Leute ohne Vorkenntnisse herauszufiltern.
Individuelle Vorteile im Betrieb finden und angeben
Hier zählt im Jahr 2020 nicht mehr einfach einen Job anbieten zu können oder pünktlich das Gehalt zu zahlen. Christian Keller empfiehlt tiefer in sich zu gehen: Als Beispiel dient ein Kunde, bei dem Hunde auf der Baustelle erlaubt sind, was sympathisch wirkt. Oder ein Betrieb der Flüchtlinge zu Jahrgangsbesten ausgebildet hat. Was sind Dinge, die Deinen Betrieb auszeichnen und die es vielleicht nicht überall gibt:
- das Klientel,
- Arbeitsweise,
- die Leistungen?
Hier hilft ein gemeinsames Gespräch mit den Mitarbeitern.
Möglichst präzise Beschreibung der Anforderungen an den Bewerber
Welche Leistungen sind am Ende für den zukünftigen Mitarbeiter eingeplant? Jeder hat besondere Favoriten an Tätigkeiten: Beispielsweise das Arbeiten mit CNC-Fräsen, das Spenglern oder Sonstiges. Je präziser die Fragen gestellt sind, desto besser können passende Bewerber gefunden werden.
LinkedIn als neue Plattform für die Mitarbeitergewinnung
Das größte Learning im Jahr 2020 für Experte Christian Keller war die Konzentration auf eine neue Plattform: Neben Facebook, Instagram und Google kam LinkedIn hinzu. Der erste Fall, bei dem Keller LinkedIn benutze, war ein gesuchter Bauleiter/Projektarbeiter für einen Betrieb in Frankfurt am Main. Damit ließen sich erfreuliche Ergebnisse erzielen, weshalb die Plattform in die Strategie aufgenommen wurde. Mit der Suchspalte kann auf LinkedIn gezielt nach einem zum Beispiel Vorarbeiter bei Zimmermännern, Anlagetechnikern oder Kältetechnikern gesucht werden. Viele Nutzer haben nämlich ihre Berufe direkt im Profil angegeben.
Diese Menschen kannst Du über individuelle Werbeanzeigen erreichen. Gerade weil Nutzer über diese gesponsorten Anzeigen per Mail benachrichtigt werden. Die Stellenanzeige sollte optimalerweise auf eine Chance aufmerksam machen und weiter auf die Bewerbungsseite verlinken. Warum funktioniert das so gut?
- Es kann eingestellt werden, wer genau diese Nachricht angezeigt bekommt (Beruf, Fähigkeiten) – genauer als auf anderen Plattformen.
- Die Zahl der Menschen, die die Anzeige öffnen ist außerdem enorm hoch.
- Daneben gibt es eine persönliche Nachricht direkt vom Chef, was Eindruck beim zukünftigen Bewerber schafft.
Bei Fragen einfach unseren Experten Bescheid sagen
Der Experte rät, es einfach auszuprobieren und sich selbst zu überzeugen. Wenn Du Dich für eine genaue Strategie von Christian Keller interessierst oder noch Fragen zum Thema hast, findest Du unten seine Kontaktdaten.





