Was gehört alles zur Personaleinsatzplanung?
In der dynamischen Welt des Handwerks kann eine effektive Personaleinsatzplanung den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen. Eine durchdachte Personaleinsatzplanung im Handwerk umfasst die Organisation des Mitarbeitereinsatzes. Ausreichend Mitarbeiter mit den richtigen Qualifikationen müssen zum benötigten Zeitpunkt am richtigen Ort verfügbar sein. So nutzt ein Betrieb seine Personalressourcen effektiv, um die Arbeit reibungslos und termingerecht zu erledigen. Aber was gehört alles zur Personaleinsatzplanung?
Inhalt:
Was umfasst die Personaleinsatzplanung?
Um den effektiven Einsatz von Mitarbeitern zu planen, sind verschiedene Elemente der Personaleinsatzplanung (kurz PEP) zu beachten:
Arbeitszeitplanung:
Sie umfasst die Festlegung der täglichen und wöchentlichen Arbeitsstunden der Mitarbeiter. Ein Betrieb legt zunächst seine allgemeinen Arbeitszeiten fest und leitet daraus Einsatzzeiten der Mitarbeiter und bei Bedarf Schichtpläne ab. Dabei berücksichtigen die Verantwortlichen Überstunden- und Pausenregelungen.
Bedarfsanalyse:
Die Grundlage für die Personaleinsatzplanung ist es, den Personalbedarf zu ermitteln. Jedes Projekt oder jeder Auftrag erfordert eine bestimmte Anzahl an Mitarbeitern. Die verfügbaren Arbeitskräfte müssen die anfallenden Aufgaben mit ihren Fähigkeiten abdecken. Darüber hinaus gibt es saisonale Schwankungen, die berücksichtigt werden müssen. Die jeweilige Anzahl und der Umfang der Projekte bestimmen den Personalbedarf. Ein Blick ins Vorjahr hilft bei der Einschätzung. So kann ein Betrieb Engpässe vermeiden und gewährleisten, dass ausreichend qualifizierte Mitarbeiter verfügbar sind.
Qualifikationsabgleich:
Ein Betrieb besetzt die vorhandenen Arbeitsplätze und Positionen mit Mitarbeitern, die die erforderlichen Fähigkeiten mitbringen. Beim Planen des Personaleinsatzes werden die Anforderungen der Projekte mit den jeweiligen Qualifikationen der Mitarbeiter abgeglichen. Teams sollten so zusammengestellt werden, dass sich die Fähigkeiten und Kompetenzen der Mitarbeiter ergänzen. Das fördert die Zusammenarbeit untereinander und die termingerechte Umsetzung von Aufträgen. Eine genaue Abstimmung gewährleistet, dass der Betrieb die Personalressourcen effizient nutzt.
Einsatzplanung:
Hier geht es darum, Mitarbeiter basierend auf ihren Qualifikationen und ihrer aktuellen Verfügbarkeit zu bestimmten Projekten, Aufgaben und Kunden zuzuweisen. Um die Anforderungen zu erfüllen, werden jeder Aufgabe die passenden Personalressourcen zugewiesen. So trägt ein Betrieb dazu bei, einen termingerechten Abschluss der Projekte sicherzustellen.
Kommunikation und Abstimmung:
Regelmäßige Updates und Besprechungen mit den Mitarbeitern und anderen Abteilungen erleichtern es, die Einsatzpläne besser abzustimmen. Arbeitnehmer sollten ihre Anliegen und Bedürfnisse äußern können. Der regelmäßige Austausch hilft dabei, mögliche Probleme und Herausforderungen in der Einsatzplanung frühzeitig zu identifizieren.
Abwesenheitsmanagement:
Bei der Einsatzplanung berücksichtigt ein Betrieb geplante oder kurzfristige Abwesenheiten der Mitarbeiter. Geplante Urlaubszeiten, Fortbildungen oder etwa Elternzeit werden so koordiniert, dass trotz Überschneidungen immer ausreichend Personal für die anfallenden Aufgaben bereit steht. Um krankheitsbedingte Ausfälle oder einen kurzfristigen Urlaubsantrag zu bewältigen, werden Aufgaben oder Kundenprojekte auf andere Mitarbeiter umverteilt.
Dokumentation und Nachverfolgung:
Um künftige Planungen zu optimieren, sollte ein Betrieb die Einsatzpläne erfassen. Im Nachgang können etwa die Einsatzzeiten der Mitarbeiter und die Projektfortschritte ausgewertet werden. Dadurch identifiziert ein Betrieb dann potenzielle Engpässe und kann gezielte Anpassungen vornehmen.
Warum ist die Personaleinsatzplanung so wichtig?
Das Ziel der Personaleinsatzplanung ist es, die Personalressourcen gezielt einzusetzen. Sie bringt Klarheit für alle Beteiligten: Mitarbeiter wissen genau, wann und wo sie eingesetzt werden und mit wem sie zusammenarbeiten. Eine effektive Personaleinsatzplanung bietet zahlreiche Vorteile:
- Klare Strukturen und Zuständigkeiten für Mitarbeiter
- Optimale Auslastung ohne Über- oder Unterforderung
- Vermeidung von Leerlaufzeiten und unnötigen Überstunden
- Flexibilität bei schwankender Auftragslage
- Kostenersparnis durch effiziente Ressourcennutzung
Eine vorausschauende Planung ermöglicht, auch auf kurzfristige Änderungen schnell zu reagieren und rechtzeitig entsprechende Anpassungen vorzunehmen.
Digitale Lösungen für effiziente Personaleinsatzplanung
Besonders effizient und übersichtlich gelingt die Personaleinsatzplanung mit einer digitalen Lösung. Eine davon ist Craftnote. Mit der Handwerker App erhältst Du ein Planungstool an die Hand, mit dem Du Personaleinsätze einfach und übersichtlich planst.
Unkompliziert fügst Du Mitarbeiter, Ressourcen und Projekte hinzu und ordnest die einzelnen Elemente via “drag and drop”. So bekommst Du einen Überblick über freie Ressourcen und Verfügbarkeiten. Änderungen siehst Du in Echtzeit. Dadurch behalten Du und Deine Kollegen Termine und Projekte jederzeit im Blick. Alle Beteiligten sehen ihre Einsatzzeiten und können erkennen, mit wem sie auf welcher Baustelle eingeteilt sind.
Fazit: Personaleinsatzplanung einfach gemacht
Wenn ein Betrieb den Personaleinsatz optimal plant, erhöht er die Effizienz. Er trägt dazu bei, die Kosten zu senken und die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu stärken. Leerlaufzeiten oder Überlastungen werden vermieden. Mit digitalen Tools wie Craftnote wird die Planung einfach – Du behältst den Überblick über Projekte, Ressourcen und Kapazitäten, ohne Dich in Papierkram zu verlieren.
Was ist eine Plantafel und wie wird sie in Unternehmen eingesetzt?
Funktionsweise und Aufbau einer Plantafel
Jeder Betrieb verfolgt das Ziel, die vorhandenen Ressourcen optimal und effizient zu nutzen. Der Einsatz einer Plantafel hilft dabei. Mit ihr visualisieren Unternehmen Abläufe und Termine. Es entsteht ein Überblick über den zeitlichen Ablauf, die Aufgaben und die Auslastung der Ressourcen.
In der Regel unterteilt sich eine Plantafel in Zeilen und Spalten. Die Spalten zeigen den Zeitverlauf beispielsweise in Tagen, Wochen und Monaten. Die Zeilen bilden Projekte sowie die zugeteilten Mitarbeiter und Ressourcen ab. Zum Beispiel kennzeichnen unterschiedliche Farben die jeweiligen Kategorien.
Arten von Plantafeln
Es existieren verschiedene Arten von Plantafeln. Dazu zählen:
Kfz-Plantafel: Mit ihr organisieren Autowerkstätten unter anderem Werkstatttermine sowie Reparatur- und Wartungsaufträge. Mitarbeiter sehen, welche Arbeiten noch anstehen, wann welches Fahrzeug fertig sein soll und eventuell auch welche Werkzeuge und Hebebühnen frei sind. Produktionsplantafel: Sie visualisiert einen Produktionsplan und hilft so dabei, Produktionsaufträge zu planen und zu steuern. Es ist zu erkennen, welche Arbeitsschritte notwendig sind, wer dafür zuständig ist und welche Maschine dafür eingesetzt wird. Freie Ressourcen und der Fortschritt des Auftrags sind sichtbar. Feinplanungsplantafel: Damit sind besonders detaillierte Planungen möglich. Die Feinplanung konzentriert sich auf einen kürzeren Zeitraum über Stunden oder wenige Tage und bildet sämtliche Schritte ab.
Vorzüge und Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen Branchen
Für viele Unternehmen sind Plantafeln ein wichtiges Hilfsmittel für die Planung von Projekten, Ressourcen und Personaleinsätzen. Eine gut durchdachte Planung bildet die Grundlage für einen reibungslosen Ablauf. Der Einsatz einer Plantafel bietet z. B. diese Vorteile:
Eine Plantafel bündelt alle Informationen an einem Ort. Arbeiten, die Zuteilung von Mitarbeitern zu bestimmten Aufgaben und Fristen sind klar zu erkennen. Plantafeln machen schnelle Änderungen und Anpassungen möglich. Auslastungen und freie Kapazitäten und Ressourcen werden sichtbar. Abhängigkeiten von Aufgaben können visualisiert werden. Mögliche Verzögerungen oder Engpässe zeigen sich frühzeitig. Der aktuelle Stand lässt sich jederzeit ablesen und die Arbeitsabläufe überwachen.
Plantafeln sind vielseitig einsetzbar und finden Verwendung in verschiedenen Arbeitsbereichen. Je nach Branche variieren die Prioritäten und Anforderungen. So zum Beispiel hier:
Im Handwerk werden Plantafeln zur Planung von Aufträgen eingesetzt. Handwerksbetriebe planen damit Mitarbeiter und ihre Aufgaben ein und organisieren den Einsatz von Maschinen und Werkzeugen. In der Produktion und Fertigung erstellen und überwachen Betriebe Produktionspläne und koordinieren die Auslastung der Maschinen. So lässt sich dann beispielsweise die Produktivität der Herstellungsprozesse erhöhen. Bauunternehmen verwenden Plantafeln, um ihre Bauprojekte zu planen. So lassen sich die verschiedenen Projektphasen und die Arbeiten der Gewerke darstellen. Auch der Einsatz von Mitarbeitern, Maschinen und Materialien wird sichtbar. In der Gastronomie hilft die Plantafel besonders bei der Personaleinsatzplanung. Schichtpläne können ebenso abgebildet werden wie Events und Reservierungen.
Herausforderungen und Grenzen von Plantafeln
Eine Plantafel ist ein nützliches Werkzeug, wenn die eingegebenen Daten vollständig, aktuell und korrekt sind. Die Informationen müssen also konstant gepflegt und aktualisiert werden. Ansonsten kommt es zu fehlerhaften Planungen, Über- oder Unterlastungen der Mitarbeiter. Krankheitsfälle oder andere Fehlzeiten erfordern ein schnelles Reagieren.
Um wirklich aussagekräftig zu sein, benötigt die Plantafel also Echtzeitdaten. Sind die Daten gut gepflegt, beinhalten Plantafeln eine Vielzahl an Informationen.
Durch diese Fülle können Mitarbeiter Schwierigkeiten haben, die relevanten Informationen zu erfassen. Zur besseren Übersicht hilft eine Möglichkeit zum Filtern.
Analoge vs. digitale Plantafeln: Ein Vergleich
Es gibt Plantafeln, die im Büro stehen. Die Projekte samt der zu erledigenden Aufgaben bildest Du an der Tafel ab. Zusätzlich fügst Du zum Beispiel Mitarbeiter, Ressourcen und Materialien hinzu. Mithilfe von Stecknadeln oder Magneten verschiebst Du die einzelnen Elemente bei Bedarf. Änderungen sind schnell umgesetzt, können jedoch nicht jederzeit abgerufen werden. Eine analoge Plantafel beansprucht viel Platz und stößt gleichzeitig recht schnell an ihre Kapazitätsgrenzen für neue Einträge.
Eine digitale Plantafel wie von Craftnote ist von verschiedenen Endgeräten nutzbar. Am PC lassen sich Projekte einfach anlegen. Mit dem Smartphone oder Tablet kannst Du Änderungen auch direkt von der Baustelle vornehmen. Vorab fügst Du Projekte, Aufgaben, Mitarbeiter oder auch Fahrzeuge, Maschinen und Materialien hinzu.
Einzelne Elemente weist Du dann den jeweiligen Tagen zu und kannst sie bei Bedarf via “Drag & Drop” verschieben. Es entsteht eine Übersicht über die Projekte und den Fortschritt. Freie Kapazitäten und Ressourcen werden ebenso sichtbar wie Fehlzeiten durch Krankheit oder Urlaub. Mitarbeiter sehen jederzeit, auf welcher Baustelle sie wann und mit wem eingesetzt werden.
Fazit: Die Zukunft der Plantafeln in der modernen Unternehmensorganisation
In einer modernen Geschäftswelt ersetzen digitale Plantafeln physische Modelle. Auf Veränderungen und schwankende Auftragslagen reagieren Betriebe flexibel, indem sie ihre Planung an die Gegebenheiten anpassen. Weil Betriebe so alles im Blick haben, sind sie auf der sicheren Seite. Digitale Plantafeln erleichtern den Informationsaustausch und die Kommunikation. Jeder Mitarbeiter kann jederzeit einsehen, wann, wo und mit wem er eingesetzt ist. Das schafft Transparenz.
Überblick über die HOAI Leistungsphasen
Die Arbeiten von Architekten und Ingenieuren werden in Deutschland durch die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure geregelt. Ein wichtiger Bestandteil davon sind die HOAI Leistungsphasen. Sie definieren den Leistungsumfang und schaffen eine Grundlage für die Vergütung. Doch was genau umfassen diese Leistungsphasen?
In diesem Artikel:
Was bedeutet HOAI?
HOAI steht für Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. Diese Verordnung legt ein angemessenes Honorar für die Leistungen von Architekten und Ingenieuren fest.
Seit 2021 handelt es sich hierbei aber nicht mehr um eine bindende Honorarvereinbarung, sondern um eine unverbindliche Honorarempfehlung. Wenn keine andere Vereinbarung getroffen wird, sind die Honorarempfehlungen jedoch immer noch verbindlich. Die Überarbeitung erfolgte, weil der Europäische Gerichtshof die HOAI in Teilen für rechtswidrig erklärt hat, da sie gegen EU-Recht (Dienstleistungsrichtlinie) verstößt. Die Honorarempfehlungen enthalten nunmehr einen Basishonorarsatz und einen oberen Honorarsatz.
Für wen gilt die HOAI?
Die HOAI richtet sich an Architekten und Ingenieure, die sich beim Abrechnen ihrer Leistung an den Honorarempfehlungen orientieren können.
Aber auch für Auftraggeber, die die Leistungen von Architekten und Ingenieuren beanspruchen, kann die HOAI eine Orientierung bieten.
Wurde zwischen Auftraggeber und Architekt oder Ingenieur keine separate Honorarvereinbarung getroffen, werden die Grundleistungen entsprechend dem Basishonorarsatz abgerechnet.
Warum gibt es die HOAI?
Ursprünglich sollte die HOAI eine angemessene Vergütung gewährleisten und die Qualität der Arbeiten regeln. Architekten und Ingenieure sollten so vor Preiskämpfen geschützt werden, deren Wettbewerb auf Grundlage der Qualität ihrer Arbeiten und nicht auf Preisebene stattfinden sollte. Inzwischen gibt die HOAI nur noch Richtlinien vor.
Während des Projekts können Architekten und Ingenieure die HOAI als Leitfaden nutzen, um ihr Bauprojekt zu planen und umzusetzen. Eine Orientierungshilfe hierfür bieten insbesondere die von der HOAI definierten Leistungsphasen.
Was versteht HOAI unter Leistungsphasen?
Die HOAI Leistungsphasen bilden den gesamten Bauprozess ab. Sie regeln den Ablauf von Bauprojekten und die dafür vorgesehenen Leistungen. Die Gesamtleistung von Architekten und Ingenieuren besteht aus verschiedenen Leistungsphasen.
Jede dieser Phasen hat spezifische Aufgaben und Ziele, um ein Bauprojekt systematisch zu realisieren. Architekten und Ingenieure können sowohl mit einzelnen als auch mit allen Leistungsphasen beauftragt werden. Zwischen den Parteien wird vertraglich vereinbart, welche Leistungen erbracht werden sollen.
Die Leistungsphasen der HOAI geben einen strukturierten Rahmen für Bauprojekte vor, in dem die verschiedenen Aufgaben von der Planung bis zur Fertigstellung eines Bauprojekts umgesetzt werden. Daraus ergeben sich dann verschiedene Etappen, die die Gesamtleistung von Architekten und Ingenieuren unterteilen.
Sie machen jeweils einen Teil des Gesamthonorars aus. Abhängig von der Leistungsphase und dem damit einhergehenden Aufwand und Leistungsumfang unterscheidet sich die empfohlene Vergütung.
Das sind die neun Leistungsphasen nach HOAI
Insgesamt werden durch die HOAI neun Leistungsphasen vorgegeben, deren konkrete Aufgaben sich abhängig vom Leistungsbild, also der Art der Leistung, unterscheiden können. Zu den Leistungsbildern gehören etwa:
– Bauleitplanung
– Landschaftsplanung
– Gebäude und Innenräume
– Freianlagen
– Ingenieurbauwerke
– Verkehrsanlagen
– Tragwerksplanung
– Technische Ausrüstung
Je nach Leistungsbild können die von der HOAI empfohlenen prozentualen Anteile des Gesamthonorars unterschiedlich ausfallen. Die nachfolgend für die neun Leistungsphasen angegebenen Prozentangaben beziehen sich auf Gebäude und Innenräume.
Leistungsphase 1: Grundlagenermittlung (2 %)
Die erste Leistungsphase bestimmt den Beginn des Projekts und klärt die Rahmenbedingungen. Während der Grundlagenermittlung werden alle relevanten Informationen und Daten gesammelt. Alle weiteren Schritte basieren auf dieser Zusammenstellung. Zu den Grundleistungen zählen etwa:
- Klären der Aufgabenstellung auf Grundlage der Vorgaben oder der Bedarfsplanung des Auftraggebers
- Ortsbesichtigung
- Beraten zum gesamten Leistungs- und Untersuchungsbedarf
- Formulieren von Entscheidungshilfen für die Auswahl anderer an der Planung fachlich Beteiligter
- Zusammenfassen, Erläutern und Dokumentieren der Ergebnisse
Leistungsphase 2: Vorplanung (7 %)
In der Vorplanung geht es um die Planungsvorbereitung. Es entsteht ein Planungskonzept, kreative Ideen und Entwürfe werden entwickelt und es erfolgt eine Schätzung der Kosten. Zu den hierfür notwendigen Aufgaben zählen:
- Analysieren der Grundlagen
- Abstimmen der Zielvorstellungen, Hinweisen auf Zielkonflikte
- Erarbeiten der Vorplanung
- Klären und Erläutern der wesentlichen Zusammenhänge, Vorgaben und Bedingungen
- Bereitstellen der Arbeitsergebnisse sowie Koordination und Integration von Leistungen von an der Planung Beteiligten
- Vorverhandlungen über die Genehmigungsfähigkeit
- Kostenschätzung nach DIN 276
- Erstellen eines Terminplans
- Zusammenfassen, Erläutern und Dokumentieren der Ergebnisse
Leistungsphase 3: Entwurfsplanung (15 %)
Während der Entwurfsplanung werden Skizzen, in der Regel im Maßstab 1:100 oder auch etwa im Maßstab 1:50, ausgearbeitet. Dabei werden alle bisher festgelegten Vorgaben berücksichtigt. Außerdem werden folgende Aufgaben abgearbeitet:
- Erarbeiten der Entwurfsplanung
- Bereitstellen der Arbeitsergebnisse sowie Koordination und Integration von Leistungen von an der Planung Beteiligten
- Objektbeschreibung
- Verhandlungen über die Genehmigungsfähigkeit
- Kostenberechnung und Vergleich mit Kostenschätzung
- Zusammenfassen, Erläutern und Dokumentieren der Ergebnisse
Leistungsphase 4: Genehmigungsplanung (3 %)
In der Leistungsphase 4 wird alles für die Genehmigung des Vorhabens vorbereitet. Dafür werden etwa die notwendigen Unterlagen zusammengestellt und diese Grundleistungen durchgeführt:
- Erarbeiten und Zusammenstellen der Vorlagen und Nachweise für öffentlich-rechtliche Genehmigungen oder Zustimmungen, einschließlich der Anträge auf Ausnahmen und Befreiungen, sowie notwendiger Verhandlungen mit Behörden unter Verwendung der Beiträge anderer an der Planung fachlich Beteiligter
- Einreichen der Vorlagen
- Ergänzen und Anpassen der Planungsunterlagen, Beschreibungen und Berechnungen
Leistungsphase 5: Ausführungsplanung (25 %)
In der Leistungsphase 5 werden die Planungsarbeiten abgeschlossen. Folgendes ist dafür notwendig:
- Erarbeiten der Ausführungsplanung mit allen für die Ausführung notwendigen Einzelangaben
- Ausführungs-, Detail- und Konstruktionszeichnungen
- Bereitstellen der Arbeitsergebnisse sowie Koordination und Integration von Leistungen der an der Planung Beteiligten
- Fortschreiben des Terminplans
- Überprüfen erforderlicher Montagepläne der vom Objektplaner geplanten Baukonstruktionen und baukonstruktiven Einbauten auf Übereinstimmung mit der Ausführungsplanung
Leistungsphase 6: Vorbereitung der Vergabe (10 %)
Während der Vorbereitung der Vergabe wird ein Leistungsverzeichnis erstellt. Auf dieser Basis können anschließend Unternehmen beauftragt werden. Architekten übernehmen dafür zum Beispiel diese Aufgaben:
- Aufstellen eines Vergabeterminplans
- Aufstellen von Leistungsbeschreibungen mit Leistungsverzeichnissen nach Leistungsbereichen, Ermitteln und Zusammenstellen von Mengen
- Abstimmen und Koordinieren der Schnittstellen zu den Leistungsbeschreibungen der an der Planung fachlich Beteiligten
- Ermitteln der Kosten
- Kostenkontrolle
- Zusammenstellen der Vergabeunterlagen für alle Leistungsbereiche
Leistungsphase 7: Mitwirkung bei der Vergabe (4 %)
Wenn der Auftrag auch die Mitwirkung der Vergabe vorsieht, dann werden die eingeholten Angebote verglichen und die Leistungen an die Unternehmen vergeben. In dieser Phase werden diese Grundleistungen erledigt:
- Einholen, prüfen und werten von Angeboten
- Führen von Bietergesprächen
- Erstellen der Vergabevorschläge, Dokumentation des Vergabeverfahrens
- Zusammenstellen der Vertragsunterlagen
- Vergleichen der Ausschreibungsergebnisse mit den Leistungsverzeichnissen oder der Kostenberechnung
- Mitwirken bei der Auftragserteilung
Leistungsphase 8: Objekt-/ Bauüberwachung (32 %)
Die Aufgaben der Leistungsphase 8 sind deutlich umfangreicher und werden entsprechend honoriert. Zu ihnen zählen:
- Überwachen der Ausführung des Objektes und von Tragwerken
- Koordinieren der an der Objektüberwachung Beteiligten
- Aufstellen, Fortschreiben und Überwachen eines Terminplans (Balkendiagramm)
- Dokumentation des Bauablaufs (zum Beispiel Bautagebuch)
- Gemeinsames Aufmaß mit den ausführenden Unternehmen
- Rechnungsprüfung
- Kostenkontrolle und Kostenfeststellung
- Organisation der Abnahme der Bauleistungen und Feststellung von Mängeln
- Antrag auf öffentlich-rechtliche Abnahmen und Teilnahme daran
- Systematische Zusammenstellung der Dokumentation, zeichnerischen – Darstellungen und rechnerischen Ergebnisse des Objektes
- Übergabe des Objektes
- Auflisten der Verjährungsfristen für Mängelansprüche
- Überwachen der Beseitigung der bei der Abnahme festgestellten Mängel
Architekten übernehmen die Bauleitung und müssen den Überblick über Termine, Fristen und Kosten behalten. Dazu werden unter anderem die durch die Betriebe erbrachten Leistungen überprüft und Mängel erfasst.
Eine vollständige und damit transparente Baudokumentation hilft dabei, alle Schritte und Abstimmungen während des Bauprozesses nachvollziehbar festzuhalten. So können die Umsetzung der Aufgaben und die Einhaltung von Fristen besser überwacht werden. Hierbei helfen kann eine spezielle Softwarelösung.
Eine einfach zu bedienende App ist Craftnote. Hiermit kann eine vollständige Baudokumentation erfolgen. Von der Baustelle aus können unter anderem Unterlagen, Fotos oder Sprachnachrichten hochgeladen und gespeichert werden. Die Beteiligten können die gesamte Kommunikation über die App abwickeln und jederzeit wichtige Informationen abrufen. Es ist auch möglich, vor Ort beim Kunden digitale Unterschriften einzuholen.
Leistungsphase 9: Objektbetreuung (2 %)
Die letzte Leistungsphase beginnt mit der Fertigstellung des Bauprojektes. Für die Endabnahme erfolgt etwa eine Objektbegehung, bei der eventuelle Mängel entdeckt werden. Die Beseitigung dieser Mängel wird durch den Architekten überwacht. Außerdem werden folgende Aufgaben übernommen:
- Fachliche Bewertung der innerhalb der Verjährungsfristen für Gewährleistungsansprüche festgestellten Mängel
- Mitwirken bei der Freigabe von Sicherheitsleistungen
Grundleistungen und Besondere Leistungen: Wo liegt der Unterschied?
Die Aufgaben von Architekten und Ingenieuren teilen sich in die oben aufgeführten Grundleistungen und in Besondere Leistungen.
Grundleistungen bilden die Arbeiten ab, die erforderlich sind, um einen Auftrag ordnungsgemäß zu erfüllen. Hierunter versteht man also alle verpflichtenden Tätigkeiten, die standardmäßig bis zur erfolgreichen Fertigstellung eines Bauprojekts anfallen.
Unter den Besonderen Leistungen versteht man zusätzliche Arbeiten. Wenn bei einem Bauprojekt etwa besondere Anforderungen vorliegen, kommen noch besondere Leistungen hinzu. Darunter fallen zum Beispiel:
- Standortanalyse
- Machbarkeitsstudie
- Aufstellen eines Finanzierungsplans
- Wirtschaftlichkeitsberechnung
- Mitwirken bei der Beschaffung nachbarlicher Zustimmung
- Tätigkeit als verantwortlicher Bauleiter (wenn Tätigkeit über die Grundleistungen hinausgeht)
- Überwachen der Mängelbeseitigung innerhalb der Verjährungsfrist
Dabei handelt es sich also um zusätzliche Arbeiten, die separat abgerechnet werden. Für die Besonderen Leistungen gibt es im Gegensatz zu den Grundleistungen keine Empfehlungsvorgaben.
Fazit
Die Leistungsphasen der HOAI geben einen strukturierten Rahmen für die Planung, Umsetzung, Fertigstellung und Betreuung von Bauprojekten vor. Dabei handelt es sich um einzelne Abschnitte der Gesamtleistung.
Auf der Basis der HOAI können sich Architekten und Ingenieure beim Abrechnen ihrer Leistungen orientieren. Den größten Anteil macht die Objekt-/Bauüberwachung aus.
Um die Aufgaben besser zu überblicken und den gesamten Bauprozess zu dokumentieren, kann eine digitale Lösung helfen. Mit Craftnote kann eine vollständige Baudokumentation gelingen.



