Darum solltest Du Zusatzleistungen sauber dokumentieren
In diesem Artiekel:
Handwerksunternehmer, Erfolgscoach und Autor Udo Herrmann fand sich mit seiner Schreinerei früher beim Thema Zusatzleistungen in unbequemen Situationen wieder. Denn es kam im Nachhinein häufig zu Diskussionen rund um den Preis von Zusatzleistungen. Zusatzleistungen im Sinne von Leistungen, die zusätzlich zum Leistungsvorschlag und Angebot durchgeführt worden sind. Kundenreaktion wie „Mit so viel Geld hatten wir nicht gerechnet, können Sie uns da preislich entgegenkommen?“, hast Du bestimmt auch schon erlebt. Damit solche Situationen bereits im Voraus vermieden werden können, führte Udo Herrmann ein gezieltes Formularsystem ein.
Ein Beispiel: Herrmann bekam in der Vergangenheit einen Auftrag für die Sanierung eines Parkettbodens im Wohnzimmer. Mit allen nötigen Maschinen angerückt, schaffte es sein Team, den Boden wieder eine schöne Farbe zu geben. Der Kunde war davon so begeistert, dass er darum bat, zwei Treppenstufen gleich mit zu sanieren. Herrmanns Mitarbeiter kamen der Bitte nach. Die Stufen und Rundungen wurden neu geschliffen und sauber lackiert. Daraufhin fand sich auf der Rechnung eine Zusatzleistung von 250 Euro. Zwar war der Kunde zufrieden, allerdings auch von der Höhe der Zusatzkosten überrascht. Er hätte es nicht machen lassen, wenn er den Preis vorher gewusst hätte.
Die Lösung kommt mit vorab angefertigten Formularen
Für Udo Herrmann war ab diesem Zeitpunkt klar, dass der Kunde vorher Informationen bekommen müsse, welche Zusatzkosten auf ihn zukommen. Sichergestellt wird das nun mit einer Mappe, die sich in jedem Betriebsfahrzeug befindet. In der Mappe finden sich alle wichtigen Informationen und Dokumente für den Auftrag. Darunter auch Formulare für die Erfassung von Zusatzleistungen. In Herrmanns Betrieb sind das gebundene Blöcke mit Blaupapier-Blättern, um immer eine Kopie des Geschriebenen zu haben. Daneben benutzt er die Fotos- und PDF-Scanner-Funktion in der Craftnote Handwerker App, um die Dokumente an das Büro zu schicken.
Am Beispiel angewandt
Bezogen auf das vorherige Beispiel der zwei Treppenstufen wird in das Formular nun eingetragen, was an Zusatzleistungen und Kosten anfallen. So weiß der Kunde genau, auf was er sich einlässt. Im Falle der zwei Treppenstufen:
- Schleifarbeiten, Abrunden und Lackieren
- mit 3 Arbeitsstunden von 50 Euro Stundenlohn
- plus Materialkosten von rund 100 Euro
- demnach 250 Euro.
Manche Facharbeiter können durch ihre Erfahrung den Preis vor Ort bestimmen, andere stimmen sich telefonisch mit dem Büro ab, bevor sie dem Kunden das Formular vorlegen. Das Ziel am Schluss ist es, dass der Kunde guten Gewissens unterschreibt.
Den Kundennutzen beachten
Dabei ist es wichtig, das Formular in Richtung Kundennutzen anzufertigen. Bei Udo Herrmann wird das sichergestellt durch den Grundsatz „Meine Mitarbeiter dürfen diese Zusatzleistung nur ausführen, wenn uns der unterschriebene Auftrag vorliegt“. So werden unerwartete Kosten vermieden. Das unterzeichnete Zusatzleistungsdokument wird dann an das Büro weitergeleitet und in die Rechnung mit einbezogen. Seit Herrmann und sein Team diese Art von Formularen eingeführt haben, gibt es im Nachhinein keine Diskussionen mehr über Preise von Zusatzleistungen. Es ist alles klar und frühzeitig kommuniziert.
Nachkorrektur kann wichtig sein
Schießen Mitarbeiter bei der Preiserstellung über das Ziel hinaus, kann zudem das Formular für Zusatzleistungen korrigiert werden. Wenn beispielsweise weniger Zeit- oder Materialkosten anfallen, korrigiert Herrmann das in der Endabrechnung. Damit hat er gute Erfahrungen gemacht, da Kunden sich für die faire Behandlung bedankt hätten. Letztendlich stärkt es das Vertrauen der Kunden sowie die Kundenbindung.
Udo Herrmanns Tipp
Nutzt solche Formulare, fertigt Kopien für das Büro an und habt am besten auch immer ein paar Vorlagen im Betriebsauto parat. Zieht es konsequent durch, die Preise für Zusatzleistungen im Voraus anzugeben. Dann gibt es später keine Diskussionen mehr. Viel Erfolg dabei.
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Neuheiten im Social Recruiting in 2020
In diesem Artikel:
Im Folgenden beschreibt er, was er in 2020 an diesem Prozess angepasst hat, welche Erfahrungen er dabei gesammelt hat und was neu hinzugekommen ist.
Die wichtigsten Infos auf einen Blick erkennbar machen
Es lohnt sich ebenfalls beim ersten Erblicken des Bildschirms, alle wichtigen Merkmale der Stellenanzeige erkennbar zu machen. Dazu gehört ein ansprechendes Foto, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, die Bezeichnung der gesuchten Stelle sowie ein Aufruf wie „Jetzt bewerben!“. Gerade beim Handybildschirm ist das wichtig, damit nicht viel gescrollt werden muss. Danach folgen zusätzliche Infos wie zum Beispiel das Einsatzgebiet, Anforderungen und Vorteile (faire Bezahlung, attraktiver Arbeitsplatz) für den Bewerber.
Außerdem lohnt es sich nach dem Anklicken des Bewerbungsformulars bereits präzisere Fragen an den künftigen Bewerber zu stellen – sozusagen als Filter. Hierbei kann nach vorhandener Erfahrung oder nach Abschlüssen abgefragt werden, um Leute ohne Vorkenntnisse herauszufiltern.
Individuelle Vorteile im Betrieb finden und angeben
Hier zählt im Jahr 2020 nicht mehr einfach einen Job anbieten zu können oder pünktlich das Gehalt zu zahlen. Christian Keller empfiehlt tiefer in sich zu gehen: Als Beispiel dient ein Kunde, bei dem Hunde auf der Baustelle erlaubt sind, was sympathisch wirkt. Oder ein Betrieb der Flüchtlinge zu Jahrgangsbesten ausgebildet hat. Was sind Dinge, die Deinen Betrieb auszeichnen und die es vielleicht nicht überall gibt:
- das Klientel,
- Arbeitsweise,
- die Leistungen?
Hier hilft ein gemeinsames Gespräch mit den Mitarbeitern.
Möglichst präzise Beschreibung der Anforderungen an den Bewerber
Welche Leistungen sind am Ende für den zukünftigen Mitarbeiter eingeplant? Jeder hat besondere Favoriten an Tätigkeiten: Beispielsweise das Arbeiten mit CNC-Fräsen, das Spenglern oder Sonstiges. Je präziser die Fragen gestellt sind, desto besser können passende Bewerber gefunden werden.
LinkedIn als neue Plattform für die Mitarbeitergewinnung
Das größte Learning im Jahr 2020 für Experte Christian Keller war die Konzentration auf eine neue Plattform: Neben Facebook, Instagram und Google kam LinkedIn hinzu. Der erste Fall, bei dem Keller LinkedIn benutze, war ein gesuchter Bauleiter/Projektarbeiter für einen Betrieb in Frankfurt am Main. Damit ließen sich erfreuliche Ergebnisse erzielen, weshalb die Plattform in die Strategie aufgenommen wurde. Mit der Suchspalte kann auf LinkedIn gezielt nach einem zum Beispiel Vorarbeiter bei Zimmermännern, Anlagetechnikern oder Kältetechnikern gesucht werden. Viele Nutzer haben nämlich ihre Berufe direkt im Profil angegeben.
Diese Menschen kannst Du über individuelle Werbeanzeigen erreichen. Gerade weil Nutzer über diese gesponsorten Anzeigen per Mail benachrichtigt werden. Die Stellenanzeige sollte optimalerweise auf eine Chance aufmerksam machen und weiter auf die Bewerbungsseite verlinken. Warum funktioniert das so gut?
- Es kann eingestellt werden, wer genau diese Nachricht angezeigt bekommt (Beruf, Fähigkeiten) – genauer als auf anderen Plattformen.
- Die Zahl der Menschen, die die Anzeige öffnen ist außerdem enorm hoch.
- Daneben gibt es eine persönliche Nachricht direkt vom Chef, was Eindruck beim zukünftigen Bewerber schafft.
Bei Fragen einfach unseren Experten Bescheid sagen
Der Experte rät, es einfach auszuprobieren und sich selbst zu überzeugen. Wenn Du Dich für eine genaue Strategie von Christian Keller interessierst oder noch Fragen zum Thema hast, findest Du unten seine Kontaktdaten.
Junge Meister leben und denken Handwerksberufe neu
In diesem Artikel:
Der Meistertitel ist ein Qualitätsmerkmal im Handwerk, das Mitarbeiter und Führungskräfte auszeichnet. Jede neue Generation von Meistern im Handwerk bringt ein neues Verständnis für die Herausforderungen der Branche mit: Zum Beispiel der Digitalisierung, da junge Menschen in einer digitalen Welt aufgewachsen sind. Neue oder verbesserte Arbeitstechniken können so ihren Weg in die Arbeitswelt finden. Die Devise lautet: Traditionsberufe nicht nur neu denken, sondern auch leben. Erfolgreich sein und dabei Leute mit dem Handwerk begeistern. Die ZDF-Dokumentationsserie „37 Grad“ gibt deswegen jungen Meistern eine Bühne, die genau das auf interessante Weise umgesetzt haben.
Wir geben Dir einen kurzen Überblick, was junge Handwerksmeister anders machen und wo sie mit alten Rollenbildern brechen.
Die gläserne Metzgerei in Berlin.
In der Schule fiel Jörg Forstera durch schlechte Noten auf, woraufhin ihm ein Leben als Hartz-IV-Empfänger vorausgesagt wurde. Im Alter von 32 Jahren sieht das allerdings komplett anders aus. Der junge Handwerksmeister betreibt mit seiner gläsernen Metzgerei „Kumpel und Keule“ in der Markthalle 9 Berlins einen der größten Ausbildungsbetriebe der Stadt. Zudem konnte er in der Coronakrise sogar seinen Umsatz steigern. Möglich wird das durch komplette Transparenz bei der Arbeit, dem Augenmerk auf Tierwohl und schlauem Marketing – auch über Social Media. Damit überzeugt er auch jüngere Kunden bei ihm Fleisch zu kaufen. Dazu hat sein Betrieb mit 18 Mitarbeitern eine beachtliche Größe erreicht.
Wie sich eine Tischlerin gegen Vorurteile in einem männer- dominierten Beruf durchsetzt.
Johanna Röh erstellt als Tischlermeisterin Möbel nach Maß, neuen Ideen und individuellen Kundenwünschen her. 2018 gründete die 32-Jährige ihren eigenen Betrieb in der Ortschaft Alfhausen (Niedersachsen), in dem sie bereits einen Azubi beschäftigt. Als Tischlermeisterin und Handwerksunternehmerin setzt sie sich gegen typische Klischees von Frauen im Handwerk, Frauen seien für den Beruf nicht geschaffen, zur Wehr. Auch einige Auftraggeber würden noch immer nachhaken, ob sie sich die Projekte als Frau zutraue. Sie antwortet darauf unmissverständlich mit guter Arbeit.
Einige ihrer Vorzeigeprojekte aus der Dokumentation sind spezielle Ornamente für einen Whiskeyschrank sowie ein Abbild des Jakobswegs, welches sie in eine Schrankwand fräste und mit LED-Lampen ausleuchtete. Das ihr Konzept funktioniert, zeigt das gut gefüllte Auftragsbuch, auch in Zeiten von Corona.
Ein Hufschmied, der dem alten Beruf neues Leben einhaucht.
Hufschmied ist ein Knochenjob mit langer Tradition. Doch Georg Stinauer, aus dem bayrischen Ort Ebersberg, kann sich keinen anderen Beruf vorstellen. Für Stinauer sei jeder Tag wie Urlaub, weil ihm die Arbeit Spaß mache. Der 33-Jahre junge Handwerksmeister verfeinerte jahrelang sein Modell eines Hufeisens aus Metall und Kunststoff. Mit den Eisen bewegen sich die Pferde nicht nur leichter, sondern bekämpfen auch Rückenprobleme der Tiere. Seine individuell angefertigte Kunststoffkombination bringt demnach frischen Wind in das Schmiedehandwerk. Seine Modelle werden so gut angenommen, dass er sie über seine Website an Kollegen verkauft.
Dabei schaffen sie es auf der einen Seite Traditionen zu wahren und auf der anderen Seite mit einigen zu brechen, um das Handwerk weiterzuentwickeln, auf ihre ganze eigene Weise.
Was bedeutet das für das zukünftige Handwerk?
Vielfalt. Was allerdings alle hier vorgestellten Handwerksmeister eint, ist die Passion für die Arbeit mit den Händen, egal welche technischen Hilfsmittel noch zum Einsatz kommen. Es gibt ihnen Zufriedenheit etwas zu schaffen, was gebraucht wird. Dabei schaffen sie es auf der einen Seite Traditionen zu wahren und auf der anderen Seite mit einigen zu brechen, um das Handwerk weiterzuentwickeln, auf ihre ganze eigene Weise. Ganz nebenbei scheinen ihre Betriebe auch in der Coronakrise sicher zu sein. Keine Einbußen und sogar Umsatzsteigerungen bei der Metzgerei sind zu verzeichnen. Das zeigt, welches Potenzial in der Branche steckt. Könnten diese Berichte über junge Meister, die das Handwerk neu denken, nicht auch dazu beitragen, einige der über 50.000 freien Lehrstellen zu besetzen?
Du hast eine Meinung zum Thema, selbst einen ähnlichen Werdegang oder kennst jemanden mit einer Erfolgsgeschichte, die erwähnt werden sollte? Dann erzähl uns doch davon auf Facebook – egal ob in der Kommentarspalte oder per Nachricht.






