Trend „Marketing“ in der Trendmap 2025
In diesem Artikel:
Erstmals auf der internationalen Handwerksmesse 2019 vorgestellt, soll die Trendmap Handwerk die wichtigsten Entwicklungen der Branche in den kommenden Jahren aufzeigen. Der Blick auf die acht Trends und Wachstumsfelder zeigt, dass die stetigen Veränderungen auch für kleine und mittelständische Unternehmen zahlreiche Chancen bergen. Mit Hilfe der Trendmap 2025 erfährst Du, wohin sich Deine Branche entwickelt und wie Du Dein Geschäft zukunftsfähig machen kannst. Der folgende Beitrag beleuchtet den Trend „Marketing“, die Perspektive von Mitarbeitern und Kunden sowie die Art und Weise, wie Du Dir durch gezielte Vermarktung Wettbewerbsvorteile verschaffen kannst.
Kunde: Plattform-Ökonomie
Nicht Produkte und Dienstleistungen stehen im Rahmen der „Plattform-Ökonomie“ im Mittelpunkt, sondern der Kunde. Um diese Kundenorientierung praktisch umzusetzen, bedarf es auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen umfassender Digitalisierungsmaßnahmen. Große Industrieunternehmen haben längst reagiert und sind zur Verbesserung der Kundenkommunikation auf digital vernetzte Vertriebsplattformen umgestiegen. Diese haben die Zusammenarbeit von Industrie, Handel und Handwerk bereits grundlegend verändert – und werden dies in Zukunft noch stärker tun.
Der große Vorteil der Digitalisierung: Beratung, Verkauf sowie Wartung und Reparatur stammen aus einer Hand. Für den Endkunden erleichtern Onlineshops automatisierte Angebote und individuelle Konfiguratoren die Kommunikation mit den Anbietern ungemein.
Die Plattform-Ökonomie bietet Betrieben die Chance, Fachpartner in digitalen Netzwerken zu werden. Während die Arbeitskonditionen weiterhin individuell ausgehandelt werden, wird hierdurch mit anderen Handwerkern, Herstellern und Händlern in Kontakt getreten sowie gemeinsam Regeln und Rahmenbedingungen für die Digitalisierung der Geschäftsmodelle entwickelt.
Kunde: Brand Experience
Ziel jeder Marke ist eine gute „Brand Experience“ (auf deutsch: Markenwahrnehmung) und eine Kundenerfahrung, die in Erinnerung bleibt. Dafür bedarf es nicht nur eines zufriedenstellenden Erstkontakts, sondern der emotionalen Bindung des Kunden an das Unternehmen. Statt auf kurzfristige Werbemaßnahmen setzt der Handwerkstrend Brand Experience auf den Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen durch gesteuerte Markenwahrnehmung. Auch kleine und mittelständische Handwerksbetriebe sollten daher Strategien zur Verbesserung der Kundenbeziehung entwickeln und schrittweise umsetzen.
Du bestimmst die Kontaktpunkte Deines Unternehmens mit Deinen Kunden. Mit Deinen gewerblichen Aktivitäten und Deiner Außenkommunikation steuerst Du Dein Bild in der Öffentlichkeit und die Art und Weise, wie Inhaber und Mitarbeiter nach außen auftreten.
Um unabhängiger von digitalen Plattformen (Plattform-Ökonomie) zu werden, sollten nach und nach folgende Maßnahmen ergriffen werden:
Aufbau einer eigenen Marken-Website als attraktive Erlebniswelt
Ermöglichen von Kommentaren und Konsumentenbewertungen als Ausdruck einer offenen Firmenkultur und des Selbstvertrauens
Sammeln von Daten und Insights über die Homepage, um Kundenbeziehungen zu pflegen
Bespiele von Social-Media-Kanälen wie Youtube, Facebook und Instagram
Lokales Suchmaschinen-Marketing zur Optimierung der Sichtbarkeit in den Ergebnislisten von Suchmaschinen, zum Beispiel über Google My Business
Kunde: Video-Konferenzen
Spätestens seit Anfang der Corona-Krise helfen uns Videokonferenzen dabei Kontakt zu Kunden, Mitarbeitern und Bewerbern aufrechtzuerhalten. Der Vorteil: Kundengespräche, die statt vor Ort im Netz stattfinden, sparen Zeit und Geld, sind aber genauso anschaulich. Auch Bewerbungsgespräche können auf diesem Wege stattfinden und den Aufwand für Bewerber und Betrieb minimieren.
Doch nicht nur in Krisenzeiten tragen Videokonferenzen zur Steigerung der Arbeitseffizienz bei: Mit Trends wie „Remote Support“ bietest Du Deinen Kunden nicht nur weiterhin erstklassigen Service, sondern kannst auch die internen Kosten senken.
Wichtig ist, dass alle Teilnehmer dieselbe Software, beispielsweise als App, auf ihren Geräten haben. Wem es schwerfällt, sich zwischen den zahlreichen Anbietern zu entscheiden, solltest Du einen Blick auf die Testergebnisse von zu bezahlenden und kostenfreien Lösungen werfen. Insbesondere für Kundengespräche kann es vorteilhaft sein, mit verschiedenen Anbietern kompatibel zu sein. Populäre Plattformen für Videokonferenzen sind beispielsweise Zoom, Microsoft Teams, Gotomeeting und Webex.
Was die Hardware betrifft, brauchen die Teilnehmer neben einem Endgerät ein Mikrofon beziehungsweise Headset sowie gegebenenfalls eine Webcam. Stimmt auch die Bandbreite für Down- und Uploads, steht der nächsten Videokonferenz nichts mehr im Wege und Du sparst Zeit, Geld und schonst die Ressourcen.
Kunde: Mobile Marketing
Fast jeder erwachsene Deutsche besitzt heutzutage ein Smartphone. Um diese Tatsache optimal zu nutzen, sollten auch kleine Handwerksbetriebe dafür sorgen, dass sie stets mobil erreichbar sind und online für sich werben. Der Trend „Mobile Marketing“ beschreibt solche gewinnbringenden werblichen Online-Aktivitäten.
Handwerksbetriebe tun beispielsweise gut daran, ihre Webseite und sonstige Online-Auftritte zu optimieren. Ziel ist dabei immer, möglichst viele, gute Kundenbeziehungen aufzubauen und individuelle Angebote zu unterbreiten. Stellen Sie beispielsweise aussagekräftige Fotos und Videos auf Ihre Social-Media-Accounts, um das Unternehmensimage zu stärken.
Um das eigene Ranking in Suchergebnissen zu verbessern, bietet sich lokale Suchmaschinenoptimierung (SEO) an: Dafür gestaltet man die eigene Webseite mit Hilfe relevanter Keywords so um, dass es potenzielle Kunden leichter haben, Deinen Handwerksbetrieb zu finden. Eine weitere Möglichkeit, die eigene Reichweite zu erhöhen, sind branchenübliche Bewertungsportale und das passende Reputationsmanagement. Auf diesen Portalen – sowie auf Social Media – informieren sich Kunden häufig bereits vor der ersten Kontaktaufnahme über gute und schlechte Bewertungen. Kommst Du über die sozialen Medien wie Facebook, Instagram & Co. mit potenziellen Kunden ins Gespräch.
Kunde/Mitarbeiter: New Normal
Inzwischen ist klar, dass Corona die Beziehungen zwischen den Menschen grundlegend verändert hat und dass dabei insbesondere gesundheitliche Bedenken eine Rolle spielen. Aller Voraussicht nach wird auch nach der Entspannung das Gebot des „Social Distancing“ weiterhin eine große Rolle spielen. Aus diesem Grund ist Gesundheit auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen zum wichtigen Thema geworden.
Kunden suchen vermehrt online nach Dienstleistungen. Das „New Normal“ bedeutet deshalb, die Kundenbeziehungen konsequent zu digitalisieren. Neben Videokonferenzen für das Abstimmen von Angeboten und die Projektkoordination spielt hier auch das Thema Arbeitssicherheit eine Rolle. Von der Neukundengewinnung über die Mitarbeiterorganisation bis hin zur Überprüfung von Lieferanten – alle Prozesse der Wertschöpfungskette müssen den Richtlinien der Gesundheitsbehörden entsprechen.
Wichtig ist zudem, das eigene Gesundheitsmanagement nach außen zu kommunizieren und sich auf diese Weise positiv von Wettbewerbern abzuheben. Dies gelingt beispielsweise über Social-Media-Plattformen und vertrauenserweckende Stories zu Themen wie der Hygiene im Betrieb und Social Distancing beim Arbeiten.
Mitarbeiter: Employer Branding
Handwerksbetriebe sind zunehmend aufgefordert, sich mit dem Aufbau einer nachhaltigen Arbeitgebermarke (Employer Branding) zu beschäftigen. Aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels, der auch das Handwerk beherrscht, sind Unternehmen darauf angewiesen, sich Bewerbern möglichst positiv zu präsentieren und bereits vorhandene Mitarbeiter an sich zu binden.
Eine starke Arbeitgebermarke lockt junge Fachkräfte an, die mit ganz anderen Vorstellungen an Unternehmen herantreten als noch die Generationen ihrer Eltern und Großeltern. Statt nur um Gehalt und Jobtitel geht es bei der Arbeitgeberwahl heutzutage vermehrt auch um Sinnhaftigkeit, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.
Um eine erfolgreiche Arbeitgebermarke zu schaffen, reicht es also nicht aus, witzige Videos bei YouTube zu posten oder auf Facebook und Instagram präsent zu sein. Stattdessen geht es darum, sich folgende Fragen zu stellen und diese in den passenden Medien und zur Zufriedenheit der Mitarbeiter und potenzieller Bewerber zu beantworten:
Werte und Ziele: Warum machen wir, was wir machen?
Geschäftsmodell: Was bieten wir?
Wie machen wir es? Was macht uns besonders?
Mitarbeiter: Special Skills
Der Handwerkstrend „Special Skills“ bezeichnet eine Gegenbewegung zur digitalen Realität – nämlich handwerkliche Premiumleistungen, die aufgrund ihres Seltenheitswerts nachgefragt werden. Denn je mehr Automation und digitale Leistungsfähigkeit anwachsen, desto größer wird das Bedürfnis der Menschen nach besonderer handwerklicher Arbeit und Unikaten. Der Trend zeigt sich beispielsweise in der gegenwärtigen Beliebtheit von Massivholz-Möbeln, Natursteinwänden oder Pflanzenwänden in Haus und Wohnung.
Für spezialisierte Handwerksunternehmen lohnt es sich also, in den „Luxusmarkt“ einzusteigen und besondere Talente im Team zu fördern. Besonders qualifizierte und leistungsfähige Mitarbeiter tragen dazu bei, den Trend Special Skills für sich zu nutzen.
Fazit
Der Trend „Marketing“ der Trendmap 2025 bündelt die wichtigsten Entwicklungen, die für das Handwerk in den kommenden Jahren eine Rolle spielen werden. Betriebe können durch eine gründliche Auseinandersetzung mit den einzelnen Trends erkennen, in welche Richtung sich die Branche entwickelt und wie sie darauf basierend Chancen für sich schaffen können. Mit dem Corona-Update der Trendmap zeigen die Trendforscher, dass Veränderungen neben Herausforderungen auch zahlreiche Chancen bergen. Für Handwerksbetriebe lohnt es sich, sich mit den Trends zu beschäftigen, um neue Aufgabenbereiche zu identifizieren und den Betrieb in Zukunft wettbewerbsfähig zu halten.
Künstliche Intelligenz im Handwerk – Chance oder Gefahr für Arbeitnehmer:innen?
Was Du in diesem Artikel erfährst:
In den Berufsschulen werden Auszubildende bereits auf die neuen Anforderungen vorbereitet: der Umgang mit Maschinen und modernen Technologien gehört auch in handwerklichen Berufen längst zur Normalität. Für die Zukunft stellt sich die Frage, wie weit diese Entwicklung in die berufliche Praxis vordringen wird – und ob die Technologie den Menschen in einigen Bereichen sogar ersetzen könnte. Die aktuelle Forschung erschließt immer mehr Anwendungsbereiche der KI, z. B. auf Baustellen oder in Werkstätten, die vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wären. Wie sehen also die Zukunftsprognosen aus?
Warum wird künstliche Intelligenz immer wichtiger?
Die Ressource Zeit spielt in der Arbeitswelt eine entscheidende Rolle. Während durch die zunehmende Technologisierung in den Handwerksbetrieben die Aufgaben immer komplexer werden, steigen gleichzeitig die Ansprüche der Kunden:innen: Ein einwandfreies Produkt in Kombination mit einer schnellen Verfügbarkeit sind mittlerweile der Standard. Dadurch steigt der Wettbewerbsdruck und der Mangel an qualifizierten Fachkräften enorm.
Als Resultat gewinnen intelligente technikbasierte Unterstützungssysteme immer mehr an Bedeutung, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Gerade dort, wo sich ständig wiederholende und für den Menschen vielleicht sogar gefährliche Arbeiten anstehen, bieten sich KI-Systeme an, die das einmal einprogrammierte Schema beliebig oft und in der gleichen Art und Weise ausführen.
Wo findet der Einsatz von KI im Handwerk statt?
Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten finden sich z. B. am Bau wieder: Von selbstlernenden Baustellen und dem Einsatz autonomer Baumaschinen bis hin zur Feststellung von Schäden durch Sensoren und digitalen Baustellenbegehungen mittels VR-Brillen eröffnen sich zahlreiche Anwendungsgebiete. Auch die Optimierung des Planungsprozesses durch Prognose-Tools und entsprechende Simulationen deuten auf vielversprechende Entwicklungen in der Baubranche hin. In der Industrie können sogenannte Coboter dem Menschen bei Tätigkeiten wie etwa Klebe- oder Lackierarbeiten assistieren und ihm komplizierte Teilaufgaben im Produktionsprozess abnehmen.
Anwendungsbereiche: Baubranche, Industrie, Werkstätte etc.
Einsatz durch Prognose-Tools, Simulationen und technikbasierte Unterstützungssysteme
Ziel: Höhere Effizienz bei den Arbeitsprozessen
Der Einsatz spezieller KI-Kameras verspricht Erleichterungen in der Automobilherstellung: Die Kamera fährt dabei unter die einzelnen Bauteile der Karosserie und erkennt eigenständig auf Basis zuvor eingespeister Daten, ob ein Fehler vorliegt oder das Teil funktionstüchtig und ordnungsgemäß montiert wurde. Auch in der Werkstatt können Roboter angelernt werden, sodass sie selbstständig bestimmte Arbeitsschritte ausführen und den Menschen entweder bei seinen Tätigkeiten unterstützen oder sogar eigene Aufgabenbereiche übernehmen, die automatisiert ausgeführt werden können.
Anwendungsgebiete eher im administrativen Bereich
Trotz dieser vielversprechenden Entwicklungen müssen sich Auszubildende und Mitarbeiter:innen voraussichtlich keine Sorgen über die Zukunft ihres Berufes in der Handwerksbranche machen. Diese Technologie wird stets dort eingesetzt, wo durch Sammlung und Auswertung von Daten automatisierte Prozesse, also sich immer wiederholende Tätigkeiten, ausgeführt werden sollen. Dies steht im Kontrast zu den Anforderungen des Berufsbilds, die auf Kreativität und Einfühlungsvermögen in den Gegenstand abzielen – dies kann nur der Mensch erfüllen, aber keine „leblose“ Maschine.
Geeignet für automatisierte, sich wiederholende Tätigkeiten
Ungeeignet für kreative und innovative Aufgaben
Überwiegend Anwendung im administrativen Bereichen (typische Bürotätigkeiten)
Automatisierte Arbeiten finden sich hingegen eher in administrativen Aufgaben wieder, wie z. B. in der Beschaffung von Daten und Informationen und der Dokumentation, also typischen Büroarbeiten. Bei der handwerklichen Arbeit selbst liegt der Fokus eher auf der Unterstützung des Menschen bei seiner Tätigkeit durch intelligente Werkzeuge. Hierbei kann also keine Rede davon sein, dass die Maschine den Menschen in Zukunft ersetzen wird. Vielmehr sollen Arbeitsprozesse für den Menschen erleichtert und somit beschleunigt werden – ein Vorteil also für das Unternehmen (Zeit als Ressource) als auch für den/die Arbeiter/in.
Ausblick und Potenzial intelligenter Technologien in der Handwerksbranche
Die Zeichen stehen eindeutig auf Wachstum: Ziel der Bundesregierung ist es, Deutschland zum führenden Standort in der Anwendung und Entwicklung von KI-Innovationen auf dem Arbeitsmarkt zu machen. Bis 2025 sind Investitionen in Höhe von 3 Milliarden Euro eingeplant.
Deutschland investiert in Technologien zur Steigerung der Produktivität am Arbeitsplatz
Internationale Wettbewerbsfähigkeit steht im Vordergrund
Zukünftig mehr Technologieeinsatz, auch in handwerklichen Berufen
Aktuell nutzt rund ein Viertel aller deutschen Großunternehmen derartige Technologien in der Wertschöpfungsstufe, bei KMU sind es 15 % – Tendenz steigend. Vor allem im Sachbearbeitungsbereich wird verstärkt nach weiteren Einsatzmöglichkeiten und Lösungen für Effizienzprobleme geforscht, die in Zukunft zum Standard avancieren sollen.
Fazit – Stellen neue Technologien nun eine Gefahr für Arbeitsplätze dar?
Experten sind sich bei dieser Frage gemeinhin einig: Künstliche Intelligenz wird ausgebildete Fachkräfte in Zukunft nicht ersetzen (können). Roboter und andere Technologien reagieren nicht spontan auf sich wechselnde Umstände, wie z. B. spontane Änderungen bei den Kundenwünschen oder unerwartete Unterschiede in den Materialien. Kreativität und Einfühlungsvermögen, also Faktoren, die eine überzeugende handwerkliche Arbeit auszeichnen, kann man von Maschinen ebenfalls nicht erwarten.
Fakt ist jedoch, dass Technologie in immer mehr Bereiche des Arbeitsalltags vordringen wird, sei es bei der Abwicklung von Verwaltungsaufgaben oder der Unterstützung von handwerklichen Tätigkeiten. Azubis und Mitarbeiter:innen sollten daher keine Angst vor den Veränderungen haben, sich aber aktiv damit auseinandersetzen, um in ihrem Beruf uptodate zu bleiben und nicht den Anschluss zu verpassen. Der Einfluss von Technologie auf den Arbeitsalltag sollte dabei vielmehr als Chance und Erleichterung bei der Bewältigung von Arbeitsprozessen gesehen werden, statt als potenzielle Gefahr, die Arbeitsplätze und Existenzen komplett übernimmt.
Technologie als Chance, nicht als Gefahr
Kein Ersatz der menschlichen Arbeitskraft durch Maschinen (gerade in handwerklichen Berufen)
Azubis und Mitarbeiter:innen sollten sich in dem Bereich dennoch fortbilden
Technologie unterstützt den Menschen bei der Arbeit
Gesundheitsmanagement im Handwerk: Was dem Körper beim Entlasten hilft
Was Du in diesem Artikel erfährst:
Rückenschmerzen, Verspannungen und stark belastete Beine gehören zum Berufsalltag vieler Menschen in Deutschland. Wird die Arbeit dauerhaft stehend auf einem harten Boden verrichtet, ermüdet die Muskulatur zwangsläufig. Das Paradoxe dabei: Ratgeber zum Thema Gesundheit am Arbeitsplatz für Personen mit Schreibtischjobs gibt es in Massen. Doch was ist mit Beschäftigten im Handwerk, die ihre körperliche Gesundheit oftmals viel größeren Belastungen aussetzen müssen?
Status Quo: Die Arbeitssituation für viele Mitarbeiter:innen
Millionen Menschen arbeiten in ihrem Beruf täglich im Stehen und setzen Gelenke, Wirbelsäule und Muskeln somit einer einseitigen Belastung aus. Resultat dieser statischen Dauerbelastung können Schädigungen der Rückenmuskulatur, Bandscheibenvorfälle und andere Beschwerden sein.
Millionen Menschen sind im Handwerk tätig
Dauerhaftes Stehen erhöht gesundheitliches Risiko
Körperliche und auch mentale Schäden können die Folge sein
Besonders die langfristigen Gefahren des langen Stehens am Arbeitsplatz erschrecken: Die Wahrscheinlichkeit von koronaren Herzerkrankungen, Venenleiden in den Beinen und Schädigungen der Wirbelsäule steigt enorm. Unzufriedenheit seitens der Mitarbeiter:innen durch die hohe Belastung am Arbeitsplatz als auch krankheitsbedingte Fehlzeiten, die dem Betrieb wirtschaftlichen Schaden zufügen, sind dann an der Tagesordnung.
Den Körper entlasten und Schäden durch Gesundheitsmanagement vorbeugen
Die gute Nachricht: Der Aufwand für ein erfolgreiches Gesundheitsmanagement, welches körperlichen Schäden bei den Beschäftigten vorbeugen kann, muss nicht groß sein. Mit den richtigen Expertentipps können sowohl die Betriebe als auch die Mitarbeiter:innen selbst für die notwendigen Maßnahmen sorgen.
Gesundheitsmanagement muss nicht unbedingt aufwändig oder teuer sein
Mitarbeiter:innen und Betriebe müssen beide ihren Beitrag leisten
Expertentipps können Orientierung bieten
Die folgenden 5 Expertentipps können dabei als Leitfaden dienen
Gesundheit im Handwerk stützt sich dabei immer auf die gleichen Rahmenbedingungen, die es zu erfüllen gilt: Ergonomie, optimale Beleuchtung, ein geringerer Lärmpegel und eine angenehme Raumtemperatur. Außerdem trägt die Schulung und das daraus resultierende gesundheitsgerechte Verhalten der Mitarbeiter:innen maßgeblich zum Schutz bei.
Die folgenden 5 Expertentipps können dabei als Leitfaden dienen
Tipp 1: Die Arbeitsumgebung optimieren
Der vielleicht grundlegendste Tipp für die Gesundheit im Handwerk: In einer schädlichen Arbeitsumgebung stehen Mitarbeiter:innen stundenlang auf hartem Boden bis die Muskulatur ermüdet. Die Reaktion des Körpers ist nun, den Bereich der Belastung zu verlagern, was wiederum zu Verspannungen und Rückenschmerzen führt.
Belastung auf das Muskel-Skelett-System verringern
Hilfsmittel: Matten, Stehhocker etc.
Im schlimmsten Fall bilden sich auf lange Zeit Krampfadern in den Beinen, da die Blutzirkulation gestört ist. Um dies zu verhindern, bieten sich Bodenbeläge (zum Beispiel Matten) an, welche die Belastung auf das Muskel-Skelett-System vermindern können. Noch besser sind Stehhilfen, wie zum Beispiel Hocker, die bei zu großer Belastung genutzt werden können, um sich zeitweise zu setzen oder auch nur anzulehnen.
Tipp 2: Bewegung während der Arbeit und Pausen
Ein Haltungswechsel, zum Beispiel, indem das Gewicht auf das andere Bein verlagert oder die Fußstellung verändert wird, sorgt für Entlastung. Außerdem sollten die Beine regelmäßig ausgeschüttelt werden.
Gewicht des Körpers verlagern
Lockerungsübungen
Kurze Spaziergänge
Auch ein Schulterkreisen bei Beanspruchung der Rückenmuskulatur kann hilfreich sein. Kleinere Pausen können für Kniebeugen genutzt werden, indem wiederholt in die Hocke gegangen und sich dann wieder aufgerichtet wird. Kurze Spaziergänge sorgen für körperliche sowie geistige Entspannung und sollten regelmäßig eingeschoben werden.
Tipp 3: Durchblutung anregen
Um die eigene Gesundheit am Arbeitsplatz zu erhalten, sollten auch Maßnahmen nach Feierabend ergriffen werden. Um die Durchblutung zu fördern, empfehlen sich Fußbäder mit wechselnder Temperatur. Zum Beispiel ist eine langsam ansteigende Temperatur hilfreich für die Blutzirkulation: Hierfür werden die Füße in eine Wanne mit circa 22 Grad warmem Wasser getaucht, welches mit zusätzlichem Wasser langsam auf 39 Grad erwärmt wird. Dies geschieht in einem Zeitraum von 20 Minuten, nachdem die Füße dann abgetrocknet werden.
Tipp 4: Kompressionsstrümpfe und bequemes Schuhwerk
Sie sollten gut passen, atmungsaktiv sein und am besten flache Absätze haben. Bequeme Schuhe sind unverzichtbar in einem Beruf, der die meiste Zeit im Stehen ausgeübt wird.
Bequeme Schuhe mit flachen Absätzen tragen
Kompressionsstutzen fördern die Zirkulation
Außerdem sollte das Schuhwerk den Zehen genug Platz für Bewegung bereithalten sowie eine Fersen- und Ballendämpfung bieten. Um Krampfadern vorzubeugen und für eine gute Zirkulation zu sorgen, empfiehlt sich das Tragen von Kompressionsstrümpfen während der Arbeit, die die Venen in den Beinen hierfür zusammenpressen.
Tipp 5: Sport in der Freizeit
Ein Ausgleich zum Beruf ist wichtig: Umso mehr, wenn er zur Gesundheit und einer schonenderen Ausführung der Tätigkeiten im Beruf beiträgt. Wer in seiner Freizeit Sport treibt, stärkt seine Muskulatur – sind Bein- und Rückenmuskulatur beteiligt, verringert sich das Risiko, von der körperlichen Arbeit Schäden davon zu tragen, bereits enorm.
Primär Rücken- und Beinmuskulatur trainieren, um den Körper zu entlasten
Geeignete Sportarten: Joggen, Walken, Radfahren etc.
Sport in den Alltag integrieren
Sportarten wie Joggen, Walken oder Radfahren sind hierfür ideal. Trainingsgeräte wie etwa ein Crosstrainer sind zudem gelenkschonend und bieten auch für bereits körperlich Vorgeschädigte in den meisten Fällen eine gesunde Alternative. Zusätzlich lassen sich kleine Sporteinheiten in den (Arbeits-)Alltag integrieren: Statt dem Aufzug die Treppe zu nehmen oder ab und zu mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, sind bereits kleine Meilensteine hin zu einem bewussten und gesunden Lebensstil.
Fazit – Gesundheit im Handwerk ist notwendig und umsetzbar
Dass die Mitarbeiter:innen selbst von präventiven Maßnahmen zur Erhaltung ihrer Gesundheit profitieren, ist offensichtlich. Die vorliegenden Tipps bieten hierfür eine gute Orientierung, wie man mit einfachen Mitteln bereits viel erreichen und sich selbst schützen kann. Doch auch die Handwerksbetriebe sollten auf ein wirkungsvolles Gesundheitsmanagement setzen.








