Fünf erstaunliche Fakten zum deutschen Handwerk
In diesem Artikel:
- Der Umsatz im Handwerk ist in den letzten 10 Jahren kontinuierlich gestiegen.
- Das Handwerk ist ein wichtiger Motor der deutschen Wirtschaft.
- Der Berufszweig wird zunehmend größer und digitalisierter.
- Handwerkerfakten vier und fünf – Pro Sekunde trinken Handwerker 33 Liter Bier und Rauchen 24 Zigaretten.
Gut über eine Millionen Handwerksbetriebe waren im Jahr 2018 laut dem Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) gemeldet. Die meist kleineren Unternehmen, sind aber zusammengenommen ein wichtiger Motor der deutschen Wirtschaft. Circa 5,5 Millionen Menschen bietet das Handwerk eine Arbeit, Tendenz steigend. Wie wichtig das Handwerk ist, übersehen viele jeden Tag auf das Neue. Es muss sich nur umgeschaut werden im Alltag. Von Arbeiten an Gebäuden über den Klempner bis hin zum Friseur ist alles dem Handwerk zugeschrieben. Der ZDH hat beeindruckende ernste Statistiken zum Handwerk vom Stand 2018.
Mit einem Augenzwinkern können auch die Statistiken der Malerei Weismaler aus Berlin begutachtet werden, die mit Humor versucht hat, die Arbeitsleistung und den Verbrauch von Handwerkern in einer Sekunde in Deutschland zu errechnen. Der ein oder andere wird beim Blick auf die speziellen Fakten zum deutschen Handwerk schmunzeln müssen.
Der Umsatz im Handwerk ist in den letzten 10 Jahren kontinuierlich gestiegen.
Im Jahr 2018 verbuchte die Branche laut ZDH einen Umsatz von über 612 Milliarden Euro. Zum Vergleich, im Jahr 2008 betrug der Umsatz circa 520 Milliarden Euro. Das zeigt ein deutliches Wachstum und lässt erwartungsvoll in die Zukunft blicken. Andere Branchen können von solchen Zahlen nur träumen. Unterschätzen sollte das Handwerk also niemand, denn es gibt nicht nur Aspekte wie das sagenumwobene Schönwettergeld auf der Baustelle.
Sicherlich schlägt sich die positive Entwicklung in den vollen Auftragsbüchern der Handwerksbetriebe nieder. Auch die Wetterextremen nehmen in Deutschland zu, was den Ausbaugewerken zugutekommt. Zahlen des ZDH unterstreichen diese Annahme. Laut einer Umfrage des Verbandes, schätzen 94 % aller Befragten Firmen die Auftragslage als befriedigend und gut ein. Das ist aber erst der Anfang zum Thema Handwerkerfakten.
Das zeigt ein deutliches Wachstum und lässt erwartungsvoll in die Zukunft blicken.
Das Handwerk ist ein wichtiger Motor der deutschen Wirtschaft.
Wie wichtig das Handwerk mit seinen kleineren mittelständischen Unternehmen für die Wirtschaft in Deutschland ist, lässt sich ebenfalls aus den Daten der ZDH Studie entnehmen. 12 % aller Erwerbstätigen arbeiten im Handwerk. Noch dazu machen die Betriebsstände in der Branche 27 % der gesamten Anzahl aus. Außerdem fallen von den 1,3 Millionen Auszubildenden 28 % auf das Handwerk. Das bedeutet, dass der Berufszweig auch in Zukunft interessant für junge Menschen bleibt oder noch attraktiver werden kann.
Schließlich lohnt sich auch ein Blick auf die Berufswahl der Auszubildenden im Hinblick auf ihr Geschlecht. Denn bei Frauen ist die meistgewählte Ausbildung mit Abstand der Friseurberuf mit 16 328 Plätzen, gefolgt von der Lebensmittelfachverkäuferin und Bürokauffrau mit 11 201 sowie 7 417. Bei den Männern hingegen liegt der Schwerpunkt eher auf der technischen Ausrichtung. Allerdings ist der Kfz-Mechatroniker auch mit Abstand auf Platz eins (60 633) gefolgt von Elektroniker (39 485) und Anlagenmechaniker (33 308).
12 % aller Erwerbstätigen arbeiten im Handwerk.
Der Berufszweig wird zunehmend größer und digitalisierter.
Ein Beweis dafür ist die seit 2004 steigende Anzahl an Handwerksbetrieben in Deutschland. Seit dem besagten Jahr ist die Zahl der Betriebe von 846 588 auf 1 001 748 gestiegen. In der Differenz zeigt das einen Zuwachs von 155 160 Firmen. Dieser wachsenden Anzahl geht es weitestgehend gut, wie vorher in der rundum guten Geschäftslage erwähnt wurde. Weiterführend sagen laut ZDH 77,5 % aller Handwerksunternehmen, dass sie ihre Geschäftslage im Frühjahr 2019 sogar gut bis sehr gut einschätzen. Dabei erwarten gleichzeitig 42,7 % aller Befragten Firmen eine Umsatzsteigerung in dem Zeitraum.
Auf der Gegenseite gingen nur 4120 Unternehmen insolvent, was erwartungsvoll in die Zukunft blicken lässt. Um eine heikle Situation wie die Insolvenz zu vermeiden und auf dem Markt zu bestehen, passen sich immer mehr Unternehmen an die Digitalisierung der Gesellschaft an mit neuen Technologien, die die Arbeit einfacher und effizienter gestalten. 21,5 % geben bei einer ZDH Umfrage an, in den letzten zwölf Monaten Digitalisierungsmaßnahmen eingebracht zu haben. Vorwiegend geht es dabei um die Themen:
Betriebsorganisation
Erschließung neuer Märkte
Daten- sowie Sicherheitsvorkehrungen
Handwerkerfakten vier und fünf – Pro Sekunde trinken Handwerker 33 Liter Bier und Rauchen 24 Zigaretten.
Wer neben den ernsten Fakten die Situation etwas lockerer sehen will, kann sich mit dem Bericht der Weismaler GmbH beschäftigen. Das Malerunternehmen rechnete deutschlandweite Durchschnittswerte auf die Anzahl der tätigen Handwerker pro Sekunde herunter. Die Ergebnisse sind daher eher mit einem Augenzwinkern als mit ernster Miene zu betrachten, da sie nicht repräsentativ sind. Allerdings kommt unter anderem heraus, dass Handwerker pro Sekunde 33 Liter Bier trinken, 24 Zigaretten rauchen, 24 Meter Rohr verlegen und 294 Liter Farbe verstreichen. Wem das noch nicht genug ist, der kann sich außerdem mit dem wirtschaftlichen Teil des Berichtes befassen. Nach den Angaben setzt das gesamte Handwerk pro Sekunde 18 000 Euro um und nimmt 1580 Euro an Kreditlast auf.
Die Ergebnisse sind daher eher mit einem Augenzwinkern als mit ernster Miene zu betrachten, da sie nicht repräsentativ sind.
6 Website-Basics für B2B-Unternehmen
In diesem Artikel:
- 1. Die richtigen Keywords: Wonach suchen Deine Kunden?
- 2. Achte auf Sprache und Inhalt
- 3. Überzeuge durch ein professionelles Layout
- 4. Mache es Interessenten leicht, mit Dir Kontakt aufzunehmen
- 5. Vergiss den „Call to Action“ nicht
- 6. Hole Dir Inspiration: erfolgreiche Websites von Handwerker:innen
Für eine professionell gestaltete Website ist jedoch ein gewisses Know-how erforderlich. In erster Linie muss gewährleistet sein, dass Deine potenziellen Kunden Dich in den Weiten des Internets überhaupt finden. Weiterhin gilt es, die richtige Sprache sowie ein ansprechendes Design zu wählen und natürlich die Datenschutzrichtlinien einzuhalten. Die folgenden Tipps sollen Dir helfen, all dies umzusetzen.
1. Die richtigen Keywords: Wonach suchen Deine Kunden?
Versetze Dich in die Lage Deiner potenziellen Kunden hinein: Welche Suchabsicht haben Menschen, die Deine handwerklichen Dienste in Anspruch nehmen möchten? Welche Stichworte geben sie in die Suchmaschine ein? Keywords sind der Schlüssel, um bei Google von Deiner Zielgruppe gefunden zu werden. Daher sollten sie möglichst prägnant sein und einen klaren Themenbezug aufweisen. Konkretisiere Dein Angebot, um Enttäuschungen und Missverständnisse zu vermeiden. Oftmals macht es mehr Sinn, kurze Wortkombinationen anstelle eines einzelnen Keywords zu verwenden. Es gibt diverse SEO-Tools, die Dir bei der Keyword-Optimierung helfen können. Die meisten Tools sind sogar gänzlich kostenfrei.
2. Achte auf Sprache und Inhalt
Nachdem die potenziellen Kunden Deine Website gefunden haben, ist schon einmal ein großer Schritt geschafft. Nun muss sie der Inhalt zum Verweilen und Wiederkommen animieren. Hierzu ist ein informativer, fachbezogener und aktueller Inhalt unverzichtbar. Homepages, die jahrelang nicht aktualisiert worden sind oder nur so vor orthografischen Mängeln strotzen, erfüllen diese Kriterien nicht.
Deshalb unser Rat: Lasse Deine Texte prüfen. Entweder von einem Profi oder einer speziell hierfür konzipierten Software. Gehe auf alle Fragen und Themen ein, die Deine Kundschaft beschäftigen.
Präsentiere Dein Fachwissen und erkläre transparent, welche Leistungen Du anbietest. Hierzu gehört, dass Du nicht nur Deine Dienstleistungen bewirbst, sondern eventuell auch den einen oder anderen Fachartikel verfasst. Etabliere Dich als Experte auf Deinem handwerklichen Gebiet. Dies erweckt Vertrauen und generiert neue Kunden.
3. Überzeuge durch ein professionelles Layout
Als Handwerker:in ist es wichtig, dass Du Dich bzw. Dein Unternehmen zu einer Marke machst. Hierfür benötigst Du ein unverwechselbares Layout für Deinen Onlineauftritt. Stichwort: Wiedererkennungswert. Gestalte Deine Homepage am besten in einem einheitlichen Design und entwerfe ggf. mit professioneller Unterstützung ein Unternehmenslogo. Letzteres sollte natürlich einen Bezug zu Deinen Dienstleistungen aufweisen. Logo und Layout signalisieren Professionalität und bleiben im Gedächtnis. Weiterhin gilt es darauf zu achten, die Navigation auf Deiner Internetseite möglichst einfach und übersichtlich zu gestalten. Die Grafik sollte also nicht zu überladen sein. Der Kunde muss sich leicht zurechtfinden können. Achte weiterhin darauf, dass Deine Homepage auch für mobile Endgeräte kompatibel ist. Dies lässt sich mit wenigen Klicks einstellen.
4. Mache es Interessenten leicht, mit Dir Kontakt aufzunehmen
Denke daran, Deine Kontaktdaten gut sichtbar auf Deiner Internetseite zu präsentieren. Schließlich möchtest Du ja, dass Interessenten mit Dir Kontakt aufnehmen. Müssen potenzielle Kunden allerdings erst einmal mühevoll nach Deiner Mailadresse, Anschrift oder Telefonnummer suchen, besteht die Gefahr, dass so mancher sein Vorhaben wieder aufgibt.
Laut Datenschutzgrundverordnung bist Du verpflichtet, ein Impressum mit Deinen Kontaktdaten zu führen.
Empfehlenswert ist es jedoch, Deine Kontaktdaten (dazu gehören auch die Öffnungszeiten Deines Geschäfts) zusätzlich prominent zu platzieren, zum Beispiel unten auf der Startseite. Willst Du Deine Webseitenbesucher noch gezielter zur unkomplizierten Kontaktaufnahme ermutigen, dann stelle ein Kontaktformular zur Verfügung.
5. Vergiss den „Call to Action“ nicht
Mache Dir das Ziel Deiner Internetseite bewusst: Du möchtest Deine Dienstleistungen bewerben und letztendlich verkaufen. Hierzu bedarf es einer konkreten Handlungsaufforderung an Deine potenziellen Kunden. Diese Aufforderung wird in der Fachsprache als „Call to Action“ bezeichnet. Ganz gleich, wie detailliert und professionell Du Deine Dienstleistungen beschreibst: Ohne Call to Action springen viele Interessenten wieder ab.
Eine Möglichkeit, dies abzuwenden, sind zum Beispiel gut sichtbare Verkaufsbuttons. Verlinke am besten auch deine Social-Media-Kanäle auf Deiner Homepage, sofern Du Facebook & Co. nutzt. Die Handlungsaufforderung muss sich allerdings nicht zwingend auf den Kauf beziehen. CTAs werden auch dafür benutzt, um Bewertungen zu generieren oder um Kunden zu einer Kontaktaufnahme zu ermutigen.
6. Hole Dir Inspiration: erfolgreiche Websites von Handwerker:innen
Um eine Vorstellung davon zu erhalten, wie ein gelungener Webauftritt aussieht, ist es empfehlenswert, Dich an Deinen erfolgreichen Branchenkolleg:innen zu orientieren. Im Jahre 2017 hat das Handwerker-Portal MyHammer die besten Homepages gekürt. Ein besonderes Augenmerk wurde hierbei auf die Kriterien Inhalt, Design und Benutzerfreundlichkeit gelegt.
Gesamtsieger „Handwerkerseite des Jahres 2017“: www.maler-knoepper.de
Publikumssieger „Meiste User-Stimmen“: www.leipert-anja.de
Fliesen und Naturstein: www.fliesenleger-erding.de
Glasverarbeitung: www.heideglas.de
Dachdecker: www.stoeffges.de
Umzug und Transport: www.kohlhepp.info
Stuck & Co.: www.stuck-rolla.de
Parkett & Boden: www.ungerboeden.de
Maler und Lackierer: www.maler-knoepper.de
Elektrik: www.elektrobau-coburg.de
Garten und Co.: www.gartenbau-leufgen.de
Maurer, Bau & Estrich: www.ditsch-bau.de
Gebäudereinigung: www.baeker.de
Sanitär, Heizung, Klima & Kälte: www.waechter-sanitaer.de
Fachhandel: www.michelwald.de
Metallverarbeitung: www.schmidt-metallbaugesellschaft.de
Raumausstattung & Innenraumgestaltung: www.raumausstatter-malente.de
Holzverarbeitung: www.schreinermeisterei.de
Kfz: www.zweirad-petersen.de
Sonstiges: www.brotinstitut.de
Fazit
Ein professionell gestalteter Internetauftritt ist in der heutigen Zeit ein Muss, um das Maximum an möglicher Kundschaft auszuschöpfen. Auf keine andere Weise erreichst Du mehr Menschen als über das Internet – und dies kostengünstig und mit überschaubarem Aufwand. Diese Chance, Dich und Deine Dienstleistungen bekannt zu machen, solltest Du keineswegs ungenutzt lassen. Wie zuvor ausführlich erörtert, kannst Du allerdings nur von Deiner Onlinepräsenz profitieren, wenn Du sie zielgruppenorientiert und benutzerfreundlich gestaltest.
Die wenigsten Unternehmer:innen verfügen jedoch gleichzeitig über alle dafür notwendigen IT-, Text- und Layout-Kenntnisse. Daher lohnt es sich, professionelle Unterstützung für die Gestaltung Deiner Internetseite in Anspruch zu nehmen.
Hierfür fallen selbstverständlich erst einmal Kosten an: Auf lange Sicht zahlt sich die getätigte Investition jedoch aus. Hier gilt dann der altbekannte Leitsatz „Spare nicht an der falschen Stelle“. Ein gut gestalteter Onlineauftritt generiert zweifelsohne Kundschaft – und mehr Kundschaft bedeutet gleichsam mehr Umsatz. Letzteres ist es schließlich, was Du für Dein Unternehmen anstrebst.
Was Handwerker über die Baustellenverordnung wissen müssen
In diesem Artikel:
- Zur Definition und Begriffserklärung der Baustellenverordnung
- Pflichten für den Bauherren und Sicherheit für die Arbeiter
- Nun aber zum ersten Teil der Bauverordnung, der sogenannten Vorankündigung
- Weiter mit dem Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGe-Plan)
- Zum Abschluss die Unterlage für spätere Arbeiten am Objekt
Täglich sind Arbeiter in der Handwerks- und Baubranche einem erhöhtem Unfall- und Verletzungsrisiko ausgesetzt. Dabei ist die Liste der Risikofaktoren so lang wie die Wartezeit beim Arzt, wenn etwas schiefgehen sollte. Die Sicherheit auf der Baustelle ist enorm wichtig. Handwerker bewegen sich in schwindelerregenden Höhen, arbeiten mit gefährlichen Maschinen sowie gesundheitsgefährdenden Stoffen oder müssen besonders Obacht geben, wenn mehrere Firmen an einem Projekt tätig sind. Natürlich zählt wie für jeden Arbeitnehmer in Deutschland das Arbeitsschutzgesetz, doch für Arbeiter auf der Baustelle, gibt es zusätzliche Sicherheitsstandards.
Gemeint ist hierbei die Baustellenverordnung. Was diese Verordnung genau beinhaltet, wofür sie gut ist und was es dabei zu beachten gibt, soll nun im Folgenden kurz erläutert werden. Denn bei Nichtbeachtung riskiert der Handwerksunternehmer eine Strafe.
Zur Definition und Begriffserklärung der Baustellenverordnung
Die zum Arbeitsschutzrecht ergänzende Baustellenverordnung gibt es seit dem Jahr 1998 und wurde aus den EU Vorgaben in das deutsche Recht übernommen. Zuletzt wurde die Verordnung 2004 aktualisiert, weshalb der Umfang für jeden Handwerker klar einsehbar sein sollte. Ihr liegt die Zielsetzung zugrunde, die Baustelle für Arbeiter, nicht beteiligte Personen und Bauherr sicherer zu machen und so letztendlich den Gesundheitsschutz auf der Baustelle zu verbessern.
Laut der Verordnung muss vor jedem Bauvorhaben und seiner Ausführungsphase, eine Planungsphase erfolgen, indem die Baustellenverordnung beachtet wird. Das Gesetz definiert übrigens ein Gebiet als Baustelle, wenn an einem Ort ein Bauvorhaben durchgeführt wird, dass eine oder mehrere bauliche Anlagen errichtet, verändert oder abreißt. Die Koordination der Verordnung liegt beim Bauherrn und die Einhaltung beziehungsweise Umsetzung bei den Arbeitern. Weiterführend wird so nicht nur die Sicherheit auf der Baustelle verbessert, sondern auch der Bauherr rechtlich abgesichert, falls Schäden oder Unfälle passieren.
Die Koordination der Verordnung liegt beim Bauherrn und die Einhaltung beziehungsweise Umsetzung bei den Arbeitern.
Hierbei kann sie in der Planungsphase in drei übersichtliche Schritte unterteilt werden. Angefangen bei der Vorankündigung, gefolgt von dem Gesundheits- und Sicherheitsplan (GiSe-Plan) und abschließend mit der Unterlage für zukünftige Arbeiten am abgeschlossenen Projekt.
Pflichten für den Bauherren und Sicherheit für die Arbeiter
Bevor allerdings auf den ersten Teil der Baustellenverordnung eingegangen wird, kommen wir kurz zu den beachtenden Pflichten für Bauherr und Angestellte. Neben den vorher aufgezählten Teilbereichen muss der Bauherr bei der Planung der auszuführenden Arbeiten die grundlegenden Bestimmungen des Arbeitsschutzgesetzes aus Paragraf 4 beachten. Noch dazu ist er für die Koordination der Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen voll verantwortlich, wenn er dies nicht vertraglich an einen „Dritten“ überträgt. Außerdem muss er dafür sorgen, einen auf der Baustelle anwesenden Koordinator zu engagieren, falls mehrere Firmen an einem Objekt arbeiten.
Nun aber zum ersten Teil der Bauverordnung, der sogenannten Vorankündigung.
Diese ist vom Bauherrn mindestens zwei Wochen vor Baubeginn einzureichen, wenn die Baustelle bestimmte Größenordnungen annimmt. Zum einen, wenn der Arbeitsumfang mehr als 500 Personentage beträgt oder mehr als 30 Arbeitstage an einem Projekt gearbeitet wird. Zum anderen, wenn mehr als 20 Personen gleichzeitig an einem Objekt arbeiten und mehrere Firmen daran beteiligt sind. In die Vorankündigung müssen dann Standort der Baustelle, der Name sowie die Anschrift des Bauherrn, des Dritten und des Koordinators, die Bezeichnung des Bauvorhabens, die Dauer des Bauvorhabens, die Höchstzahl an Beschäftigten und die Zahl der Arbeitgeber und Unternehmer, die keine Beschäftigten auf der Baustelle haben, angegeben werden.
Noch dazu ist er für die Koordination der Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen voll verantwortlich, wenn er dies nicht vertraglich an einen „Dritten“ überträgt.
Weiter mit dem Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGe-Plan)
Der SiGe-Plan ist hingegen nötig, sobald eine Vorankündigung für die Baustelle nötig ist und gefährliche Arbeiten nach Anhang II der Baustellenverordnung verrichtet werden. Weiterführend wird er nach den Regeln für Arbeitsschutz auf Baustellen (RAB 31) erstellt. Zum Ersten muss der Plan Maßnahmen zum gemeinsamen Gebrauch von sicherheitstechnischen Einrichtungen der Arbeiter auf der Baustelle beinhalten. Zum Zweiten Schutzmaßnahmen in Gefährdungssituationen.
Dazu gehören Gewerks bezogene Gefährdungen sowie die Beschreibung der Abläufe bei gefährlichen Arbeiten. Das bedeutet, dass die räumlich / zeitlichen Abläufe geplant und dokumentiert werden müssen. Das kann zum Beispiel Regeln zur Sauberkeit und Lagerung von Materialien betreffen, Schutzmaßnahmen bei bestimmten Tätigkeiten vorschreiben oder die Sicherung der Baustelle für Besucher oder Unbeteiligte in Betracht ziehen.
Um den SiGe-Plan umfassend zu erstellen, wird von Genossenschaften empfohlen, keine Muster zu verwenden, sondern spezifische Baustellenpläne zu erstellen. So kann für eine optimale Sicherheit auf der Baustelle gesorgt werden.
Der SiGe-Plan ist hingegen nötig, sobald eine Vorankündigung für die Baustelle nötig ist und gefährliche Arbeiten nach Anhang II der Baustellenverordnung verrichtet werden.
Zum Abschluss die Unterlage für spätere Arbeiten am Objekt
Als Letztes gilt es zu beachten, die Unterlage für zukünftige Arbeiten am Objekt nicht zu vergessen. Diese ist nötig, wenn mehrere Arbeitgeber an der Fertigstellung des Objekts mitgewirkt haben. Dadurch soll eine Sicherheits- und Gesundheitsgrundlage für die späteren Arbeiten von Handwerksfirmen vorausgesetzt werden. Außerdem kann so für eine wirtschaftliche Instandhaltung und Nutzung des Objektes gesorgt werden. Zukünftige Projekte können dabei Inspektions-, Wartungs- oder Instandsetzung Arbeiten betreffen. In die Unterlage kommt demnach, woran gearbeitet worden ist, wie das gemacht wurde und was es besonders zu beachten gibt. Erst so kann ein ausreichender Gesundheitsschutz auf der Baustelle gewährleistet werden. Nähere Informationen zur Orientierung werden dem Bauherr in der RAB 32 gegeben.






