Die falschen Kunden schaden Deinem Handwerksbetrieb!
Im Folgenden erfährst Du:
Was sind falsche und schlechte Kunden für meinen Betrieb?
Zum einen die, die zum Beispiel absolute Pünktlichkeit der Arbeiter verlangen, selbst aber nicht dafür sorgen die Baustelle pünktlich zu öffnen. Zum anderen Kunden, die ständig Zusatzleistungen fordern, diese aber im Nachhinein bei der Rechnung anfechten oder probieren im Preis zu drücken. Auch fehlende Wertschätzung von Handwerkern auf der Baustelle durch gängige Klischees ist zu erwähnen. Das sind alles Beispiele für Kunden, die dem Betrieb schaden sagt Experte Udo Herrmann. Von rund 350 Kunden im Jahr reichen da schon 3-4 aus, um die Stimmung der Mitarbeiter nach unten zu ziehen, was sich wiederum auf ihre Arbeitsmoral auswirkt und die Stimmung im Unternehmen sinken lässt. Werden außerdem nach getaner Arbeit Rechnungen nicht bezahlt, schlägt sich das ebenfalls auf die Liquidität nieder.
Die Lösung der Probleme: Die richtige Kunden-Zielgruppe auswählen.
Mit einem Baustein aus seinem Erfolgskonzept für Handwerker erklärt Herrmann wie du die richtigen Kunden für dein Betrieb erkennst. Dabei spielen folgende Überlegungen im Voraus eine wichtige Rolle: Wer genau ist unsere Zielgruppe? Wo haben wir am meisten Spaß an der Arbeit? Danach können weitere Überlegungen zum optimalen Kundentyp gemacht werden. Zum Beispiel: Was sind das genau für Kunden? Was haben sie für Hobbys, was für Interessen? Nach Analyse ergibt sich ein genaueres Bild. Im Weiteren hat Herrmann eine Kundenbewertung und Rangfolge eingeführt, unterteilt nach A-, B- und C-Kunden. Der A Kunde zeigt Wertschätzung, ist begeistert von der Arbeit und zahlt pünktlich. In der Baustellenmappe, die die Mitarbeiter vor der Arbeit bekommen, ist das markiert.
Was sich brutal anhört, soll für unseren Experten nur sicherstellen, dass der Betrieb auch ohne ihn funktioniert, falls er beispielsweise krank ist. Dann kann bei voller Auftragslage im Notfall eine Zeiteinteilung vorgenommen werden, wer bevorzugt wird.
Was sind unsere Qualitäten für unsere Zielgruppe?
Hier ist es wichtig sich im Team zusammenzusetzen und sich Punkte zu erarbeitet, was dein Unternehmen einem optimalen Kunden überhaupt bieten kann. Wo ist der besondere Nutzen unserer Arbeit oder des Service? Zudem ist es wichtig schon Kundenanfragen zu prüfen, um im Voraus schon selektieren zu können und unnötige Arbeit zu vermeiden.
- Gibt es überhaupt eine realistische Chance den Auftrag zu bekommen oder wird man nur als Preisdrück-Instrument benutzt?
- Passt diese Anfrage überhaupt zu unseren Kerngeschäft?
- Haben wir im Zeitraum überhaupt Kapazitäten frei?
- Wie groß ist die Anzahl der Mitbewerber bei Ausschreibung?
- Können weitere Aufträge entstehen?
- Sind Risiko und Gewährleistung des Auftrages tragbar?
- Ist der Ertrag gut?
- Können wir in dem Zeitraum bessere Aufträge annehmen, die besser zu uns passen?
Außerdem ist es laut unserem Experten wichtig eine Anzahlung bei Auftragserteilung festzulegen. Bei Herrmann beträgt diese 50 %. Ist der Kunde nicht bereit sie zu zahlen, gibt es meist Probleme bei der Bonität oder fehlendes Vertrauen in den Betrieb. Hierbei könnte eine Bonitätsprüfung hilfreich sein. Wird eine Anzahlung abgelehnt sind Probleme bei der endgültigen Zahlung meist vorprogrammiert.
Deswegen lautet Udo Herrmannsabschließende Devise: Macht euch Gedanken über eure Zielgruppe, was ihr dieser bieten könnt und schaut, dass ihr nur noch Aufträge annehmt, die auch Geld in die Kassen spülen. Sind Handwerker glücklich bei der Arbeit ist das der Kunde im Nachhinein auch.
Corona-Umfrage: Sehen Handwerksbetriebe sich in ihrer Existenz bedroht?
In diesem Artikel:
Die Corona-Pandemie schnürt der Arbeitswelt zunehmend die Luft ab. Branchenübergreifend beantragen immer mehr Unternehmen staatliche Hilfen. Egal ob Hilfsdarlehen, Soforthilfen oder Kurzarbeitergeld. Wir als MyCraftnote fragten uns deshalb, wie die Lage im Handwerk aussieht. Durch eine kurzfristige User-Umfrage zur Corona-Krise in unserer Handwerker-App, ergab sich eine klare Tendenz. Die neusten Entwicklungen geben berichtigten Grund zur Sorge. Lieferketten könnten ins Stocken geraten, Mitarbeiter drohen auszufallen, Fertigstellungen sich zu verzögern und Kunden auszubleiben. Neben der Umfrage war Handwerksunternehmer Udo Herrmann für ein Interview zur momentanen Lage bereit. Wo sieht er Kritikpunkte bei Hilfsmaßnahmen, wo Chancen für das Handwerk und wie sehen die Ergebnisse unserer Umfrage dazu aus? Das alles verraten wir im Weiteren.
Umfrageergebnisse: Die gute Nachricht voraus, die schlechteren hinterher.
An unserer Umfrage (Verlinkung Instragram-Schaubild zur Umfrage) nahmen 104 Betriebe aus 14 Gewerken teil. Unteranderem aus den Bereichen SHK, Elektro, Tischler, Bau und Dachdecker. Die gute Nachricht dabei, 91 von 104 Unternehmen arbeiten noch voll aktiv. Währenddessen mussten 11 Betriebe ihre Arbeit bereits einschränken und 2 komplett herunterfahren.
Unsere Corona-Umfrage zeigt, dass mehr als 70 % der Handwerksbetriebe sich in ihrer Existenz bedroht sehen.
Die Zahlen einer groß angelegten Befragung des Zentralverbands des deutschen Handwerks (kurz: ZDH) von 4900 Betrieben untermauern das. Um die finanziellen Sorgen von eigentlich gut laufenden Unternehmen, die durch Corona in Schieflage geraten, aufzufangen, hat die Bundesregierung Sofort-Zuschüsse und Darlehen in Aussicht gestellt.
Allerdings haben bisher nur gut 15 % der von uns befragten Unternehmen Hilfen beantragt, wohingegen sich die große Mehrheit zurückhält (Stand 23.03.20). Nach neusten Zahlen hat sich die Beantragung von Hilfen innerhalb eines Monats deutlich erhöht.
Das erst zögerliche Verhalten könnte an den bürokratischen Hürden und den damit zu lang vermuteten Prozessen liegen, bevor tatsächlich Geld zu den Hilfesuchenden fließt. Das unterstreichen die Aussagen von Schreinereibesitzer Udo Herrmann im Craftnote-Interview, der einen weiteren Abbau von Bürokratie hilfreich fände.
Unter den beschlossenen Hilfsmaßnahmen ist in unserer Umfrage das Kurzarbeitergeld (53 %) am beliebtesten, gefolgt von Liquiditätshilfen (25 %) und steuerlichen Entlastungen (19 %).
Ein Hinweis, dass es den Betrieben darum geht ihre Mitarbeiter so lange wie möglich zu halten, wie auch Udo Herrmann feststellt. Eine Möglichkeit den drohenden Verlusten entgegenzutreten, wäre die Nutzung von digitalen Hilfsmitteln. In Zeiten von „Social Distancing“ kann so zum Beispiel der Kontakt zu Kunden oder im Team gefahrlos aufrechterhalten werden.
Doch 69 % der befragen Betriebe nutzt diese Möglichkeit momentan noch nicht.
Eine persönliche Meinung aus dem Handwerk von Udo Herrmann.
Neben der Umfrage nutzte Craftnote-Geschäftsführer Gleb Christoffel die Chance und holte sich eine direkte persönliche Einschätzung von Handwerksunternehmer Udo Herrmann. Herrmann führt einen Schreinerbetrieb und ist nebenbei als Unternehmens-Coach tätig. Der Handwerker sorgte für Aufsehen, da er seine Bedenken gegenüber des Finanzhilfeschirms der Bundesregierung auf Facebook äußerte.
Sein Facebook-Appell wurde innerhalb kürzester Zeit 2000-Mal geteilt.
In seinem Beitrag lobte er zwar die Bemühung der Bundesregierung zur Hilfe, mahnte aber vor den zu langwierigen Bürokratischen Hürden durch die KfW Darlehen, bevor das Geld bei den Betrieben ankäme.In der Zeit könnte es eine Pleitewelle im Handwerk geben. Allein durch die Absagen von Messeaufträgen in den kommenden Wochen muss Herrmann einen Umsatzausfall von rund 70.000 Euro hinnehmen. Das geht nicht spurlos an einem Betrieb vorbei.
Zu den Chancen der Coronakrise äußerte sich Herrmann ebenfalls.
In den Zeiten von Home-Office werde es Unternehmen geben, die ihre Räumlichkeiten renovieren wollen. Außerdem könnten Privatkunden Ideen haben ihr Zuhause zu verändern, um es noch wohnlicher zu gestalten. Hier sind laut Herrmann Schnittpunkte mit Handwerksaufträgen zu erwarten.
Wie Du Dein Handwerksunternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels attraktiver für Azubis gestaltest
Die Auftragsbücher sind in vielen Bereichen der Handwerksbetriebe voll, doch es fehlt an Fachkräften, um die Produktivität der Betriebe zu erhöhen. Das Handwerk hat mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen. Eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, bietet, laut einer Studie der Hypovereinsbank über Potenziale in der Bauwirtschaft bis zum Jahr 2020, die Digitalisierung des Handwerks. Unternehmen können diese zunehmende Digitalisierung nutzen, um gezielt den Fachkräftemangel zu bekämpfen.
Dabei geht es nicht nur darum intelligente Technologien in die täglichen Abläufe auf der „Baustelle 4.0“ einzubauen, sondern auch durch ein modernes Unternehmen neue Azubis für Handwerksbetriebe zu gewinnen. Erst dadurch lassen sich neue Geschäftsfelder erschließen, die Wettbewerbsfähigkeit erhalten und die Produktivität steigern. Vor allem aber kann die Ausbildung im Handwerk wieder attraktiver gestaltet werden und so neue Auszubildende anziehen.
Denn besonders für die Karrierechancen der Auszubildenden ist es förderlich, früh mit digitaler Technik zu schulen.
Warum Azubis schon früh der Umgang mit digitalen Tools ermöglicht werden sollte.
Der Umgang mit digitalen Tools und intelligenten Technologien in der Ausbildungszeit hat erhebliche Vorteile für den Betrieb und den Auszubildenden selbst. Neben dem praktischen Handwerks Know-how auf der Baustelle, kann zum Beispiel durch E-Learning-Programme digitales technisches Wissen ergänzt werden. Hierbei können die Azubis eigenständig und mit mobilen Endgeräten mehr über Themen wie neue Technologien im Handwerk erfahren. Im Nachhinein können digitale Tests den Wissensstand kontrollieren. Das fördert eigenständiges Lernen und gibt eine genaue Auskunft über den Lernfortschritt des Azubis.
Damit lässt sich die Kommunikation auf der Baustelle erleichtern und unnötige Zettelwirtschaft vermeiden.
Betriebe nutzen außerdem immer häufiger hilfreiche Apps wie Craftnote zur digitalen Baudokumentation und Zeiterfassung auf der Baustelle. Damit lässt sich die Kommunikation auf der Baustelle erleichtern und unnötige Zettelwirtschaft vermeiden. Durch die Vernetzung zwischen verschiedenen Gewerken, Auftraggebern, Zulieferern und Kunden, kann eigenständiges Arbeiten gefördert werden, was der Qualität der Ausbildung und der Produktivität des Betriebs zugute kommt.
Durch Attraktivität und Karrierechancen im Job Azubis für Handwerksbetriebe gewinnen.
Handwerksbetriebe sind auf Auszubildende angewiesen und müssen den Fachkräftemangel bekämpfen. Das lässt sich nur realisieren, wenn angehende Azubis gute Zukunftsaussichten im Berufsfeld und Unternehmen sehen. Moderne Handwerksbetriebe, die neue Technologien in den Arbeitsalltag, sowie in die Ausbildung integrieren, haben dort gute Chancen. Werden bei der Ausbildung früh digitale Tools in den Arbeitsalltag eingebunden, zeigt das, wie ambitioniert der Betrieb Ihnen etwas bieten will. Das Unternehmen kann dadurch attraktiver werden.
Ein anderer Punkt ist der stetige technologische Fortschritt in der Gesellschaft, der auch das Handwerk verändert. Junge Auszubildende suchen sich daher eher eine Lehre, die zukunftsorientiert ist, bei einem Unternehmen, das auch in Zukunft bestehen kann. Hierbei kann das gelernte Handwerk mit technischem Wissen über digitale Tools, zum Beispiel über neue Computerprogramme, ergänzt werden. Das erworbene breitere Fachwissen fördert die Karrierechancen für Azubis und bringt geschulte Fachkräfte für den Betrieb hervor. Fachkräfte, die besser mit den zukünftigen technischen Herausforderungen der Digitalisierung im Handwerk fertig werden. Zu diesen Herausforderungen zählt das Handwerks-Magazin
die visuelle Erfassung der Baustelle per Tablet,
Zeiterfassung per Smartphone,
sowie die Bedienung von CAD Computersoftware und neuen Maschinen.
Ein modernes Beispiel: Das digitale Betriebsheft.
Ein erster simpler Schritt wie die Ausbildung im Handwerk moderner und attraktiver gestaltet werden kann, ist das Berichtsheft zu digitalisieren. Diese digitalen Hefte, wie der staatlich geförderte „BLok“ (Quelle: www.online-ausbildungsnachweis.de), ermöglichen dem Azubi seine Ausbildungsnachweise auf mobilen Endgeräten oder dem PC zu erstellen.
Letztendlich wird dadurch unnötiges Papierchaos vermieden, die Schrift ist leserlich und der Bericht kann unterwegs bearbeitet und abgeschickt werden.
Anschließend können die Berichte von der Handwerkskammer, dem Ausbilder und der Berufsschule eingesehen werden. Letztendlich wird dadurch unnötiges Papierchaos vermieden, die Schrift ist leserlich und der Bericht kann unterwegs bearbeitet und abgeschickt werden. Der Bundesrat hat diese Entwicklung 2017 mit einem verabschiedeten Gesetz unterstützt. Auszubildende, die ihren Vertrag nach dem 01.07.17 unterschreiben haben, dürfen ihre Berichtshefte schriftlich oder digital erstellen.
Die Entscheidung und Umsetzung liegt beim jeweiligen Ausbildungsbetrieb. Zwar ist ein digitales Berichtsheft erst ein kleiner Schritt in Richtung Digitalisierung, doch dieser kann als Startpunkt dienen die Ausbildung im Handwerk attraktiver und zukunftsorientierter zu gestalten.




